Mit einer Gegenstromanlage, auch als Gegenschwimmanlage
bezeichnet, kann man selbst in kleinsten Becken und Pools so lange
geradeaus schwimmen, wie man möchte. So lässt sich ganz leicht die
eigene Kondition stärken, und das Wenden am Beckenrand gehört der
Vergangenheit an. Gegenstromanlagen erzeugen mit viel Druck einen
Strahl aus Wasser und Luft, gegen den man anschwimmen kann.
Man unterscheidet zwei unterschiedliche Systeme, die sich je
nach Art des vorhandenen Schwimmbeckens eignen: die
Einhänge-Gegenstromanlage und die Einbau-Gegenstromanlage. Bei bereits
bestehenden Becken ist es am sinnvollsten, eine Einhängeanlage zu
wählen. Bei neu gebauten oder zu sanierenden Pools empfiehlt sich die
Einbauanlage. Eine Gegenstromanlage besteht aus der Pumpe, die den
starken Wasserstrahl abgibt, den Einspritzdüsen, einem Roh- und einem
Fertigbausatz, sowie eventuell einem Flanschsatz.
Aufbau einer Gegenstromanlage
Das Wichtigste an einer Gegenschwimmanlage ist die Pumpe. Die
Pumpe einer Gegenstromanlage kann zwischen 40 und 80 m³ Wasser pro
Stunde fördern - das ist etwa 10 mal stärker als die Pumpe einer
Filteranlage. Eine herkömmliche Badewanne wäre von der Pumpe einer
Gegenschwimmanlage in wenigen Sekunden gefüllt.
Einstrahldüse einer Gegenschwimmanlage
Die Gegenstromanlage saugt das Wasser aus dem Becken ab und
pumpt es durch die Einstrahldüse wieder hinein. Dadurch erzeugt sie
einen kräftigen Wasserstrahl. In einem Meter Entfernung beträgt die
Wassergeschwindigkeit circa 7 km/h - damit kommen auch geübte Schwimmer
auf ihre Kosten. Wer weniger Druck wünscht, regelt entweder die
Leistung herunter, oder schwimmt in größerer Entfernung gegen den Strom
an.
Rohbausatz
Als Rohbausatz bezeichnet man das Gehäuse, das benötigt wird,
um die Anlage am Schwimmbecken zu befestigen. Es wird beim Neubau in
die Beckenwand eingeschalt. Ein Rohbausatz (auch als Vormontagesatz
bezeichnet) sorgt für die Dichtigkeit im Becken und kostet zwischen 200
und 500 Euro.
Fertigbausatz
Das ist die eigentliche Anlage mit Pumpe, Rohren, Steuerung,
Einstrahldüsen und Absperrhähnen. Letztere werden bei Wartungsarbeiten
für Saug- und Druckleitung benötigt.
Flanschsatz
Der Flanschsatz wird bei mit Folie ausgekleideten
Schwimmbecken benötigt und dichtet die Gegenstromanlage gegenüber der
Folie und der eigentlichen Beckenwand ab.
Neubau oder Nachrüsten?
Wer den Neubau eines Swimmingpools plant, sollte den Einbau
einer Gegenschwimmanlage von vornherein mit berücksichtigen, selbst
wenn dieser erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll. In diesem
Fall sollte man nur den Rohbausatz kaufen und diesen in einen Schacht
mit einlassen. Soll die eigentliche Anlage (aus finanziellen Gründen)
erst später angeschafft werden, sollte der Rohbausatz solange mit einer
entsprechenden Blindplatte abgedichtet werden.
Zum Nachrüsten in einen bestehenden Pool eignen sich
Gegenschwimmanlagen zum Einhängen über den Beckenrand. Hier sind
sämtliche Komponenten der Gegenstromanlage in einem Gehäuse
zusammengefasst.
Extras
Zahlreiche Zusatzoptionen sorgen beim Schwimmvergnügen gegen
den Strom für noch mehr Komfort: Massagedüsen, Luftsprudeldüsen,
schwenkbare Einstrahldüsen, Haltegriffe, Unterwasserscheinwerfer - der
Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.