Dem Naturfreund fällt seit Jahren das Seltenerwerden von
Schmetterlingen, Hummeln und Bienen auf. Während Parasiten und
Krankheiten den Bienenvölkern zusetzen (abgesehen vom
rätselhaften Massenverschwinden der Honigbiene in Nordamerika),
verschwinden aus deutschen Gärten immer mehr Insekten, die zwar
unauffällig sind, deren Funktion im Biotop Garten jedoch nicht
unterschätzt werden darf.
Bestimmte Wespenarten halten Schädlinge wie Raupen oder
Milben in
Schach, Hummeln übernehmen bei kühlem und feuchtem Wetter die
Bestäubung der Obstblüte, Käfer und Fliegen dienen
wiederum den beliebten Singvögeln als Nahrung.
Der Gärtner und Naturfreund kann selbst etwas dafür tun, dass
sich diese erwünschten Untermieter wieder wohler fühlen,
ansiedeln und vermehren - und das, ohne dass der Garten zu einer
dschungelartigen Wildnis umgestaltet werden muss. Neben der
Entscheidung für ungefüllte Blumen, in denen die Insekten
Nektar finden, und ein oder zwei weniger gut aufgeräumten Ecken
(ein paar Brennnesseln und Wiesenblumen am Kompost, weniger
häufiges Rasenmähen, damit die Gräser zur Blüte
gelangen), ist ein Insektenhotel eine gute Methode, es verschiedenen
der geflügelten Gäste behaglicher zu machen.
Der Bau eines Insektenhotels ist recht einfach: Für die
simpelste
Methode, die besonders Schlupfwespen und einzeln lebende Wildbienen
anlockt, genügt es, in einen unbehandelten Holzklotz verschieden
tiefe Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser zu bohren.
Der fertige Klotz sollte mit seinen Öffnungen von der
Wetterseite
abgewandt an einer geschützten, aber gut zugänglichen,
möglichst warmen Stelle aufgestellt oder gehängt werden. Wird
das Modell gut angenommen, lässt es sich beliebig erweitern. Schon
etwas avancierter ist es, Stroh oder besser noch Schilfrohr zu
bündeln und dieses Bündel mit den Schnittkanten nach vorn in
einen nur an der Vorderseite offenen - wiederum unbehandelten -
Holzkasten einzupassen. Andere Insekten wie beispielsweise die
Blattläuse vertilgende Florfliege, bevorzugen mit Heu, Stroh oder
Holzwolle gefüllte, mit der Öffnung nach unten hängende
unglasierte Tontöpfe als Bruthilfe.
Wer nicht nur den Insekten eine Nist- und Überwinterungshilfe
bieten möchte, sondern die Tiere in ihren verschiedenen Stadien
auch beobachten will, kann sich diesen Wunsch mit wenig Mühe
erfüllen. Als Grundstock dient ein Vogelhäuschen oder ein
Kasten entsprechender Größe (ab acht mal acht mal acht
Zentimeter). Falls die hölzernen Wände durch Leim
zusammengehalten werden, darf dieser keine Lösungsmittel enthalten.
Nageln oder Schrauben vermeidet das Freisetzen schädigender
Substanzen von vornherein. Die Vorderseite wird als Klappe mit
Scharnieren an der überstehenden, nach hinten geneigten Dachplatte
befestigt. So fließt Regenwasser ab, und der Kasten lässt
sich gegebenenfalls reinigen.
In die Klappe werden Röhrchen (beispielsweise Trinkröhrchen
oder PVC-Schlauchstücke) in entsprechend große Bohrungen
eingepasst. Damit sie fest sitzen, kann man sie zusätzlich mit
Lehm oder Wachs (Vorsicht an sonnigen Standorten) verkleben.
Aufgehängt wird der Kasten so, dass er sich ohne Störung der
Insekten gut beobachten lässt. Ein Platz im prallen Sonnenlicht
ist ebenso ungünstig, wie einer auf der Wetterseite von Haus oder
Baumstamm. Hängt das Insektenhotel erst einmal am rechten Ort,
stellen sich in der warmen Jahreszeit schnell die ersten dankbaren
Mieter ein.