Die aus Nordamerika stammende Bisamratte ist im eigentlichen Sinne gar keine Ratte. Vielmehr gehört der auch in Europa weit verbreitete Nager zur Familie der Wühlmäuse und ist deren größter, lebender Vertreter. Ihren Namen verdankt die Bisamratte zum einen ihrem rattenartigen Aussehen und zum anderen dem starken Moschusduft, den die Männchen verströmen. Bisam ist eine andere Bezeichnung für Moschus und leitet sich zudem vom türkischen ‚besem’ ab, das ‚Geruch’ bedeutet. Das gerne für Pelzbekleidung verwendete Fell der Bisamratte wird kurz als Bisam bezeichnet.
Der Lebensraum der Bisamratte sind stehende und fließende Gewässer, sie hält sich die meiste Zeit im Wasser auf. Der hervorragende Schwimmer und Taucher wirkt an Land vergleichsweise unbeholfen und legt auch seinen Bau direkt am Ufer an.
Da es die Bisamratte immer in wasserreiche Bereiche zieht, kann es auch vorkommen, dass sie den liebevoll gepflegten Gartenteich als Revier wählt und sich hier häuslich einrichtet.
Ob Bisamratten als Schädlinge oder als wichtiger Bestandteil des hiesigen Ökosystems angesehen werden sollten, ist umstritten. Vor Bisamratten geschützt werden müssen in erster Linie Anlagen, die dem Hochwasserschutz dienen. Durch ihre ausgiebige Wühltätigkeit stellen Bisamratten für solche Anlagen eine echte Gefährdung dar.
Sie können jedoch auch im heimischen Garten durchaus Schäden anrichten, auf die Gartenbesitzer nicht unbedingt erfreut reagieren.
So kann es vorkommen, dass Bisamratten beim Bau ihrer Behausungen die Teichfolie durchknabbern und auch der Schilfbewuchs des Teiches wird von ihnen meist in Mitleidenschaft gezogen.
Als überwiegende Vegetarier machen sich die Nager hin und wieder auch über einige im Garten angebaute Gemüsearten her.
Nicht immer betätigen sich die Bisamratten jedoch zerstörerisch im Garten. So kann man das im Zaum Halten des sonst vielleicht überhand nehmenden Schilfbewuchses am Teich auch durchaus als Vorteil ansehen.
Und so sollte vor einer Bekämpfung der Nager die Überlegung im Vordergrund stehen, ob eine solche überhaupt notwendig ist.
Entscheidet man sich dafür, sich der Bisamratten im Garten zu entledigen, bietet sich dazu in erster Linie der Fang in Lebendfallen an. Anschließend kann man die Nager im nächstgelegenen Seengebiet oder an einem langsam fließenden Wasserlauf, der ausreichend weit vom heimischen Teich entfernt ist, wieder aussetzen. Oft reicht es jedoch schon, den scheuen Nagern den Aufenthalt im Garten durch häufige Anwesenheit zu verleiden. Ist zu viel Betrieb am Teich, gehen die Tiere nicht selten freiwillig auf Wanderschaft und suchen sich ein ruhigeres Zuhause.
Nicht verwechseln sollte man Bisamratten übrigens mit den auch unter dem Namen Nutria bekannten Biberratten. Diese aus Südamerika stammenden und mittlerweile auch hierzulande heimischen Nager richten im Vergleich zu Bisamratten kaum Schäden an und sind auch wesentlich seltener.