In den letzten Jahren erfreut sich die Zamioculcas (Z.
zamiifolia) oder Kartonpapierpalme immer größer
Beliebtheit als Zierpflanze. Ursprünglich aus Ostafrika
stammend, kann das Aronstabgewächs in seiner Heimat eine
Größe von bis zu ein Meter fünfzig
erreichen.
Die kultivierten Exemplare erreichen meist eher geringere
Ausmaße, da die künstlichen Bedingungen und
mitteleuropäische Temperatur- und Lichtverhältnisse
nur verringerte Vegetationszyklen zulassen. Für
Hobbyzimmergärtner eignet sich diese Pflanze
ausgesprochen gut, da sie unter unterschiedlichen Bedingungen gedeihen
kann und besonders hinsichtlich ihrer Vermehrung ein durchaus
interessantes Gewächs darstellt.
Am einfachsten ist die vegetative, also ungeschlechtliche
Vermehrung. Die Zamioculcas kann zwar künstlich
bestäubt werden und bildet dann auch Früchte aus,
doch erzeugt sie meist erst im höheren Alter Blüten.
Viel einfacher ist es, ‚junge’ Pflanzen aus
Ablegern herzustellen.
Dafür sollte die Mutterpflanze unbedingt in gutem
Gesamtzustand sein. Von einer bereits kümmernden Pflanze
Ableger zu nehmen, bekommt weder ihr selbst noch werden die neuen
Pflanzen sonderlich gut gedeihen.
Die Aronstabgewächse sind recht ursprüngliche
Pflanzen, die verhältnismäßig leicht an
verschiednen Stellen des Sprosses neue Wachstumszonen (Meristeme)
ausbilden können. Diesen Umstand macht man sich bei der
Zamioculcas zu nutze, in dem man ihr einfach Blätter abnimmt
und diese in ein feuchtes Substrat steckt. Die ursprüngliche
Sprossachse kann dabei unangetastet bleiben. Die Blätter
werden einfach nach unten abgezogen, am besten welche vom unteren Teil
der Pflanze, die an der Mutterpflanze ohnehin nicht mehr ausreichend
Licht abbekommen.
Die Zamioculcas mag keine pralle Sonne, verträgt aber
Halbschatten und auch schattige Standorte gut. Genauso mögen
es auch die Blattstecklinge. Wichtig ist, für eine konstant
warme Temperatur zu sorgen, um die zwanzig Grad Celsius sind ideal.
Hohe Luftfeuchtigkeit kann mit einer lichtdurchlässigen
Plastikhaube auf dem Gefäß erreicht werden. Diese
muss dann aber wenigstens zweimal täglich kurz
gelüftet werden, wobei auch gleich das Kondenswasser
abgewischt werden sollte. In diesen Tropfen bilden sich sonst schnell
Schimmelpilze, was den jungen Pflänzchen in Folge nicht gut
bekommt.
Als Substrat für die Blattstecklinge wäre wie
für die reife Pflanze auch vorzugsweise lockere Palmenerde zu
wählen. Reichhaltig an Nährstoffen sollte die Erde
sein, darf allerdings das Gießwasser nicht zu lange
festhalten. Stauende Nässe bekommt der Zamioculcas gar nicht,
ihre Wurzeln erleiden schnell Fäulnisschäden.
Bis die Blätter tatsächlich Wurzeln
ausbilden, können mitunter Monate vergehen. Hier muss geduldig
gewartet werden. Hat man ein besonders lockeres, krümeliges
Substrat gewählt, kann man gelegentlich (also nicht zu oft!)
ein Blatt behutsam herausziehen und auf Wurzeln kontrollieren.
Die Hauptsprossachse versucht immer, ihre Blätter zum Licht zu
wenden und streckt sich auch der Sonne entgegen. Um ein
gleichmäßiges Wachstum und statische Balance des
jungen Pflänzchens zu erreichen, sollte der Pflanztopf daher
regelmäßig leicht gedreht werden.
Eine weitere Möglichkeit, aus einer Pflanze zwei zu machen,
ist die Längsteilung. Dies empfiehlt sich jedoch nur bei
üppig wachsenden Exemplaren.