Ohrenkneifer gehören wohl zu den Insekten, die unter den
vielfältigsten Namen bekannt sind und deren Tun mit am häufigsten
falsch eingeschätzt wird. Ob als Ohrwurm, Ohrenzwicker , Ohrschlupfer,
Ohrenfitzler oder Ohrenwuseler - egal unter welchen Namen -, keiner
schlüpft nachts in menschliche Ohren und beißt das Trommelfell durch.
Diese schaurige Geschichte ist allein auf die Tatsache
zurückzuführen, dass im Altertum zerriebene Tiere als Medizin gegen
Ohrenkrankheiten verwendet wurden. Von den weltweit vorkommenden etwa
1.500 Arten leben in unserer Region ganze 7. Alle sind für den Menschen
völlig ungefährlich und harmlos; die Wissenschaft streitet lediglich
darüber, ob man sie als Nützlinge einzustufen hat oder nicht.
Die zu den mit den Grillenschaben verwandten zählenden
Insekten ernähren sich als Allesfresser von Abfällen und
Pflanzenteilen. Manche Arten machen jedoch auch Jagd auf Blattläuse und
andere Pflanzenschädlinge.
Dass sie uns Menschen so wenig vertrauenserweckend
erscheinen, liegt sicher mit an den am Hinterleib befindlichen Zangen,
die sie zur Jagd, der Verteidigung und bei der Begattung einsetzen.
Viele Arten besitzen mehr oder weniger verkümmerte Flügel, die nur bei
wenigen noch zum Fliegen taugen.
Die Ohrenkneifer sind nachtaktiv, während sie sich tagsüber
in dunklen Verstecken aufhalten. Dadurch kommt es häufiger vor, dass am
Morgen versteckte Ohrenkneifer in zum Trocknen gehängter Wäsche oder
unter abgestellten Gegenständen auf Balkon oder Terrasse zu finden
sind. Auf diese oder ähnliche Weise gelangen sie dann manchmal als
ungebetene Gäste in die eigene Wohnung.
Überall dort, wo sie vermehrt ungebeten auftreten, gibt es
nur eine wirksame Empfehlung: Stopft man einen Blumentopf oder
ähnliches Gefäß mit Holzwolle oder einem zusammengebauschten Tuch aus
und stellt dieses leicht angekippt mit der Öffnung nach unten in die
Krabbelzonen der Ohrenkneifer, dann kann man am nächsten Morgen das
Gefäß samt Inhalt nach draußen tragen und die zweifelhaften Insekten -
womöglich in der Nähe störender Blattläuse - in die Freiheit entsorgen.
Allen Skeptikern sei noch gesagt, dass die Ohrenkneifer eine
niedrige Vermehrungsrate haben und deshalb das Auftreten in Scharen
nicht zu erwarten ist. Es lohnt also nicht, zur "chemischen Keule" zu
greifen - lassen wir den Ohrenkneifern ihren Platz in der Natur.
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Leser-Kommentare
(5)
Marina
(13.07.2011 09:58:30)
Ich hab die Bister immer in der Wäsche und dadurch gelangen sie auch ins Wohnzimmer. Ich versuche schon im internet irgenetwas darüber zu finden was sie mögen und was nicht aber da gibt es nicht besonders viel, ich wäre für jeden tip dankbar.
Ernst
(15.06.2011 16:51:13)
Hallo ihr,
hatte letztes Jahr auch eine Plage in meinem Garten,
allerdings muss man darauf achten, das Ohrenkneifer aus bestimmten gründen kommen: sie fressen Blattläuse. Bei mir war es so das nur eine Pflanze von Blattläusen besetzt war und dann kamen die Ohrenkneifer zu hunderten. Das Problem daran ist, dass wenn es keine Läuse mehr gibt, die Ohrenkneifer trotzdem bleiben. Und dann fangen sie an die Pflanzen zu gehen. Bei einer solchen Menge hilft auch kein einsammeln durch Verstecke mehr.
Also achtet darauf, das ihr Pflanzen die von Blattläusen besetzt sind entfernt werden müssen.
Eine Variante wäre es mit Essig zu Probieren.
Essig verscheuscht viele Arten von Insekten.
Die letzte Variante, auf die ich selbst verzichte, da manche Pflanzen dies auch nicht vertragen wäre Wasser mit ein wenig Chlor zu versprühen.
Bitte darauf Achten, das Pflanzen wie Insekten,
durch das Chlor vernichtet werden können.
Und das dies die letzte Methode sein sollte die man anwendet.
Ernst.
jessy
(06.07.2010 22:09:23)
ich kann jens nur zustimmt wir sind gerade umgezogen haben uns reisig auf ein haus mit garten für unsere kleine tochter (2) gefreut und nun diese plage. erst hatten wir sie im kompletten kellerraum und boden bis wand die haben wir durch wegsaugen und alles reinigen weg bekommen aber nun steht der neue sandkasten unser tochter seit 2 tagen und es ist alles toll hunderte ach tausende.... gibt es nicht irgendwelche gerüche die die tierchen vertreibt?
Jürgen, Bad Wildungen
(29.06.2010 02:19:32)
Hallo,
ich kann dem Kommentar nur zustimmen. Ich habe mir eine besondere Grasart, die sehr dekorativ ist, aus Afrika mitgebracht und schon einige Jahre gezüchtet. Dieses Jahr, sind mir die zarten Pflänzchen im Aussaatkasten restlos , von Ohrenkneifern zerstört worden. Ich habe das erst bei der zweiten Aussaat bemerkt.
Freundliche Grüße
Jürgen
Jens, Solingen
(24.06.2010 08:44:51)
Hallo,
von wegen - treten nicht in Scharen auf!
Es müssen hunderttausende sein, die unter unseren Terassenplatten leben. Abends kommen sie zum Vorschein, und vertreiben alles, was sonst noch anwesend ist - auch uns.
Es ist unvorstellbar, der Situation mit gefüllten Blumentöpfen Herr zu werden, wie so oft beschrieben. ( Vielleicht wenn man sonst nichts zu tun hat )
!Es muß ein Vertreibungsmittel geben!
Wenn ich in der Literatur nichts finde, weil die Tierchen geschützt sein sollen, werde ich selbst alles ausprobieren, was ich im Haushalt und Garage an Chemie finde...
Oder haben Sie vielleicht doch einen Tipp, um das vermeiden zu können ?!
Schöne Grüße
Jens