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Gartengemeinschaft - Tipps und Tricks - Igel im Garten

Igel im Garten





Ein Igel in unserem Garten – Was können wir ihm Gutes tun?


„Einleitung“

Nichts sorgt für mehr freudige Abwechslung, als sich um einen der possierlichsten Stachelfreunde - den Igel kümmern zu dürfen. „Mama, sieh mal… da… ein Igel!“ ist meist der völlig aufgeregte Ruf eines Kindes, das in unserer schnelllebigen Zeit schon gar nicht mehr gewohnt ist, dass es auch noch freie Tiere gibt, die nicht zufällig wie Hund, Katze oder weiße Maus aussehen. Vielleicht antworten Mutter oder Vater dann: „Was? Ein Igel? Jetzt um diese Jahreszeit?“. Doch spätestens die nächste Frage des Kindes „Mama, wie lebt so ein Igel? Muss der auch seine Erbsen essen wie ich?“ kann die besten Eltern schon mal überfordern.

Also was tun, wenn ein Igel im Garten entdeckt wird? Dieser Beitrag soll Ihnen weiterhelfen.

Grundsätzlich ist es verboten, Tiere der ganz besonders geschützten Art – wie unseren Igel – aus der Natur zu entfernen. Doch es ist nach dem Gesetz erlaubt, hilfsbedürftige Tiere aufzuziehen und gesund zu pflegen, denn damit leisten Sie ein großes Stück aktiven Umweltschutzes.

„Hilfe zur Selbsthilfe ist am Besten: Naturbelassener Garten ohne Preußenordnung und Chemie“


Die einfachsten Hilfsmittel sind meist schon die besten und effektivsten. So sollten Sie als Igelfreund in Ihrem Garten auf eine naturbelassene Umgebung achten. Nehmen Sie es mit dem Laub entfernen daher nicht zu genau! Bitte räumen und harken Sie vorsichtig und behutsam das Laub auf einen Haufen in einer windgeschützten Ecke zusammen. Das gibt den nächsten Winterplatz für Ihren Igel.

Gerade Laub unter Büschen und Hecken sind heißbegehrte Nistplätze für Igelinnen, die ihr Nest für die Jungen vorbereiten. Mähen Sie niemals an Rasenkanten, bevor Sie nicht sichergestellt haben, ob ein Igel in einer Erdmulde versteckt unter hohem Gras sitzt. Durch Unachtsamkeit ist es oft der Fall, dass dem Igel ein Füßchen abgemäht wird oder der Igel selbst vom Mäher erfasst und getötet wird. Das muss nicht sein! Am besten, Sie lassen die Rasenkanten in einer bestimmten Höhe und schneiden bzw. rupfen von Hand oder nur mit einer normalen Haushalts-Schere. Dann vermeiden Sie „tierischen“ Schaden.

Bitte benutzen Sie kein Schneckenkorn und kein Insekten- und Unkrautvernichter. Damit zerstören Sie die Nahrungsgrundlage der Igel und fügen dem Tier nur unnötige schmerzhafte Qualen bis hin zum Tod zu. Da der Igel eine Nahrungsquelle braucht und Sie einen „Insekten- und Schneckenvernichter“, halten Sie sich einfach einen Igel in Ihren Garten und genießen Sie seinen „Service“ und seine Gegenwart – so ist Ihnen und dem Igel geholfen: Sie haben weniger Schädlinge, er hat seine Nahrung.

„Seien Sie rücksichtsvoll! Räumen Sie tödliche Gefahren aus dem Weg!“

Gartenteiche, Lichtschächte Regentonnen, Swimmingpools, nicht richtig verschlossene Mülltonnen, auch umherliegende Joghurtbecher oder Konservendosen sowie alle „Fallen“ in die ein Igel schwer oder gar tödlich stürzen, ertrinken oder ersticken könnte, müssen gut und sicher aus dem Weg geräumt und abgedeckt werden.

Obst- und Tischtennisnetze werden Sie natürlich nicht achtlos liegenlassen, sondern sachgerecht zusammenlegen und an sicherem Ort verwahren. So kann sich der Igel schon mal nicht in den Netzen verfangen und es bleibt ihm ein schrecklicher Todeskampf erspart (da sich Igel nicht aus eigener Kraft von Netzen befreien können. Sie verhungern somit).

„Nur im Notfall: Die Speisekarte und Heimstatt des Igels im Haus“

Igel leben normalerweise im Freien und von Insekten, Wurzeln, kleinen Früchten und Beeren, Larven, Regenwürmern, Schnecken und auch kleinen Wirbeltieren wie junge Mäuse. Gesunde Igel brauchen keine extra Speisekarte und keine menschliche Obhut – aber es gibt immer mal geschwächte, abgemagerte Tiere, die hinterm Kopf schon eine deutliche Delle haben, weil die Schultern und die Hüften schon durchscheinen. Solche Tiere brauchen Ihre Hilfe! Auch Jungtiere, die „den Anschluss“ in der Jahreszeit verpasst haben, brauchen Ihre Hilfe.

Was können Sie tun, um ein Igelchen über den Winter zu retten?

Wird ein Igel im Haus gehalten, weil er aufgepäppelt (zu jung, zu mager) oder gesund gepflegt werden muss wegen einer Verletzung, dann gelten spezielle Regeln in Sachen Nahrungszubereitung – die Sie auch Ihrer eigenen Gesundheit zuliebe beachten sollten. Der Hintergrund: Larven und Würmer entsprechen nicht gerade den gesündesten Hygienebedingungen innerhalb des Hauses; sie sind oft Krankheitsüberträger.

Für Mensch und Tier ist es das Beste, wenn Sie beim Zufüttern Folgendes beachten:

- Sie sollten Katzen- oder Hundedosenfutter nehmen,
- für Notrationen während des Winterschlafs auch mal Katzen-Trockenfutter.
- Hartgekochte Eier (stellen sicher, dass Keime und Salmonellen abgetötet werden),
- Rinderhackfleisch (roh nur ganz frisch, ansonsten lieber kurz gebraten),
- Weizenkleie und Haferflocken runden den „häuslichen“ Speiseplan ab, wenn Sie einen Igel auf dem Balkon oder der Terrasse halten.
- Täglich frisches Wasser
- 1 x täglich füttern reicht völlig aus. Weil Igel nachtaktiv sind bitte nur abends füttern!
- Die Futterschalen täglich hygienisch und heiß abspülen/ reinigen.

Für die Unterbringung Ihres winterlichen Saisongastes sollten Sie Folgendes einrichten:

Geeignet ist dazu ein Käfig/ Laufstall mit einem Holzhäuschen (30 x 30 Zentimeter) ähnlich der Unterkunft eines Hasen. Solche Käfige und Holzhäuschen bekommen Sie in jedem Zoohandel. Statt Kleintierstreu (was für den Igel gefährlich sein kann) sollten Sie lieber viel Zeitungspapier zerknüllen.

So findet auch die Zeitung von gestern noch sinnvolle Verwendung. Der Igel liebt die „Kuscheligkeit“ der zerknüllten Zeitungslagen. Stellen Sie den Käfig NICHT in den Keller. Igel brauchen kühle Temperaturen bis zu 6 Grad, um richtig Winterschlaf zu halten. Wenn Sie den Käfig mit dem Holzhäuschen und den stets sauberen Futternäpfchen auf den Balkon oder die Terrasse stellen, wird sich Ihr kleiner Freund an Ihre Gastfreundschaft noch lange und gerne erinnern.

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Leser-Kommentare (1)

Cinnaro (24.07.2009 23:21:08)

Igel fressen keine Schnecken. Ich füttere Igel mit kommerziellem Igelfutter, das auch die Nacktschnecken anzieht. Der Igel lässt sie in Ruhe, obwohl sie seinen Teller usurpieren.




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