Im Frühling ist es wieder soweit. Bereits Ende Februar
erwachen die Erdhummelköniginnen und machen sich auf die
Suche nach einem neuen Nistplatz. Häufig geraten die
riesengroß scheinenden Erdhummelköniginnen durch gekippte
Fenster in die Wohnung, wo sie laut brummend verzweifelt den
Ausgang suchen. Sofort macht sich Panik breit und
Schauergeschichten von angeblich tödlichen Hornissenstichen
kommen in Erinnerung.
Die Erdhummel, lateinisch Bombus terrestris, erkennt man
ihrem behaarten schwarzen Körper mit zwei braungelben
Querbinden und grauweißem Hinterleib. Hornissen haben dagegen
einen glatten gelben Körper mit schwarzer Zeichnung, wie eine
übergroße Wespe. Alle Hummeln und Hornissen sind übrigens
geschützt, da ihre Bestände schwinden. Man sollte sie also
einfach in die Freiheit entlassen, denn hier kommt diesen
Insekten eine große Aufgabe zu, von der jeder Gartenbesitzer
profitiert.
Im Idealfall findet die Erdhummelkönigin ein verlassenes
Mauseloch im Garten. Ersatzweise nimmt sie auch geeignete
Höhlen unter dem Gartenhäuschen, im Schuppen oder im
Steingarten in Beschlag. Hat sie ein passendes Quartier
gefunden, fliegt sie aus, um ihre Futterlieferanten zu
besuchen. Die Erdhummel ernährt sich hauptsächlich von Nektar
und Pollen von Schmetterlingsblütlern, wie Wicken, Nesseln,
Klee und Goldregen.
Doch auch Fingerhut, Herzgespann,
Obstblüten und Beeren werden gerne besucht. Weidenkätzchen
zählen zu den ersten Nektarspendern. Den gewonnenen Nektar
speichert sie in kleinen runden Tönnchen aus Wachs. Hat sie
genügend Vorräte, legt sie die ersten Eier, deren Befruchtung
schon auf ihrem herbstlichen Hochzeitsflug gesichert wurde.
Im Idealfall erscheinen bereits Ende März die ersten kleinen
Arbeiterinnen, die emsig ein- und ausfliegen auf ihrer
Futtersuche. Ein Nest kann Volksgrößen zwischen 100 bis 1.000
Tieren enthalten. Die Größe hängt vom Nährstoffangebot und
von der Gesundheit der Königin ab. Die außerordentlichen
Befruchterqualitäten von Hummeln werden inzwischen im
gewerblichen Gartenbau so geschätzt, dass Völker gekauft
werden. Ein Gartenbesitzer sollte sich also freuen, wenn
Hummeln in seinem Garten nisten, denn sie suchen zuerst die
Pflanzen der Umgebung auf. Im Gegensatz zu Bienen fliegen
Hummeln bereits bei Temperaturen von + 5 Grad Celsius und
bestäuben so die frühe Obstbaumblüte.
Meist entdeckt der Gartenbesitzer das Nest erst durch die
immer größer werdende Schar an ausfliegenden Arbeiterinnen.
Und schon stellen sich wieder Ängste ein. Die sind jedoch
völlig unnötig. Zwar können Hummeln sowohl stechen als auch
beißen, sie greifen jedoch im Gegensatz zu Wespen Menschen
nur in Verteidigung an. Ein Hummelstich ist jedoch
ausgesprochen selten. Hummeln sind auch nicht an süßen
Säften, zuckerhaltigen oder fleischigen Speisen interessiert
und werden nie am Kaffeetisch erscheinen.
Hummeln gehören zu den geschützten Insekten. Sie dürfen weder
gefangen, noch getötet werden und auch ihre Nester stehen
unter Naturschutz. Wer ein Hummelnest wirklich entfernen
muss, findet Adressen von Fachleuten im Internet.
Ausschließlich geschulte Spezialisten dürfen Hummel- und
Hornissenester vorsichtig umsiedeln. Viel mehr Spaß macht es,
die fleißigen Hummeln zu beobachten. Liebhaber nennen sie
\"fliegende Teddybärchen\" und es gibt im Handel bereits
Hummelhäuser zu kaufen, mit denen man diese Nützlinge im
Garten ansiedeln kann.