Ganz einig sind sich die Knoblauchzüchter nicht, ob
der Knoblauch nun im Sommer oder im Herbst geerntet werden solle, ob
erst nach zwei Jahren oder schon nach einem.
Zunächst einmal hängt der Zeitpunkt der
Knoblauchernte natürlich davon ab, wann die Zwiebel gepflanzt
wurde. Möglich ist dies sowohl im Frühling als auch
im Herbst. Viele Züchter schwören auf September als
besten Monat, um die Knoblauchzwiebeln zu setzen. Dieser Knoblauch
nennt sich dann Winterknoblauch, der im März gepflanzte ist
der Sommerknoblauch.
Die Vermehrung des Knoblauchs erfolgt über die Zehen, die
allerdings nicht aus dem Supermarkt stammen sollten, denn die
Qualität dieses Knoblauchs ist meistens sehr gering.
Die Verwirrung darüber, wann der Knoblauch nun geerntet werden
kann stammt daher, dass die Kultur bei der Verwendung von Brutzwiebeln
zwei Jahre benötigt, sonst aber ein Jahr.
Es kommt also darauf an, was genau gepflanzt wurde.
Aus den Brutzwiebeln entstehen nach einem Jahr runde Knollen, erst im
zweiten Jahr entwickeln sich die zusammengesetzten Zehen, wie sie vom
Knoblauch bekannt sind. Vorsicht, manchmal werden auf den
Märkten diese einjährigen "Rundlinge" als ganz
besondere Knoblauchsorte angepriesen! Dabei fehlt ihnen aber eindeutig
noch der Geschmack, der die Erntereife Knoblauchknolle ausmacht.
Verwendbar ist dieser junge Knoblauch nur, wenn er ganz frisch
verbraucht wird, sonst verliert er schnell an Aroma.
Der im Herbst gesetzte Winterknoblauch wird demnach am
günstigsten im Juli des übernächsten Jahres
geerntet, der Sommerknoblauch etwas später im Jahr. Zur Ernte
sollte die Hülle des Knoblauchs noch fest, die Zehen aber
schon deutlich erkennbar sein. Der Grund, warum die meisten
Züchter, den September für am besten geeignet halten,
um den Knoblauch zu pflanzen, liegt darin, dass die Ernte beim
Winterknoblauch meistens wesentlich ergiebiger ausfällt, als
beim Knoblauch der im März gepflanzt wurde.
Werden Knoblauchzehen
eingesetzt gilt die einfache Regel:
kleine Zehen bringen kleine Knollen, große Zehen
große. Manchem Knoblauchgenießer ist dieser Aspekt
herzlich egal, denn Geschmack und Aroma sind den meisten allemal
wichtiger.
Die Ernte ist denkbar einfach: Die Knollen werden vorsichtig
ausgegraben, wer möchte kann die Erde vorher vorsichtig mit
einer Grabgabel etwas auflockern, dann kann die Knolle einfach an den
Blättern herausgezogen werden. Danach etwa säubern
und schon sind sie in der Küche verwendbar.
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Leser-Kommentare
(4)
Rico
(17.07.2010 15:46:43)
ich habe den Samen aus den Blüten einer Knoblauchzehe genommen (sehen aus wie MINI-Zwiebeln) und diese wieder eingesetzt im April, sind jetzt ca. 40 cm hoch, und bin mir nicht sicher wann ich diese ernten kann ?
Manni
(12.07.2010 08:01:58)
ich habe nun noch eine Frage:
meine zehn Zehen habe ich letzten Oktober gesetzt, nun sind sie schon über einen Meter groß und die Samenkapseln sind kurz vor dem platzen. Ich will aber erst nächstes Jahr die Knollen ernten. Was soll ich mit den Kapseln, bzw. mit dem Kraut machen? Stehenlassen oder abschneiden?
Nielsen
(27.06.2010 19:55:14)
Mit großem Erfolg setze ich die Knoblauchzehen etwa 10 cm tief im Gewächshaus Ende Sept. Anfag Oktober. Meist verwende ich Knoblauch aus dem frankreichurlaub. Nicht vergessen auch im Winter gelegentlich zu gießen. Die Ausbeute ist exzellent.
Schalli1
(10.06.2010 11:30:55)
Der Artikel trifft den Kern. Ich persönlich praktiziere seit mehreren Jahren erfolgreich den Winterknoblauch.
Eine Ergänzung: Wenn die Brutzwiebeln an der Pflanze nach oben ragen und anfangen größer zu werden, sollte man sie entfernen.