Es gibt nur wenige der ursprünglichen, vielfältigen Tomatensorten, wie die schwarzen, violetten, weißen, gelben Sorten. Der Unterschied zwischen den neuen Unisorten zu den alten unterschiedlichen Sorten besteht nicht nur im Aussehen, sondern vor allem im Geschmack. Die Besinnung auf alte Werte hat zum Glück in den letzten Jahren eine Renaissance der alten Tomatensamen gebracht.
Die kleinen Cocktailkirschtomaten eignen sich gut für eine Topf-, Kisten- oder Balkonbepflanzung. Meist sind sie frühe Sorten, robust, resistent gegen Krautfäule und die Samtfleckenkrankheit. Im Geschmack sind sie süß, sie eignen sich gut für Salate und zum Garnieren von Jausenplatten, generell zum roh Essen.
Längliche Eiertomaten und große, feste Salattomaten, haben einen guten, aromatischen Geschmack, sind saftig und eigenen sich, wie der Name schon sagt, hervorragend für Tomatensalate.
Große Fleischtomaten mit ihrem festen, dunkelroten Fleisch und wenig Kernen reifen vorwiegend im August, sie haben einen süßen bis süß sauer würzigen Geschmack und eignen sich hervorragend zur Verarbeitung in Aufläufen und zum Grillen. Eine alte Sorte ist rot orange gestreift, grünschultrig und besonders würzig. Die Sorte der flachrunden, orangen Fleischtomaten ist kernlos, hat wenig Fruchtsaft, lässt sich leicht schälen, schmeckt aromatisch gut, findet Verwendung in Eintöpfen und als Beilagengemüse.
Die Samengewinnung ist relativ einfach. Die Samenkerne werden den ausgesuchten, reifen Früchten entnommen, getrocknet und lagergerecht aufbewahrt. Im Frühjahr, nach Möglichkeit im Monat März, werden die Tomatensamen in Anzucht-, Kompost- oder Blumenerde, in dafür geeigneten Behältnissen, ausgesät. Einige wenige Tomatensamen sollten in einen Topf kommen, mit wenig Erde abgedeckt und etwas angegossen werden. Die Samen lieben es warm, hell (Sonnenlicht) und feucht.
Wenn die Austriebe groß genug sind, werden sie pikiert, dass heißt die Keimlinge werden einzeln oder zu zweit in größere Töpfe umgesetzt, wobei sie etwas tiefer ins Pflanzloch zu setzen sind, um starke Wurzelballen zu bilden. Sodann die Pflanzen etwas kühler stellen, damit sie nicht zu schnell in Kraut gehen, weiterhin feucht zu halten. Erst wenn es keine Frostgefahr mehr gibt, das ist meist nach den Eisheiligen im Mai, wenn die Tomatenpflanzen nach circa 8 Wochen Wachstum stabil genug sind, können die Pflänzchen ins Freiland übersiedeln.
Das Beistellen eines Spaliers, als Stütze und Halt für die Pflanze, ist empfehlenswert. Bei manchen Sorten ist das Ausgeizen, das Entfernen der Seitentriebe, notwendig, um Blüten und Früchte zu stärken. In der Blütezeit ist es ratsam die Pflanze öfter sanft zu schütteln, um die Bestäubung genügend zu garantieren. Erst nach drei- bis vier Wochen nach dem endgültigen Umsetzen, kann gedüngt werden.
Zum Düngen bietet der Handel speziellen Tomatendünger mit hohem Stickstoffanteil an, der sich besonders für Kübelpflanzen auf dem Balkon oder der Terrasse eignet, da er im Gegensatz zu der selbst angesetzten Brennesseljauche, dem Hühner- oder Pferdemist nicht stinkt. Hat die Pflanze Früchte gebildet, kann ab einer bestimmten Wuchshöhe die Spitze gekappt werden, um das Ausreifen der Früchte zu fördern.
Tomaten selbst ziehen, entweder mit Samen der Lieblingstomate, mit ausgesuchten Tomatensamen aus dem Samenhandel oder dem Spezereienhandel oder mit geschenkt bekommenen, alten Samen von der Freundin, ist ein spannendes, aufregendes Unterfangen, beim dem besonders Kinder sich gerne beteiligen.
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