Gipskarton hat eine Reihe von Eigenschaften, die es zu einem unentbehrlichen Baumaterial im Trocken- oder Akustikbau und sowohl bei Heimwerkern als auch Baufirmen beliebt gemacht hat. Es verfügt über ein vergleichsweise geringes Eigengewicht, führt zu weniger Flächenverlust als die herkömmliche Massivbauweise, weist einen relativ hohen Feuerwiderstand auf und ist schnell und leicht zu verarbeiten.
Errichtete Wände lassen sich schnell und unkompliziert wieder rückbauen. Seine Anwendung liegt vor allem in der Errichtung leichter, nicht tragender Innenwände, für abgehängte Decken oder für Akustikdecken zur Raumschalldämmung, zur Verkleidung oder Begradigung von Dachschrägen, als Estrichplatten, Unterkonstruktionen in Bad und Küche oder zur Verkleidung von Installationen.
Die Nachteile der Gipskartonplatten sind im Vergleich zu seinen positiven Eigenschaften gering. Es eignet sich nicht für Außenwände, hat eine geringere Stabilität als Massivwände und kann bei hoher Luftfeuchtigkeit Schimmelbildung Vorschub leisten.
Gipskarton gibt es bereits seit mehr als 100 Jahren. Das Patent dafür wurde 1894 in den USA angemeldet, die industrielle Herstellung begann allerdings erst 1910. Heute werden vor allem Naturgipse oder so genannte REA- Gipse (aus Rauchgasentschwefelungsanlagen) verwendet, die beidseitig mit einem Kartonagebezug versehen werden.
Dieser gewährleistet die Festigkeit der Platten.
Neben den normalen Gipskartonplatten, die in verschiedenen handelsüblichen und Sonderformaten angeboten werden, gibt es spezielle für Feuchträume und für besondere Brandschutzanforderungen. Platten, die als Schallschutz genutzt werden sollen, brauchen eine Einlage aus Mineralfasern im Hohlraum.
Durch Einmischen von Zusatzstoffen in den Gips kann eine höhere statische Festigkeit erreicht werden. Als Zusatzstoffe fungieren Kunststoff, Glas oder Zellulose.
Beim Kauf ist daher zu beachten, für welche Zwecke und in welchen Räumen die Platten zum Einsatz kommen sollen.
Die Verarbeitung ist sehr einfach. Die Gipskartonplatten werden auf eine Unterkonstruktion aus Holz oder verzinkte Stahlplatten aufgeschraubt. Bekannt ist auch die Verarbeitung zu so genannten Ständerwänden, einer Konstruktion, in die die Platten eingefügt und befestigt werden.
Um Rissbildungen zu vermeiden, kann eine Bewehrung in Form von Glasfaservlies oder Gitterklebebändern an den Fugen und Verbindungen zu anderen Bauteilen angebracht werden. In den Ecken können Aluprofile als Schutz eingebaut werden.
Fugen sowie Schrauben werden anschließend verspachtelt und die Spachtelflächen danach geschliffen, um eine ebene Oberfläche zu erhalten. Danach können die Gipskartonplatten entweder gestrichen oder tapeziert werden. Vor dem Tapezieren sollte man die Flächen grundieren, damit sich die Tapeten später auch wieder lösen lassen.
Problemlos lassen sich Gipskartonwände auch fliesen. Dazu sollte ebenfalls eine entsprechende Grundierung aufgetragen werden. In den Baumärkten sind neben den Platten auch die entsprechenden Schrauben, Dübel, Grundierungen sowie weitere zur Verarbeitung notwenige Materialien zu erwerben. Bei Unsicherheiten hinsichtlich bestimmter gewünschter Eigenschaften stehen Fachleute zur Verfügung.
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