Bei der Verwendung von Acryl- oder Kunstharz gibt es unterschiedliche Vor- und Nachteile, welche bei der Anwendung und Verarbeitung beachtet werden müssen. Im Folgenden sind die wichtigsten Informationen hierüber aufgeführt und es werden die gängigsten Methoden und Arten von Acryl- und Kunstharz erläutert.
Sowohl bei der Verwendung von Kunst- als auch von Acrylharz ist es empfehlenswert mit einem Zweikomponentensystem zu arbeiten. Im Falle von Acryl besteht dies aus einem deckenden Lack und einer anschließenden Klarlackbeschichtung. Zusätzlich können Härter eingesetzt werden, um die so genannte Vernetzung, also Aushärtung des Harzes zu beschleunigen.
Des Weiteren ist es möglich auch durch eine erhöhte Objekttemperatur diesen Vorgang zu beschleunigen. Wird also das jeweilig zu lackierende Objekt während der Aushärtung auf etwa 60 Grad Celsius erhitzt, kann das Härten ebenfalls beschleunigt werden. Am besten lässt sich dieser Vorgang in einer speziellen Trockenkammer, wie sie auch in professionellen Lackierbetrieben zum Einsatz kommt, realisiert werden.
Zunächst muss vor dem Lackieren eine Auswahl getroffen werden, welches Harz am besten geeignet ist. Der Vorteil des Acrylharzes gegenüber einem Kunstharz ist der schnellere Trocknungsprozess. Allerdings müssen hierbei die auftretenden Spannkräfte berücksichtigt werden. Durch eine schnellere Trocknung sind die Kräfte im Regelfall immer stärker, als sie bei einem langsameren Trocknungsprozess auftreten. Im Regelfall kann davon ausgegangen werden, dass Acrylharz im Gegensatz zum Kunstharz bereits nach zehn bis zwanzig Minuten vollständig abgetrocknet ist. Von einer absoluten Klebefreiheit kann jedoch erst nach etwa einer halben Stunde gesprochen werden.
Hiernach kann dann das Aufbringen einer weiteren Lackschicht, wie beispielsweise eines Klarlackes zum Versiegeln und dadurch Schützen der Oberfläche fortgefahren werden. Ein weiterer Vorteil der Acrylmethode besteht in deren relativ hohen Beständigkeit. So ist etwa die Kratzfestigkeit bei Acrylharz höher, als diese bei Kunstharz gegeben ist. Dies ist besonders beim Lackieren von Fahrzeugkomponenten entscheidend sein.
Durch die Belastungen von Waschanlage und Witterung ist hier eine höhere Festigkeit der Oberfläche sehr empfehlenswert. Nach einer entsprechenden Reinigung der untersten zu lackierenden Schicht, wie auch einer genügenden Grundierung ist durch das Harz ein sehr guter Rostschutz des Untergrundes gegeben.
Auch kleine Stöße können hierdurch abgedämpft werden und verursachen nicht zwangläufig einen deutlichen optischen Schaden an der veredelten Oberfläche. Um jedoch eine gute Haftung für die zweite Schicht zu gewährleisten ist bei der Verwendung von Harzen ein erneutes Schleifen anzuraten.
Bei der Anwendung von reinem Kunstharz wird von einem Einkomponentenverfahren gesprochen. Diese haben den Nachteil einer langsameren Lufttrocknung. Bei der Fahrzeugfabrikation wurde aus diesem Grund nur etwa bis zur Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts auf diese Methode gesetzt. Die langsame Trocknung ermöglicht jedoch auch einen gewissen Vorteil. Dieser wird vornehmlich beim Lackieren von sehr großflächigen Objekten deutlich. Hier wird oft mehr Zeit benötigt. Durch das langsam trocknende Harz werden trotzdem keine Übergänge sichtbar und es kann ein deutlich besseres optisches Ergebnis erzielt werden, als es etwa bei Acrylharzen der Fall wäre.
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