Marder sind erfolgreiche Kulturfolger und finden sich selbst in großen Städten mühelos zurecht. Allerdings ist es für uns Menschen nicht immer einfach, tolerant gegenüber dem an und für sich possierlichen kleinen Räuber zu bleiben: Neben der unangenehmen Angewohnheit, Kabel an Autos zu verbeißen, können die putzigen Gesellen zu wahren Quälgeistern werden, wenn sie sich auf dem Dachboden eines Hauses oder in einem Gartenhaus eingerichtet haben.
Dia Marder, die wir in den Städten und Dörfern zu Gesicht und leider auch zu Gehör bekommen, sind in der Regel Steinmarder. Die verwandten Baum- oder Edelmarder meiden die Nähe der menschlichen Behausungen. Steinmarder hingegen ziehen ihren Nachwuchs gerne im Dachgebälk einer Scheune oder eines alten Hauses auf. Speziell während der Paarung, die bei Mardern ganzjährig stattfinden kann, machen die Kobolde einen geradezu ungeheuren Lärm, was schon manchen Garten- und Hausbesitzer an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht hat. Viele Menschen suchen daher Abhilfe in Marderfallen, mit denen der ungebetene Gast "entsorgt" werden soll.
Steinmarder sind recht häufige Tiere und genießen daher in der Bundesrepublik keinerlei Schonzeit, so dass ihnen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften nachgestellt werden darf. Entsprechend bietet der Fachhandel diverse Fallen und andere Gegenstände an, mit denen die Plage bekämpft werden kann.
Die meisten der vertriebenen Geräte hat sich in der Vergangenheit als nicht allzu effizient erwiesen; hier seien vor allem die diversen Marder-Schrecks genannt, die mit Ultraschallgeräuschen oder unangenehmen Gerüchen die Marder von den Motorhauben ferngehalten werden sollen. Der Effekt ist eher gering. Fallen werden als Lebend- und auch als Totschlagfallen angeboten. Beim Erwerb einer solchen Falle sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass es sich um einen vom TÜV zertifizierten Apparat handelt.
Allerdings sollte ein Totschlageisen wenn überhaupt dann nur das letzte Mittel sein: Studien haben gezeigt, dass selbst von erfahrenen Jägern aufgestellte Fallen (Schlageisen, Schwanenhals etc) längst nicht in 100 % aller Fälle das Tier sofort und schmerzfrei töten. Vielmehr verfangen sich viele Tiere mit den Läufen oder gar mit dem Schwanz in der Falle und verenden unter extremen Qualen, was nicht der Sinn einer solchen Maßnahme sein kann und auch in keinem Verhältnis zur gelegentlichen Ruhestörung steht. Dazu kommt, dass die Fallen wahllos zuschlagen und daher auch andere Tiere als den Marder erwischen, die durchaus unter Schutz stehen können oder nachbarschaftlichen Hass sähen, wenn man etwa versehentlich die Katze des Nachbarn erwischt.
Als sinnvoll haben sich Kastenfallen erwiesen, in denen das Tier lebendig gefangen wird. Obwohl Marder eigentlich Fleischfresser sind (und daher im Garten auch durchaus nützlich sein können), lassen sie sich mit Obst recht sicher anlocken. Das Tier kann danach im Wald ausgesetzt werden.
Auch die Anwesenheit eines Hundes über einen Zeitraum von einigen Tagen genügt meist, um dem Marder den Aufenthalt zu verleiden und das sollte ausreichen: Immerhin ist auch ein Marder ein Teil der Schöpfung, die es zu respektieren und zu bewahren gilt.
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