Bepflasterungen von Wegen und Flächen kennt man schon seit
über 6000 Jahren. Babylonier und Ägypter nutzen Pflasterwege,
um Waren leichter transportieren zu können. Die Römer
brachten dann entscheidende Verbesserungen in die Pflasterverarbeitung
ein. Sie erkannten die Vorteile von tragfähigen Unterbauten, um
die Stabilität ihrer Hauptstraßen zu verbessern.
Sie hatten zwei Bauweisen, in einem sumpfigen Gelände wurde
zunächst eine Tragkonstruktion aus quer- und
längshölzern gebaut, auf die dann das Pflaster verlegt werden
konnte. Auf festem Boden dagegen wurden erst grobe Bruchsteine, danach
Schotter oder Kies, dann Sand aufgeschüttet. In den Sand wurde
dann die Bepflasterung, bestehend aus Kalk- oder Basaltstein
unregelmäßig eingebettet. Außerdem wurde noch eine
Querneigung eingebaut, damit das Wasser abfließen konnte. Im
China des frühen Mittelalters wurden wiederum Kieselsteine
verlegt, um Straßen zu befestigen und Gärten zu verzieren.
Dazu wurden die Kieselsteine sogar nach Größe und Farbe
sortiert, um Ornamente legen zu können.
Diese Verlegeprinzipien sind auch heute noch gültig,
allerdings
wird heute auch auf Steine aus Holz, Beton, Naturstein,
Hochofenschlacke und Klinker zurückgegriffen. Im frühen
Mittelalter hatte die Bepflasterung von Wegen jegliche Bedeutung in
Europa verloren, und wurde erst wieder im 18. und 19. Jahrhundert
interessant. Da gepflasterte Wege aber niemals so gerade und eben sein
können, wie asphaltierte Wege und Straßen, wurden nach und
nach alte Pflasterwege entfernt und durch Beton und Asphalt ersetzt.
Als aber die Verkehrsberuhigung und städtische Denkmalpflege
wichtiger wurde, kamen auch die Pflastersteine wieder zum tragen.
Wer Pflastersteine verlegen möchte, muss sich darüber im
Klaren sein, dass es wesentlich leichter aussieht, als es in
Wirklichkeit ist. Es belastet den Rücken und die Knie enorm. Wer
in dieser Hinsicht nicht ganz fit ist, sollte wirklich überdenken,
ob er selber pflastert oder pflastern lässt. Denn schon eine
durchschnittliche Terrasengröße erfordert dreimal so viel
Zeit und Sorgfalt, wie eine geflieste Terrasse. Besonders dann, wenn
Sie auf Natursteine zurückgreifen möchten. Dann müssen
wie im alten China, die Steine vor Pflasterbeginn schon mal sortiert
werden, denn der Mörtelsand, der heute aufgetragen wird, anstelle
von purem Sand, ist nur einige wenige Stunden aufnahmefähig, dann
härtet er aus.
Auch muss darauf geachtet werden, dass die Pflasterung zur
Fläche
passt. Wollen sie einen kurzen schmalen Weg Pflastern, sollten sie
kleine Steine nehmen, da große Steine höchstwahrscheinlich
eine „erschlagende“ Wirkung haben. Bei Einfahrten wiederum
sollten sie bedenken, dass große Fugenabstände ziemlich
laute Fahrgeräusche verursachen. Und wenn Sie nicht jedes Jahr neu
pflastern wollen, sollten Sie sich gut überlegen, was wohin kommt.