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Gartengemeinschaft - Obstgarten - Weinreben schneiden

Weinreben schneiden





Der Schnitt des echten Weins dient der Ertragssteigerung. Jahrtausende an Erfahrung im Weinbau haben zu strengen Regeln für den Rebschnitt geführt, die im darauf abzielen, wenige, aber kräftige Triebe mit reichem Fruchtansatz zu bekommen.

Besonders wichtig ist der Zeitpunkt des Rebschnittes: dieser muss erfolgen, bevor der Saft in die Triebe steigt. Bei uns ist der Schnitt Ende Februar an frostfreien Tagen durchzuführen und sollte spätestens Anfang März abgeschlossen sein. Im Unterschied zu den meisten Gewächsen darf der Rebschnitt nicht direkt über einer Knospe erfolgen, sondern etwa mittig zwischen zwei Knospen.

Als Werkzeug dient gewöhnlich eine Einhandschere, wobei Modelle mit einem Rollgriff leichter zu bedienen sind und der Blasenbildung vorbeugen.

Die Durchführung des Schnittes ergibt sich aus der Art, wie ein Rebstock "erzogen" wird: in südlichen Ländern ist das schon von den Römern angewandte Gobelet-System noch vorherrschend: der Weinstock wird auf eine Höhe von etwa 50 cm geschnitten, wodurch er einen kräftigen Stock ausbildet. Von den daraus austreibenden Trieben werden die drei kräftigsten belassen, während alle anderen Triebe entfernt werden.

Im Herbst zieht das Gewicht der Trauben dann diese Triebe wie die Äste einer Trauerweide nach unten. Ein so erzogener Weinstock benötigt keinerlei Stütze.

Besonders im Anbau qualitativ hochwertiger Weine wird das Guyot-System verwendet, bei welchem eine Rute mit bis zu 15 Augen am Stock verbleibt, die waagrecht an einem Drahtrahmen befestigt wird. Aus ihr treiben senkrechte Triebe aus. Eine zweite Rute wird auf zwei Augen zurückgeschnitten und somit als Rebenträgerin für das folgende Jahr vorbereitet.

Das Cordon-System ist besonders für Massenträger geeignet und erfordert nur geringe Kenntnisse im Rebschnitt. Hier verbleibt ein waagrechter Trieb auf Dauer unangetastet am Drahtrahmen, der bald verholzt und aus vielen Sprossen Frucht tragende Triebe ausbildet.

In Deutschland wird die Bogenerziehung häufig angewendet, bei welcher ein, manchmal auch zwei, Triebe stehen bleiben und bogenförmig angebunden werden. Als Stütze dient ein Drahtrahmen oder ein Holzpfahl. Vorteil dieser Erziehung ist, dass die Reben viel Sonne abbekommen und Wärme tanken können.

Der Fruchtholzschnitt selbst wird entweder als Zapfenschnitt oder als Bogrebenschnitt ausgeführt. Ist der Weinstock recht Schwachtriebig, muss ein Zapfenschnitt vorgenommen werden, wobei der oberste Trieb komplett entfernt und die restlichen Triebe auf zwei Augen zurückgeschnitten werden. Beim Bogrebenschnitt wird dagegen der tiefer am Stock liegende Trieb auf zwei, der höhere Trieb auf 6 bis 8 Augen zurückgeschnitten.

Da ein dichtes Blattwerk den Trauben die Sonne nimmt, müssen den Sommer über immer wieder Blätter weggeschnitten werden, dies dient auch einer besseren Luftzirkulation und verhindert Schimmel. Wenn Wert auf große Trauben und einen konzentrierten Rebsaft gelegt wird, dann muss der Weinstock im Sommer nochmals geschnitten werden. In diesem Fall werden nur wenige kräftige Trauben ausgesucht und alle anderen weggeschnitten, damit sich die Kraft des Rebstocks auf die verbliebenen Trauben konzentriert.


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