Fruchtbäume bringen Hoffnung. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs machte die fälschlicherweise Martin Luther zugeschriebene Losung "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen" die Runde. Der Sachbuchautor Hoimar von Ditfurth veröffentliche 1985 sein Bestseller-Sachbuch "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen". Die bereits von den Römern aus Persien eingeführten Pfirsiche sind noch süßer und saftiger als Äpfel. Der von den Römern verwendete Begriff "Malum persicum" heißt wörtlich übersetzt "Persischer Apfel". Wer in milden und sonnigen Lagen wohnt, kann in Deutschland ein fruchttragendes Pfirsichbäumchen heranziehen. Dazu muss man einen Pfirsichkern einpflanzen.
In jedem Pfirsichkern steckt genau ein Pfirsichbaum
Der Pfirsichbaum (wissenschaftlicher Name: Prunus persica) trägt charakteristische, sehr saftige und fruchtfleischreiche Steinfrüchte, die einen sehr harten, furchtigen und im Fruchtfleisch fest verankerten Steinkern aufweisen. Diesen Steinkern pflanzt man, wenn man einen neuen Pfirsichbaum heranwachsen sehen möchte. Jeder Steinkern enthält genau einen Pfirsichsamen, in dem der von nahrhaftem Endosperm umgebene Embryo für einen neuen Pfirsichbaum enthalten ist. Man darf den zu pflanzenden Pfirsichkern nicht knacken, denn das würde den Pfirsichsamen verletzen. Beim Pflanzen eines Pfirsichbaums besteht die Wahl zwischen einer ganzen Reihe unterschiedlicher Pfirsichsorten.
Im Winter muss der Pfirsichkern ruhen
Beim Pflanzen eines Pfirsichkerns ist viel Geduld nötig.
Normale Verbraucher essen die Pfirsiche im Sommer und fragen sich dann, ob sie die Steinkerne gleich pflanzen könnten. Dabei muss beachtet werden, dass die Keimung eigentlich erst im nächsten Frühjahr zu erwarten ist. Nach dem Pfirsichverzehr sind die zu pflanzenden Kerne am besten erst einmal zu stratifizieren. Es ist nämlich nötig, den Pfirsichkernen eine kleine Wintersimulation zu bieten. Das heißt, dass die eingepflanzten Kerne im Winter dunkel und kühl zu lagern sind, wobei sie vor extremer Kälte geschützt werden müssen. Man stellt daher die Töpfe mit den Kernen in einen feuchten, kühlen, aber nicht extrem kalten Keller. Als Aufzuchterde eignet sich normale Blumenerde. Eine Alternative ist das Stratifizieren in einer feuchten Sandschale. Dann müssen die Pfirsichkerne im Frühjahr in die Blumenerde eingepflanzt werden.
Wo es guten Wein gibt, schmecken auch die Pfirsiche
Wer schöne große Pfirsichfrüchte bekommen möchte, sollte den Pfirsichkern an einen sonnigen, warmen Standort pflanzen. Ein guter Standort-Indikator ist der Weinanbau. In einer Gegend, in der Weintrauben kultiviert werden, ist es auch aussichtsreich, einen Pfirsichkern zu pflanzen, besonders an sonnigen und fruchtbaren Hängen. In Gebieten, wo die Winter hingegen sehr kalt sind, lassen sich keine Fruchtversprechenden Pfirsichbäume pflanzen. Der eigene Pfirsichbaum im Garten hat den Vorteil, dass man die süßen und saftigen Früchte direkt reif, ohne dass Nachreifung erforderlich wäre, vom Baum pflückt.