Mangold garantiert einen Gemüsevorrat, in dem keine Ebbe
aufkommt. Gartenfreunde, die diese Pflanze anbauen, können
meistens bald ihre Nachbarn und Freunde mitversorgen. Denn
Mangold wächst üppig und nach der Ernte auch immer wieder
schnell nach. Trotzdem hat das früher auch „Spargel des armen
Mannes“ genannte Gemüse erst in den letzten Jahren an
Bekanntheit zugenommen.
An den hohen Stielen wachsen die bis zu 30 cm langen Blätter
in unterschiedlichen Farben – je nach Sorte von hellem Gelb
und Grün bis Dunkelgrün. Die Blätter weisen unterschiedliche
Formen auf, sie können glatt oder runzelig kraus aussehen. Am
Wichtigsten aber ist es, die zwei Hauptsorten
auseinanderzuhalten. Bei der auch Beißkohl, Römerkohl oder
Schnittmangold genannten Gattung spielen bei der die Ernte
die Blätter die größere Rolle, während der sogenannte
Rippenmangold vor allem wegen seiner ausgeprägten Rippen
angebaut und samt Stängeln geerntet wird. Nur die Wurzel
bleibt immer unversehrt in der Erde zurück.
Der Blatt- oder Schnittmangold, den viele Gemüsefreunde als
Spinatersatz kennen und schätzen, wird Ende März bis April in
einer Reihenweite von 30 cm ausgesät. Die Saattiefe sollte 20
cm betragen. 15 bis 20 Tage vergehen, bis die Samenkörner
keimen. Wo die Saat zu dicht steht, wird sie auf 15 bis 20 cm
ausgelichtet. Bereits wenige Wochen später sind die Blätter
reif zur Ernte. Allerdings sollte nie mehr als ein Drittel
der Blattmasse abgeschnitten werden, damit sie schnell für
die nächste Mahlzeit nachwachsen kann.
Noch zeitiger im Frühjahr ist der Blattmangold zu ernten,
wenn das Beet mit Laub bedeckt wird. Dabei müssen die Herzen
freibleiben, um eine Fäulnis der Pflanzen zu vermeiden. Als
winterhartes Gemüse treibt er im nächsten Frühjahr aufs Neue
aus und seine Blätter stehen zu einer ersten Ernte bereit.
Auch die Kultur vom Rippenmangold ist völlig unproblematisch
und wird so gut wie keine Misserfolge erzeugen. Ebenso wie
bei seinem blattbetonten Artgenossen wird die Saat von März
bis April im Freien in die Erde gebracht. Der Rippenmangold
braucht einen Reihenabstand von 40 cm, wobei die
Zwischenräume mit Sommerspinat oder Radies genutzt werden
können. Sind die Pflanzen hoch genug gewachsen, werden sie im
Beet auf einen Abstand von 40 cm vereinzelt. Im Juli bis
August ist die erste Ernte fällig. Rippen und Stängel werden
in der Küche wie Spargel zubereitet.
Als Nachbarn haben beide Mangold-Sorten gern Möhren, Kohl und
Rettich, aber auch Hülsenfrüchte und die Buschbohne. Ein
luftiger und freier Stand kann Kränklichkeiten wie falschen
Mehltau oder die Blattfleckenkrankheit fernhalten. Um eine
möglichst ertragreiche Ernte zu erzielen, muss der Gärtner
dem Wasserbedarf der Pflanzen stets nachkommen.
Beim Verzehr versorgt das Mangoldgemüse reichlich mit den
Vitaminen A, K, E und C sowie mit Vitamin B1 und B2. Außerdem
enthält es Magnesium, Eisen, Natrium und Kalium. Nierenkranke
Menschen sollten beachten, dass das Mangoldgemüse einen hohen
Gehalt an Oxalsäure besitzt.