Avocadobäumchen sind mit ihren ganzjährig
dunkelgrünen Blättern und einer gelb-grünen
Blüte im Frühsommer dekorative Zimmerpflanzen. Sie
lassen sich einfach aber mit Geduld aus den Kernen reifer
Früchte ziehen, wobei zwei Methoden gebräuchlich
sind. Der Kern kann entweder direkt in der Erde oder in Wasser zum
Keimen gebracht werden.
Die Avocadofrucht muss mittig sehr vorsichtig aufgeschnitten
werden, damit der Kern nicht beschädigt wird. Um die Keimung
zu vereinfachen, sollte auch die braune Hautschicht entfernt werden,
bevor der Kern mehrere Tage trocknet. Wer sich für die
Variante mit Wasser entscheidet, sollte ein passendes Glas mit einer
Halterung für den Kern verwenden.
Dafür eignet sich
etwa ein Eierbecher oder eine leere Klebebandrolle, in die der Kern mit
der Spitze nach oben hineingesteckt wird. Nun wird das
Gefäß mit Wasser gerade so weit gefüllt,
dass die Kernspitze noch herausragt. Bei gleich bleibendem Wasserstand
muss das Gefäß an einem warmen Ort stehen, bis sich
nach bis zu sechs Wochen Wurzeln bilden. Der Platz sollte ausreichend
hell, aber nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein.
Wenn die Wurzeln
sich ansehnlich vermehrt haben und die Ränder das Glas
erreichen, kann der Kern am besten in nährstoffarme
lehmhaltige Erde umgepflanzt werden, und zwar wieder so, dass die
Spitze ein Stück herausragt. Die Keimung funktioniert ebenso
direkt in feuchter Erde mit einer Schutzabdeckung aus Folie oder im
Gewächshäuschen. Diese Methode empfiehlt sich
allerdings eher für diejenigen, die schon Erfahrung mit der
Avocadozucht haben. Denn da die ersten Wurzeln nicht zu sehen sind,
gibt manch einer während der langen Wartezeit die Hoffnung zu
früh auf.
Die Avocado bringt nur einen einzigen Trieb hervor, der
möglichst früh beherzt abgeschnitten werden muss,
damit das Bäumchen sich verzweigen und zu einer stattlichen
Pflanze heranwachsen kann. Wenn die ersten vier Blätter, die
aus dem Stengel sprießen, sich erkennbar entwickelt haben,
sollte schon der Schnitt vorgenommen werden. Solange sich der Kern noch
nicht vollständig zersetzt hat,
sondern eventuell noch Nährstoffe abgibt, verträgt
die Pflanze keinen weiteren Dünger.
Auch bei der Wasserzufuhr ist mit fortschreitendem Wachstum
weniger mehr: Zwar benötigt die Avocado in der Anfangsphase
viel Wasser, aber später kann zu viel Feuchtigkeit ihr eher
schaden. Im Winter sollte das Bäumchen besonders wenig
gegossen werden, nur wenn es Blätter abwirft, ist dies ein
Anzeichen für einen höheren Feuchtigkeitsbedarf.
Im Sommer braucht es regelmäßig Wasser, dabei
dürfen die Wurzeln allerdings nie in der Feuchtigkeit stehen.
Ein zu hoher Wasserpegel lässt sich daran erkennen, dass sich
die Blätter bräunlich verfärben.
Flüssigkeitszufuhr von oben verträgt die Pflanze
dagegen gut, ihre Blätter sollten ganzjährig
regelmäßig besprüht werden. Der Avocadobaum
braucht immer einen hellen Platz mit möglichst hoher
Luftfeuchtigkeit, der im Sommer warm und zwischen November und Februar
kühler sein sollte.