Wer hat nicht schon einmal von einem großen, üppigen
Apfelbaum in seinem Garten geträumt, der zudem jedes Jahr mit
einer Fülle an köstlichen Früchten strotzt. Leider
passen diese Bäume nicht in jeden Garten. Doch auch für die
kleineren Gärten gibt es jetzt Apfelbäumchen, die durch ihre
spezielle Zucht kleiner bleiben. Man kann sie als
„Spindelbäume“ oder „Zwergapfelbäume“
im Fachhandel bekommen. Eines aber haben alle Äpfelbäume
gemein: sie brauchen den richtigen Schnitt zur richtigen Zeit.
Je nach Ziel der Beschneidung kann vom Frühjahr bis zum
Winter
geschnitten werden. Schneiden im Herbst fördert das Wachstum und
den Neuaustrieb am meisten. Aber auch frostfreie Zeiten im Winter sind
durchaus geeignet. Stark wachsende Obstbäume sollten erst im
Frühjahr geschnitten werden. Wird im Sommer geschnitten, kann
sogar ein neues Austreiben der Äste verhindert werden.
Gleich nach der Neupflanzung erfolgt der sogenannte
Pflanzschnitt.
Dieser ist wichtig, damit der Apfelertrag hoch bleibt und damit das
Bäumchen einen gleichmäßigen Kronenaufbau bekommt.
Hierzu werden sämtliche „steil aufgerichteten“
Seitenäste entfernt, die mit dem starken Mitteltrieb konkurrieren,
denn würde man diese starken Seitenäste stehen lassen, kann
sich eine zweigeteilte Krone bilden. Diese besteht oftmals aus zwei
Haupttrieben, die instabil sind und viel zu dicht werden. Zum weiteren
Schneiden des Baumes sollten zusätzlich sämtliche Triebe
(Seiten- und Mitteltriebe) leicht gekürzt werden.
Ein weiterer Rückschnitt empfiehlt sich im nächsten Herbst
nach der Pflanzung. Dies nennt man den Aufbauschnitt. Eine gute
Verzweigung des Baumes soll damit gewährleistet werden.
Unverzweigte Triebe und steil nach oben wachsende Seitenzweige sollten
gekürzt werden. Somit kann die Bildung der fruchttragenden
Äste gefördert werden. Ebenfalls werden jene Triebe entfernt,
welche sehr stark nach unten neigen oder zu sehr an andere Triebe
reiben.
Um die Fruchtbarkeit des Baumes zu erhalten, benötigt er den
Erhaltungsschnitt. Der Erhaltungsschnitt wird durchgeführt, wenn
die Baumkrone voll ausgebildet ist - im Schnitt nach etwa fünf
Jahren. Damit alle Früchte genügend Sonnenlicht bekommen,
werden die steil nach oben und ins Kroneninnere wachsende Triebe
ausgelichtet. An den starken Verästelungen erkennt man das
ältere Fruchtholz, welches nur noch sehr wenig gute Früchte
hervorbringt. Diese alten Fruchtzweige sollten zurückgeschnitten
werden.
Bei älteren Bäumen werden irgendwann die Blüten sehr
schwach und das Fruchtholz zu dünn. Jetzt sollte ein
Verjüngungsschnitt stattfinden. Ein richtig angewandter
Verjüngungsschnitt, kann bei älteren Bäumen oft Wunder
bewirken. Hierbei wird die alte Krone stark verkleinert. Am meisten
werden die oberen Äste gekürzt. Da die unteren Äste
länger bleiben entsteht eine Pyramidenform, welche für eine
optimale Sonnenbelichtung sorgt.