Einen Oleander durch Ableger zu vermehren, ist gar kein
Problem, wenn man dabei einige grundlegende Dinge beachtet. Genau so,
wie man nur junge, gesunde und kräftige Triebe als Steckling
verwenden sollte, ist es auch wichtig, sich in den Wochen der
Wurzelbildung gut um die Pflanze zu kümmern.
Der immergrüne Oleander gehört zu den Garten
– und Zierpflanzen, die ursprünglich im
Mittelmeerraum beheimatet waren und in Deutschland nun zu den besonders
beliebten Kübelpflanzen zählen. Die beste Zeit, um
Ableger zu pflanzen, sind die Monate Juni bis September.
Dazu bereitet man Stecklinge aus jungen Triebspitzen vor, die noch
keine Blüten tragen. Mit einem scharfen Messer trennt man sie
von der Mutterpflanze etwas unterhalb eines Blattansatzes ab, und zwar
so, dass die Schnittstelle nicht gequetscht wird, sondern eine saubere,
glatte Fläche ergibt. Die Stecklinge, von denen man die
unteren Blätter alle entfernt hat, kommen in ein
Gefäß mit Wasser, wo sie innerhalb von etwa vier
Wochen feine Wurzeln bilden. Dabei sollten sie nicht weiter als
fünf Zentimeter tief im Wasser stehen, das außerdem
regelmäßig gewechselt werden muss, da die Ableger
Säfte aussondern, die das Wurzelwachstum behindern
können. Sind die Würzelchen zwischen einem und zwei
Zentimeter lang, ist es Zeit, den Steckling in die Anpflanzerde zu
setzen.
Gewitzte Gärtner beschleunigen das Wurzelwachstum,
indem sie die Ableger in spezielles Stecklingspulver tauchen, das ein
Wachstumshormon enthält, und sie erst dann in die Anzuchterde
verpflanzen. Anschließend müsse die Pflanzen gut
gewässert werden. Weil die winzigen Wurzeln noch nicht in der
Lage sind, Wasser zu speichern, ist für ausreichende
Luftfeuchtigkeit zu sorgen, zum Beispiel, indem man ein
großes Glas über den Pflanztopf stülpt,
oder einen durchsichtigen Plastikbeutel so an in die Erde gesteckten
Drähten über der Pflanze befestigt, dass er sie
rundherum umgibt, aber nicht berührt.
Wenn die Wurzeln stark genug geworden sind und die Ableger des
Oleanders sich deutlich vorwärts entwickelt haben, pflanzt man
sie in einen Topf mit normaler Blumenerde um. Der junge Oleander
braucht immer noch viel Wasser und außerdem genug
Sonnenlicht, sollte aber nicht direkt in der Sonne stehen, sondern
lieber an einem nach Osten oder Westen ausgerichteten Fenster stehen
oder an einem gut geschützten Ort im Freien. Über
Winter übrigens brauchen die Ableger nur noch so viel Wasser,
das ihr kleiner Wurzelballen nicht austrocknet.
Wenn man früh genug mit der Vermehrung des Oleanders durch
Ableger begonnen hat und alles besonders gut läuft,
blüht die Pflanze vielleicht schon im nächsten
Sommer. Spätestens aber im Jahr darauf sollte der Oleander
eine Zierde für Garten oder Terrasse geworden sein.
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