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Gartengemeinschaft - Schädlinge - Buchsbaumzünsler Bekämpfung

Buchsbaumzünsler Bekämpfung





Ganz plötzlich bekommen Buchsbäume hellbeige bis braune, tote Stellen, es stehen nur noch die Blattrippen, der Blattstiel. Egal ob es alte, über Jahrzehnte liebevoll gepflegte, in Form geschnittene oder noch junge Pflanzen sind – der Buchsbaumzünsler macht vor keinem Buchsbaum halt. Ob der aus Ostasien stammende Kleinschmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae), in diesem Jahr wieder so flächendeckend zu schlägt wie im vergangenen, wird sich Ende April, Anfang Mai zeigen.

Der Buchsbaum-Schädling (Diaphania perspectalis oder Glyphodes perspectalis) ist in Deutschland erst seit 2007 bekannt. Seither breitet er sich nachhaltig aus.

Erste Anzeichen auf einen späteren Befall von Buchsbäumen durch den Zünsler gibt das Auftauchen von weißen Faltern, die einen deutlichen schwarzen Rand um die Flügel haben. Diese Falter sind schnelle, gute Flieger. Sie lassen sich meist nicht auf Buchsbäumen, sondern auf anderen Pflanzen nieder. Erst zur Eiablage suchen die Weibchen ganz gezielt Buchsbäume auf. Dort hängen sie sich unter die Blätter. In sechs Larvenstadien entsteht ein neuer Schmetterling. Erst eingesponnen, versteckt unter den kleinen Blättern sind sie so gut wie nicht vorhanden. Später, wenn sie in einem selbstgewobenen Sack tagsüber „schlafen“ sind sie fast besser sichtbar als später die Raupen und damit auch gründlicher zu entfernen.

Die Buchsbaumzünsler Raupe ist ca. 5 cm lang, hellgrün mit dunkelgrünen Punkten und schwarzen Längsstreifen. Sie frisst sich von innen nach außen durch den Buchsbaum. Dadurch entsteht der Eindruck, das Gewächs sei ganz „plötzlich“ befallen worden. Dabei hat der Schädling im Innern des Buchsbaums bereits seine verheerende Spur hinterlassen. Da die Raupe nicht nur die Blätter frisst, sondern auch die Rinde, kommt es zum kompletten Absterben auch alter Buchsbäume. Wird nichts unternommen, ist der Baum in relativ kurzer Zeit leer gefressen.

Zur Vorbeugung wird Schachtelhalm-Gülle oder so genannter Komposttee empfohlen oder im zeitigen Frühjahr das Spritzen der Bäume mit Neudovital.

Stellt der Gärtner den Befall fest, ist unbedingt das Gartenbauamt oder die Landwirtschaftskammer zu benachrichtigen. Es ist davon auszugehen, dass auch die städtischen Parkanlagen, botanischen Gärten und so weiter befallen sind. Es gibt noch zu wenige Erfahrenswerte über den Buchsbaumzünsler. Auch deshalb ist eine sorgfältige, flächendeckende Befallsüberwachung sehr wichtig. Zugleich erfährt der Anrufende hier aktuelle Tipps zur Bekämpfung des Schädlings. Selbsthilfe erfolgt durch Absammeln, großzügiges Entfernen der befallenen Stellen, sorgfältiges Aufsammeln abgefallener Pflanzenteile. Benutzte Scheren desinfizieren (Spiritus), Handschuhe entsorgen.

Die dichten Gespinste die von den Raupen über und in den Baum verwoben werden bieten ihnen zusätzlichen Schutz gegen Pflanzenschutzmittel. Eine gute Wirkung ist nur durch totale Besprühung aller vorhandenen Buchsbaumpflanzen, besonders im Innern, zu erreichen.

Derzeit zugelassene Insektizide helfen noch nicht gegen die „China-Raupe“. So stehen als Gegenmittel nur Rostpilzmittel zur Verfügung. Ist das Raupenstadium bereits erreicht, werden zurzeit „Schädlingsfrei Neem (Azadirachtin)“ und die Bayer Garten Produkte „Schädlingsfrei Calypso (Thiacloprid)“ und „Kombi-Schädlingsfrei“ empfohlen.


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