Wer als Kind Heidelbeeren im Wald suchte und sich die kleinen schmackhaften Beeren auch für seinen Garten wünscht, kann inzwischen zahlreiche Heidelbeersorten im Handel finden. Spezielle Züchtungen von Büschen mit besonders großen Beeren, den so genannten Kulturheidelbeeren, sind aus der Kreuzung der amerikanischen Blaubeere und verschiedener anderer Arten hervorgegangen. Mit der heimischen Waldheidelbeere haben sie wenig gemein. Sie besitzen helles Fruchtfleisch, das weitaus aromatischer ist.
Doch wie auch ihre kleine wilde Verwandte sind sie ein Heidekrautgewächs, das eine besondere Bodenstruktur verlangt. Heidelbeeren brauchen einen sandigen, kalkarmen und feuchten Boden.
Um zu einer guten Ernte zu kommen, lohnt es sich, mindestens zwei Pflanzen zu setzen. Zwar zählt beinahe jede Sorte von Kulturheidelbeeren zu den Selbstbestäubern, doch steigt mit höherer Pflanzenzahl natürlich die Zahl der befruchteten Blüten.
Die kleinen Blütenstände erscheinen teilweise bereits Ende Mai, die Bestäubung erfolgt über Insekten.
Heidelbeeren wachsen in der Natur in feuchten Moorgegenden. Ihre Wurzelballen sind deshalb relativ flach und breiten sich unter der Erdoberfläche aus. Beim Pflanzen sollte deshalb darauf geachtet werden, dass ein Pflanzloch von größerem Umfang aber geringer Tiefe ausgehoben wird. Das optimale Pflanzloch für einen Heidelbeerstrauch ist 1,5 Meter breit und lang sowie 50 bis 60 Zentimeter tief. Der Richtwert für den Abstand zwischen zwei Pflanzen beträgt 1,2 Meter.
Je nach Beschaffenheit des Erdreichs muss die Bodenqualität den Bedürfnissen der Pflanzen angepasst werden. In besonders schweren Boden sollten also Sand, Humus und Laub eingemischt werden. Der Humus sorgt für den richtigen Säuregehalt des Nährbodens.
Eventuell muss dafür gesorgt werden, dass aus kalkhaltigem Boden nicht zuviel Kalk in den Wurzelbereich der Heidelbeerpflanzen dringt. Anderenfalls muss man mit gelben Blättern und stark eingeschränktem Wuchs rechnen. Kalk hindert die Pflanze an der Aufnahme von Eisen. Falls die Pflanzen wiederholt kränkeln kann das Pflanzloch mit einer Folie gegen das Eindringen von Kalk geschützt werden.
Für den außerdem notwendigen Bedarf an Stickstoff sorgt ein Zusatz von Hornspänen im Erdgemisch.
Da die Wurzeln der Heidelbeere sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel reagieren, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sie nicht zu tief gepflanzt wird. Allgemein gilt: Die Pflanze bekommt genügend Sauerstoff, wenn die Oberkante des Ballens oder Topfballens ein bis zwei Zentimeter aus dem Pflanzloch ragt. Der frisch gepflanzte Strauch sollte nun mit Mulch, am besten Rindenmulch und Laub angehäufelt werden.
Wenn die Heidelbeersträucher im Frühjahr gepflanzt werden, ist zu empfehlen, die Blütenansätze zu entfernen. In der Phase des Anwachsens wäre die Pflanze sonst mit der Fruchtbildung überfordert. Nicht nur nach dem Einsetzen des Ballens, sondern vor allem während der ganzen Fruchtbildung und Blüte sollte die Pflanze stets regelmäßig gegossen werden. Bei zu trockenem Boden bildet die Heidelbeere sonst kleine, früh von selbst abfallende Beeren. Gleichzeitig ist Staunässe zu vermeiden. Es muss vor dem Pflanzen darauf geachtet werden, dass das Regenwasser gut abfließen kann, notfalls sollte eine tiefer liegende schwere Bodenschicht vor dem Pflanzen durchbrochen werden.