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Gartengemeinschaft - Obstgarten - Obstbäume veredeln

Obstbäume veredeln





Möchte man im Garten eine bestimmte Sorte Karotten anpflanzen, kauft man den entsprechenden Samen, säht ihn aus und erntet die gewünschte Sorte. Bei Obstbäumen ist das nicht so einfach, denn die sind meistens nicht kernecht. Man kann die Kerne zwar aussähen, weiß aber nicht, was einmal aus dem Pflänzchen wird. Um einen bestimmten Obstsbaum zu vermehren oder eine spezielle Sorte zu erhalten, benutzt man daher die Technik der Veredelung, auch Pfropfen oder Pelzen genannt.

Der erste Schritt ist dabei die Gewinnung der Edelreiser und die Vorbereitung der Unterlage. Das Edelreis ist ein einjähriger kleiner Ast oder ein Aststück von dem Baum, der die gewünschte Obstsorte trägt. Tipp: Schneidet man die Edelreiser erst dann, wenn man sie direkt veredeln möchte, hat man keine Probleme mit der Lagerung.

Als Unterlage bezeichnet man den Baum, der später die neue Sorte tragen soll. Für die Veredelung selbst benötigt man eine Baumschere, ein Taschenmesser, ein Okuliermesser, Baumwachs, Verbandsmaterial aus Bast oder Gummi sowie ausreichend Schnur.

Zu jeder Jahreszeit kann man die Chip-Veredelung durchführen.

Dabei genügt ein Stückchen Holz des Edelreises, auf dem sich ein Auge, also eine Knospe befindet. Die Rinde der Unterlage wird mit dem Messer eingeschnitten, aufgeklappt und der Chip hineingedrückt. Anschließend umwickelt man die Veredelungsstelle mit Bast und dichtet sie mit Baumwachs ab.

Im Frühjahr wendet man den Geißfußschnitt zur Jungbaumveredelung an. Das Edelreis und die Unterlage sollten ungefähr die gleiche Dicke haben. Etwa zwanzig Zentimeter oberhalb der Wurzel wird in die schräg angeschnittene Unterlage eine keilförmige Kerbe geschnitten, in das ebenfalls schräg angeschnittene Edelreis eine passende Spitze. Tipp: Die Schnitte sollte man vorher üben, bis die Teile perfekt ineinander passen. Das Edelreis sollte knapp oberhalb der Schnittstelle ein Auge haben und nur maximal drei weitere. Zur Umveredelung eines älteren Baumes wendet man im Frühjahr das „Anplatten“ an. Hierbei wird das Edelreis mit dem Kopulationsschnitt dreiflächig angeschnitten und in die Rinde der Unterlage gesteckt. Das kann überall am Stamm erfolgen oder seitlich um die Sägefläche herum. Tipp: Je mehr Reiser eingebracht werden, desto größer ist die Chance auf Erfolg.

Im Sommer verwendet man die Technik des Okulierens. Dabei wird nur ein Auge des Edelreises vorsichtig abgelöst und in die Rinde der Unterlage eingebracht. Bei allen Schnitten muss die Veredelungsstelle umwickelt und mit Baumwachs abgedichtet werden. Außerdem sollte man die Kennzeichnung nicht vergessen. Damit man die Obstsorte auch nach vielen Jahren noch identifizieren kann, muss die Kennzeichnung langlebig sein, zum Beispiel aus Plastik.




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