Die lateinische Bezeichnung für den ursprünglich aus China und Japan stammenden asiatischen Marienkäfer lautet „Harmonia axyridis“.
Wegen der Vielfarbigkeit wird er öfters auch als „Harlekinkäfer“ bezeichnet. Das, die Anzahl der Punkte sowie seine enorme Gefräßigkeit unterscheiden ihn von seinen in Europa ansässigen Artgenossen. Zwischen 100 und 270 Blattläuse am Tag gehören auf seinen Speiseplan. Findet er die nicht, müssen auch ein Artgenosse oder ihre Larven als Futter herhalten.
Dazu kommt, dass er in Europa über keine natürlichen Feinde verfügt. Wird der asiatische Marienkäfer gestresst, sondert er übel riechende, bittere und giftige Hämolymphe ab, die andere Tierarten von ihm fern halten.
Wegen seiner Gefräßigkeit kam er überhaupt erst nach Europa, wo er ähnlich wie bereits in Amerika zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurde. Zunächst nahm man an, dass er nur in Gewächshäusern überleben könnte, bis 2001 in Belgien die ersten frei lebenden Exemplare gefunden wurden, die sich rasant fortpflanzen
Seit 2002 treten sie auch in Deutschland auf, wobei es keine genauen Angaben über ihr Verbreitungsgebiet gibt.
Zur Plage werden die asiatischen Marienkäfer im Herbst, wenn sie sich zu Schwärmen sammeln und ein Winterquartier suchen. Dabei werden sie vor allem von hellen oder von der Sonne angestrahlten Gebäuden angezogen, in denen bis zu tausend Exemplare Unterschlupf nehmen können.
Sie suchen sich in Fußböden, Decken, Dachböden und ähnlichen Orten kühle, trockene Plätze, verfallen in eine Starre und wachen erst im Frühjahr wieder auf, um erneut auszuschwärmen. In dieser Zeit brauchen die asiatischen Marienkäfer keine Nahrung, sondern brauchen das gespeicherte körpereigene Fett auf. Außerdem können sie, geraten sie während der Weinlese in die Verarbeitungskette, durchaus den Wein verderben. Die bereits erwähnte abgesonderte Körperflüssigkeit kann den Geschmack des Weines beeinträchtigen und damit auch zu Qualitätsminderungen führen.
Hinsichtlich der Bekämpfung der asiatischen Marienkäfer existieren unterschiedliche Methoden, wobei man sich im Allgemeinen drüber einig ist, dass der Käfer weder Schaden anrichtet, noch Krankheiten überträgt. Lästig ist er vor allem wegen der großen Anzahl, in der er auftritt.
Es wird allen Hausbesitzern dazu geraten, die Häuser mit entsprechenden Schutzvorrichtungen zu versehen, damit der Käfer gar nicht erst die Möglichkeit hat, einzudringen. Dazu sollten Risse oder Beschädigungen am Putz, an der Fassade, an Fenstern oder Türen versiegelt bzw. ausgebessert werden. An Dachüberhängen oder Versorgungsrohren können angebrachte Insektengitter hilfreich sein. In Bezug auf die Verwendung von Vanille, Lorbeerblätter oder Kampfer im Bereich der Fenster gibt es zwar keine gesicherten Erkenntnisse, allerdings werden sie als Hilfsmittel immer wieder erwähnt.
Sollte sich trotzdem ein Schwarm der asiatischen Marienkäfer im Haus befinden, so hilft die einfache Methode, die Insekten mittels Kehrschaufel und Besen aufzusammeln und ins Freie zu bringen.
Einige raten zur Beseitigung mittels Staubsauger, andere warnen davor, um den Käfer nicht zu stressen. Zertreten oder die Anwendung giftiger Substanzen haben den gleichen Effekt, deshalb sollte darauf verzichtet werden.