Wenn Sie sich am Dekor Ihrer Fliesen satt gesehen haben oder
sich die Farben, die in den 70er Jahren noch „in“ waren, heute nicht
mehr so gut mit ihrer Einrichtung kombinieren lassen, ist es Zeit für
neue Fliesen. Schade nur, dass die Modernisierung von Bad oder
Küche nicht nur Geld, sondern auch Nerven kostet. Baulärm und
der entstehende Schmutz schrecken daher oft von einer solchen Maßnahme
ab.
Eine günstige Alternative zum aufwändigen Entfernen des
Fliesenspiegels bieten Fliesenfarben und –lacke. Bei weitem schneller
aufgetragen, als die alten Fliesen von der Wand geklopft sind, sind sie
ein einfacher Weg zum neuen Wohngefühl.
Fliesenfarben- und lacke kann man günstig im Baumarkt oder
auch im Internet erwerben. In der Regel besteht der Farbauftrag aus
zwei Schichten, der Grundierung und der Endbeschichtung. Bevor Sie mit
der Grundierung beginnen, sollte der erste Schritt aber unbedingt darin
bestehen, den Untergrund zu reinigen. Um zu gewährleisten, dass er
absolut fettfrei ist, empfehlen sich Seifen-, Essig- oder spezielle
Fliesenreiniger.
Außerdem müssen die Fugen auf Risse und Löcher überprüft
werden, damit der Fliesenlack später optimal haften kann. Kleinere
Beschädigungen lassen sich hierbei leicht mit Fugenweiß ausbessern.
Wenn die Silikonabdichtung größere Schadstellen aufweist, sollte sie
mit einem scharfen Messer oder einem Silikonentferner entfernt werden.
Als nächstes sollten Sie an einer verdeckten Stelle testen,
ob die Fugen mit dem Fliesenlack kombinierbar sind. Sollte dieser
wieder abperlen, müssen die Fugen ersetzt oder überklebt werden.
Ebenfalls müssen die Armaturen vor dem Streichen abgeschraubt oder zu
ihrem Schutz abgeklebt werden. Sowohl für die Grundierung, die im
nächsten Schritt aufgetragen wird, als auch für den Fliesenlack, eignen
sich am besten zweikomponentige Epoxidharzlacke. Weil sie sich aus
Fliesenlack und einem speziellen Härter zusammensetzen, sind sie
besonders strapazierfähig.
Für die Grundierung werden die beiden Komponenten
zusammengerührt und zügig auf die Fliesen aufgetragen. Dafür eignet
sich am besten eine feine Schaumstoffrolle, da sich diese auch gut an
stärker strukturierte Fliesenoberflächen anpasst.
Lassen Sie nun die Grundierung über Nacht trocknen. Danach
sollte Sie gleichmäßig abgeschliffen werden, denn eine aufgeraute
Oberfläche bietet optimalen Halt für den Fliesenlack, der nun in
gleicher Weise aufgetragen wird. Nach einer erneuten Trockenphase
können Sie als letzten Schritt die Armaturen wieder anbringen und mit
Fugenweiß oder Silikon verfugen.
Eine Alternative ist das Fugenband, das sich besonders dann
empfiehlt, wenn Sie zuvor viele Fugen entfernen mussten. So schaffen
Sie mit wenigen Schritten eine neue Atmosphäre in Ihren eigenen vier
Wänden, an der Sie bestimmt noch lange Freude haben werden.