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Gartengemeinschaft - Tipps und Tricks - Grabbepflanzung

Grabbepflanzung





Eine Grabgestaltung unterscheidet sich in vielem von der "üblichen" gärtnerischen Arbeit. Neben den ästhetischen Überlegungen gilt es, praktische Erwägungen anzustellen, damit das Resultat auch auf längere Sicht überzeugt.

Zunächst wird der Gesamteindruck durch den Grabstein oder die Grabplastik bestimmt. Zumeist dominiert dieses Objekt das Grab; die Bepflanzung sollte sich daran ausrichten. Zu den grundsätzlichen Faktoren zählen die Ausrichtung der Grabfläche (und damit die zu erwartende Sonneneinstrahlung), seine Lage unter Bäumen oder ungeschützt und frei sowie die Bodenqualität. Letztere ist meist minderwertig; ein Aufbessern mit Mutterboden ist dann eine notwendige Vorarbeit für die weitere Gestaltung.

Des weiteren müssen die Vorgaben der Gemeinde und der Friedhofsverwaltung bezüglich der erlaubten Gehölzhöhen oder Pflanzenarten beachtet werden. Dies betrifft auch die üblichen Grabeinfassungen und Wegegestaltungen. Individuell bestimmt werden muss zudem, wie weit die Grabstelle von der Wohnung liegt, ob sie von dort aus gut zu erreichen ist und wie viel Zeit man langfristig tatsächlich in die Pflege der Grabbepflanzung investieren kann und möchte.

Es spricht nichts dagegen, ein Grab mit fröhlich blühenden Sommerblumen und Stauden zu bepflanzen; auch Schmetterlinge, Bienen und Hummeln tragen dazu bei, den Gesamteindruck nicht düster werden zu lassen. Eine vom Frühjahr bis in den Herbst ununterbrochene Blühfolge ist auf einer derart begrenzten Fläche jedoch nur mit recht großem Aufwand und ständiger Pflege zu erreichen.

Eine nahe liegende Lösung ist es deshalb, einen Teil der Grabfläche - zumeist die hinteren Ecken beidseits des Grabsteins - mit immergrünen Gehölzen zu bepflanzen und einen Teil der Restfläche mit einem ebenfalls immergrünen Bodendecker, der zudem das Aufkommen von Unkraut verhindert, zu gestalten. Für den hinteren Teil eignen sich neben den bewährten Nadelgehölzen wie Eibe, Lebensbaum oder Schwarzkiefer auch die weniger düster wirkenden Laubgehölze wie Kirschlorbeer, Rhododendron oder - in geschützten Lagen - Kamelien. Um etwas Licht in diesen Bereich zu bringen, eignen sich neben bestimmten Gräsern auch die oft unterschätzten weißblütigen Astilben.

Im mittleren Bereich bewähren sich neben Efeu (gern auch die buntlaubigen Varianten) und Immergrün auch Kriechwachholder oder bunt blühendes Heidekraut. Wer nicht möchte, dass der Grabstein selbst von diesen Pflanzen langsam überwuchert wird, muss gelegentlich zurückschneiden. Ansonsten ist - besonders in der Anwachs- und der jährlichen Wachstumsphase - neben regelmäßigem Wässern wenig Arbeit nötig, um die Pflanzen zu pflegen.

Eine derartige Grabbepflanzung wird durch eine Zone (zentral oder im vorderen Bereich, oft als Achse hin zum Grabstein) durch übers Jahr wechselnde Blumenpflanzen belebt. Wer an den Rand der Bodendecker eine Christrose planzt, hat selbst im Winter Blütenschmuck auf dem Grab. Später folgen beispielsweise Tausendschönchen oder Hornveilchen, Salomonssiegel, Pflingstrosen, Begonien, Polyantharosen, Akelei und kleinblütige Astern.

Es gilt, einen schönen, würdigen und dem Verstorbenen angemessenen Rahmen zu schaffen - einen Ort, an dem man sich erinnern kann und der auch zum Innehalten und Verweilen einlädt. Übermäßige Verspieltheit ist dabei ebenso fehl am Platze wie betonte Düsternis oder übertieben aufwändige Gestaltungen, die mit den Nachbargräbern in Konkurrenz treten. Das Grab sollte dem Verstorbenen zugesagt haben - und diejenigen, die sich hier seiner erinnern, sollten dies an einem angemessenen, schönen Ort tun können.


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