Im Handel werden organische Dünger, meist in Form flüssiger
Lösungen und organische Dünger, meist in fester Form
angeboten. Die organischen Dünger bezeichnet man auch als
Pflanzendünger, da die darin enthaltenen Nährelemente von den
Wurzeln direkt aufgenommen werden können. Sie wirken schnell, wenn
man sie in der vom Hersteller angegebenen Konzentration anwendet.
Leider werden die Anteile an Spurenelementen häufig nicht auf den
Packungen aufgeführt. Daher ist ein gelegentliches Wechseln der
handelsüblichen Präparate empfehlenswert.
Gedüngt wird niemals bei trockenem Substrat, da die
Düngerlösung sonst die feinen Wurzelspitzen verbrennt. Es
wird also erst ausreichend gewässert und etwa eine Stunde
später der Dünger verabreicht. Die im Bonsaifachhandel
angebotenen organischen Dünger haben meist Pulver- oder Kugelform.
Sie sind nach traditionellen japanischen Rezepturen zusammengestellt
und können bedenkenlos eingesetzt werden.
Pulverdünger wird auf die Substratoberfläche gestreut und
nach Verbrauch durch neuen ersetzt. Kugeldünger legt man auf den
Boden, nach ihrem Verbrauch werden an anderer Stelle neue aufgelegt.
Die Anzahl der Düngerkugeln hängt von der Größe
der Schalenoberfläche ab. Bei allen organischen Düngern
entsteht bald eine Schimmelschicht, die andeutet, dass der Dünger
von den Mikroorganismen aufbereitet wird.
Zum Schluss bleiben vom Dünger unverwertbare, schwarze, harte
Reste übrig, die man absammelt, bevor neuer Dünger gegeben
wird. Freilandbonsai sind einem deutlichen Jahreszeitenwechsel ausgesetzt.
Entsprechend wird nur in der Wachstumszeit vom Frühjahr bis zum
Herbst gedüngt. Sobald sich die Knospen öffnen, beginnt man
mit dem Düngen. Bei Flüssigdünger gibt man alle zwei
Wochen die Lösung ins Gießwasser.
Achten Sie darauf, nicht auf trockenen Boden zu gießen! Im
Frühjahr und im Sommer kann der Dünger einen höheren
Stickstoffanteil haben. Im Herbst erfolgt die Abschlussdüngung mit
einem Phosphor-Kalium-Dünger.
Im Winter werden Freilandbonsais auf keinen Fall gedüngt.
Eine
Winterdüngung verursacht unweigerlich schwere Schäden an den
Freilandbonsai. Die erhöhte Salzkonzentration im Boden entzieht
den Wurzeln das Wasser, und der Bonsai vertrocknet bei feuchtem Boden.
Für Kalthauspflanzen gilt im Prinzip das Gleiche wie für die
Freilandbonsai. Lediglich bei wärmerer Überwinterung, bei der
die Laubbäume weiterhin ihr Laub behalten, wird im Winter alle
vier Wochen gedüngt. Zimmerbonsai werden in der Wachstumszeit
genauso gedüngt, wie Freilandbonsai. Im Winter erhalten sie wegen
des reduzierten Wachstums nur alle vier Wochen eine Düngergabe.