In jedem größeren Garten sollten
Kirschbäume stehen. Am besten Süß- und
Sauerkirschen zusammen. Süßkirschen brauchen Pollen
anderer Kirschbäume um sich zu befruchten. Im Allgemeinen sind
Sauerkirschen selbst fruchtbar. Bis auf wenige Ausnahmen wie die Sorte
"Königin Hortense" oder "Köröser Weichsel".
Hier muss für einen geeigneten Befruchterbaum in der
Nähe gesorgt werden. Eignen tun sich alle gleichzeitig
blühenden Sauerkirschen.
Pflege und Schnitt bei Sauerkirschen
Der Sauerkirschbaum ist sehr genügsam in seiner
Haltung. Er trägt bei guter Pflege reichliche Früchte
an die der Gärtner durch den Kleinwuchs gut herankommt. Die
Sauerkirsche sollte an einem luftigen Platz, der zwar sonnig, aber
nicht zu heiß ist, stehen. Ein gutes Zwischenmaß
zwischen Vollschatten und praller Sonne muss gefunden werden. Gepflanzt
wird im Herbst, wenn nötig mit einem Stützstab.
Ein behutsamer und regelmäßiger Schnitt sorgt
für guten Fruchtansatz und gesunde Bäume.
Die
Sauerkirsche blüht und fruchtet am einjährigen Holz.
In Bezug auf den Schnitt ist sie robust. Der Sommer wie Winterschnitt
wird gut vertragen. Die Kronen sollten im zeitigen Frühjahr,
wenn keine starken Fröste mehr erwartet werden, geschnitten
und ausgeputzt werden. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die
Bäume noch nicht 'im Saft' stehen. Die Schnittwunden
dürfen nicht bluten. Der erste Schnitt nach der Pflanzung ist
der wichtigste. Es wird ein Mitteltrieb als Leittrieb festgelegt,
nachdem die anderen Seitentriebe geschnitten werden.
Alle anderen
steilen Triebe zum Leittrieb werden weggeschnitten oder abgespreizt,
wenn sie als Seitentriebe brauchbar sind. Die Krone wird im
August/September ausgelichtet. Dabei werden die nach innen wachsenden
Triebe herausgenommen und abgetragene Fruchttriebe um etwa ein Drittel
gekürzt. Junges, dünnes Fruchtholz wird nicht
geschnitten.
Hier bilden sich an den Spitzen wieder viele
Blüten im nächsten Jahr. Beim Ernten sollte folgendes
beachtet werden. Erst mit voller Reife erlangen die Sauerkirschen ihr
volles Aroma. Durch die unterschiedliche Reife kann mehrmals geerntet
werden. Am Besten werden die Kirschen ohne Stiel abgezupft. So wird ein
beschädigen der Rinde vermieden und es entstehen keine Wunden
durch die Schädlinge eindringen könnten.
Pflege und Schnitt bei
Süßkirschen
Die Süßkirsche sollte an einem warmen und
windgeschützten Platz stehen. Wie bei der Sauerkirsche ist der
Erste Schnitt, der so genannte Erziehungsschnitt wichtig und
prägend für die weitere Form der Krone.
Süßkirschen bekommen große Kronen mit
mächtigen Leitästen. Deshalb sollten nach dem
Erstschnitt ein gerader Mitteltrieb und waagerechte Seitentriebe
stehen.
Das vorhandene Gerüst braucht nur weiter ausgebaut
werden, indem steile Konkurrenztriebe zum Mitteltrieb weggeschnitten
werden. Nach innen wachsende, eng stehende und steile Triebe werden aus
der Krone genommen. Der Zuwachs an den Seitentrieben wird waagerecht
nach außen gelenkt. Kurze Seitentriebe mit dicken Knospen, so
genanntes Fruchtholz, bleiben erhalten. Fruchtholz bildet sich ca. 3
bis 4 Jahre nach dem Erstschnitt. Eine richtig erzogene
Süßkirschenkrone braucht später kaum noch
geschnitten werden. Kranke oder abgestorbene Zweige werden am besten im
Sommer geschnitten.