Orchideen zählen mittlerweile zu einer der beliebtesten Zierpflanzen und schmücken verschiedene Räumlichkeiten. Ihre Vielfalt mit bis zu 30.000 verschiedenen Arten erlaubt für jeden Geschmack etwas. Unterschiedliche Größen und Farben verzaubern ihre Betrachter. Dank ihrer Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit wachsen Orchideen fast in jedem Ökosystem.
Viele Gärtnereien und Baumärkte bieten die außergewöhnlichen Blumen an. Auch Tauschbörsen ermöglichen es den Hobbysammlern, neue Orchideenarten zu erhalten.
Orchideen züchten ist mit einer gewissen Raffinesse verbunden. Auf dem Markt gibt es keine Orchideensamen zu kaufen, da die Zucht knifflig ist. Unterschieden wird zwischen zwei Arten der Vermehrung. Für gewöhnlich sind die Blüten der Orchideen zweigeschlechtlich, ausgenommen davon sind einige Gattungen. Die zweigeschlechtlichen Blüten werden in der Natur durch bestimmte Insekten wie beispielsweise Ameisen oder Fliegen bestäubt.
Diese nehmen von einer anderen Orchidee den Samen mit, um an den Nektar zu gelangen. Auch Kolibris dienen zum Besamen der Orchideen. Diese geschlechtliche Vermehrung bringt einen Samenbeutel hervor, der mit der Zeit gelb wird und aufbricht.
Millionen Samen werden in der freien Natur durch den Wind heraus getragen. Diese Methode der Zucht ist auch bei Hobbygärtnern möglich. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die Mutterpflanze stark genug ist, um den Samenbeutel hervorzubringen. Dazu sollte sie mindestens zwei Blüten tragen. Zudem sollten die Blüten schon einige Tage geöffnet sein, jedoch nicht zu lange, da sonst eine Samenaufnahme nicht mehr möglich ist. Die neuen Pflanzen, die daraus entstehen, werden auch Hybriden genannten.
Die zweite Variante der Vermehrung bringt die Orchidee selber hervor. Kindeln wird das Verfahren genannt. Dabei wächst eine zweite Pflanze am Mutterstock heran. Diese ist eine genaue Kopie der Mutterpflanze, während die Pflanzen bei der Bestäubung von beiden gebenden Pflanzen Teile mitbekommen und unterschiedlich aussehen. Das Kind kann, wenn es mindestens drei Wurzeln besitzt, abgenommen und eingepflanzt werden. Eine erste Blüte dauert jedoch meist Jahre. Mit genug Geschick und Gespür für die sonst recht pflegeleichten Pflanzen lassen sich auch aus anderen Teilen Kopien und damit neue Orchideen ziehen.
Eigene Neuzüchtungen und Kreuzungen aus zwei verschiedenen Pflanzen gelingen erst nach einigem Probieren.
Diese können zum Schutz mit eigenem Namen in einem Register, der so genannten Sanders Liste, eingetragen werden. Damit ist der Name geschützt und die Pflanzen können auch nur unter diesem Namen weiter verkauft werden.
Orchideen sind sehr genügsame Pflanzen. Ihre Wurzeln nehmen das Sonnenlicht, Nährstoffe und Wasser auf und sorgen damit für das entsprechende Wachstum. Sie können allerdings auch als Halteorgan dienen. Die Pflanze benötigt nicht viel Wasser und nur wohl dosierten Dünger meist zur Blütezeit, um die Blüten zu kräftigen.