Im April beginnt die Rhabarberernte. Freunde des saftigen Frühjahrsgemüses können es kaum erwarten, den ersten Rhabarberkuchen des Jahres auf den Kaffeetisch zu stellen. Doch leider haben die saftigen Rhabarberstängel im Supermarkt viel von ihrer Frische eingebüßt und viele Gartenbesitzer haben den Wunsch, selbst Rhabarber anzubauen.
Das ist überhaupt nicht schwierig, wenn man sich ein kräftiges Wurzelstück, etwa 600 Gramm bis ein Kilogramm schwer, aus einer Gärtnerei besorgt. Vielleicht will auch der Gartennachbar seinen Rhabarberstock verjüngen und stellt ein Stück des Rhizoms, des Wurzelstocks, zur Verfügung. Der Standort muss sorgfältig ausgewählt werden, denn die winterharte Pflanze kann viele Jahre an der gleichen Stelle wachsen.
Rhabarber, übrigens ein Knöterichgewächs, liebt volle Sonne. Halbschatten ist ebenfalls möglich, allerdings fällt die Ernte dann nicht so reichlich aus. Sandiger Lehmboden eignet sich am besten, vor dem Pflanzen wird er etwa sechzig bis achtzig Zentimeter tief gelockert und mit Humus angereichert. Pro Pflanze wird circa ein Quadratmeter Raum benötigt. Die beste Pflanzzeit ist der September, aber da die Rhabarberstöcke im Frühjahr beim ersten Austrieb verjüngt werden, ist eine Anpflanzung auch dann möglich. Geerntet wird im darauf folgenden Jahr.
Auf Grund der großen Blätter verdunstet die Pflanze viel Wasser, regelmäßiges Gießen ist also von Vorteil, Staunässe hingegen schadet den Wurzeln. Wer nicht regelmäßig gießen kann oder will, sollte mit einer dicken Schicht Grasschnitt mulchen, der Boden trocknet nicht so schnell aus und die Pflanze erhält gleichzeitig Dünger.
Von April bis Juni kann der Rhabarber geerntet werden. Danach steigt der Gehalt der Oxalsäure stetig an. Außerdem braucht die Pflanze eine Ruhepause, um im nächsten Jahr wieder kräftige Stängel zu treiben. Deshalb stellt sie ab August ihr Wachstum ein. Die Blattstiele werden zum Ernten über dem Boden mit einer leichten Drehung herausgebrochen. Abschneiden ist nicht zu empfehlen, da die Rückstände leicht faulen. Weder ganz junge, noch sehr alte Stiele eignen sich zum Ernten und rund zwei Drittel sollten bis zur nächsten Ernte an der Pflanze bleiben.
Eine dreimalige Ernte pro Saison ist bei kräftigen Pflanzen durchaus möglich.
Rhabarber gibt es in verschiedenen Sorten, mit rotem und grünem Fleisch. Von den rotfleischigen und rotstieligen Sorten sind „Elmsfeuer", „Holsteiner Blut", "Rotstielige Viktoria" und "Vierländer" die bekanntesten. Sie zeichnen sich durch eine milde Säure aus und brauchen bei der Verarbeitung nicht so viel Zucker.
„The Sutton“ ist ein Rhabarber mit rotem Stiel und grünem Fleisch, ebenso die mittelspäte Sorte „Esta“. Geschmacklich liegen sie zwischen den rotfleischigen und den grünstieligen Sorten. „Sutton“ bildet keine Blütenstände, sondern nur Blätter. Eine relativ junge Sorte ist „Framboozen Rood“, eine holländische Züchtung.
Bei den grünstieligen und grünfleischigen Sorten ist der Säuregehalt am höchsten. Hier ist die frühe Sorte „Gigant“ zu nennen.
Der Rhabarber ist reich an Mangan, Kalium und Vitamin C. Allerdings sollte er wegen der enthaltenen Oxalsäure nicht zu häufig verzehrt werden.