Wer bei herrlichem Frühsommerwetter mit Familie oder
Freunden einen Ausflug ins Grüne plant, der sollte sich direkt
schon mit Schüsseln, Boxen oder Körben ausstatten.
Denn leicht kann es passieren, dass die Strecke an einem wunderbar
duftenden Erdbeerfeld vorbeiführt, vor dem in großen
Lettern „Erdbeeren selber pflücken“ zu
lesen ist. Diese Tätigkeit an der frischen Luft ist
unterhaltsam für die Großen und lehrreich
für die Kleinen – und belohnt die
fleißigen Arbeiter mit aromatisch süßen
Früchten.
Zwar werden an solchen Feldern meist auch fertig abgepackte
Erdbeeren verkauft, doch schmecken die Früchte
natürlich viel besser, wenn sie mit den eigenen
Händen von den Pflanzen abgesammelt wurden. Ein weiterer
Vorteil ist, dass der Erdbeersammler selber entscheidet, welche
Früchte er in seiner Schale haben möchte. Beeren, die
von Vögeln angepickt wurden oder schon Druckstellen aufweisen
kann er einfach dort lassen und muss sie folglich auch nicht bezahlen.
Erdbeerfelder direkt an viel befahrenen Straßen sind
nicht zu empfehlen, da hier die Umweltbelastung auf jeden Fall sehr
hoch ist. Dabei ist ja gerade der Vorteil am Erdbeeren selber
pflücken, dass der Käufer den Ort der
Anbaufläche wirklich kennt.
Obwohl der Landwirt sicherlich nichts dagegen einzuwenden hat,
wenn die Erdbeerpflücker bereits auf dem Feld eine oder zwei
Früchte probieren, sollte man dies nicht zu sehr ausnutzen. Denn natürlich zahlen die fleißigen Sammler nur die
Erdbeeren in der Schale. Um das Gewicht festzustellen, werden meistens
vor Beginn die noch leeren Behälter gewogen. Nach dem
Pflücken wird dies dann vom Gesamtgewicht der nun
gefüllten Schüssel abgezogen.
Die Hochsaison für die Erdbeerernte liegt zwischen
Mai und Juni. In dieser Zeit lohnt ein Besuch auf den Feldern
besonders, denn jetzt sind an jedem Pflänzchen mehrere reife
Früchte zu finden, und die Obstschale füllt sich in
wenigen Minuten. Besonders aromatisch sind in frühen,
trockenen Morgenstunden gepflückte Erdbeeren, doch
können sie natürlich ganztägig geerntet
werden. Hierzu bückt sich der Sammler über die
niedrigen Pflanzen und sucht vorsichtig unterhalb der Blätter
nach Erdbeeren, die im Idealfall vollständig rot und durch
ihre leuchtende Farbe leicht zu entdecken sind. Während mit
einer Hand der Stil umfasst und mit den Fingern abgeknipst wird, zieht
man leicht mit der anderen an der Frucht und legt sie dann in den
Behälter.
Zwar verlocken die riesigen Erdbeerfelder und das recht
einfache Einsammeln dazu, gleich mehrere Kilogramm der Früchte
zu ernten. Doch sollte dabei immer bedacht werden, dass Frische und
Aroma schon nach drei Tagen stark abnehmen. Es ist also ratsam, statt
nur einmal mit großer Ausbeute, mehrmals zum
Pflücken kleinerer Mengen vorbeizukommen, damit das
köstliche Obst immer wieder ein Hochgenuss wird.
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