Der Neembaum ist im hinduistischen Raum beheimatet und wird auch in Europa
seit vielen Jahren in der Landwirtschaft und in der Medizin eingesetzt. Alle
Pflanzenteile enthalten über 100 bekannte chemische Inhaltsstoffe - es wird
vermutet, dass der Neembaum noch weitaus mehr zu bieten hat als diese.
Neemschrot wird aus den geschroteten Samen des Baums hergestellt und ist für
Hobbygärtner wertvoll. Es besitzt viele schützende und heilende Eigenschaften,
die Pflanzen ein gesundes Wachstum ermöglichen und sie vor Schädlingen schützen
können.
In den Neemsamen ist Öl enthalten, das gepresst werden kann. Es wird
gelegentlich in der Medizin verwendet, der Gärtner interessiert sich aber vor
allem für einen Inhaltsstoff: Azadirachtin. Dieses wirkt insektizid gegen eine
ganze Reihe von verschiedenen Parasiten, von denen Zier- und Nutzpflanzen im
mitteleuropäischen Raum häufig befallen sind. Neemsamenschrot stellt für den
Schutz der Pflanzen die beste Möglichkeit dar, da bei dieser Behandlungsweise
kaum Öl verloren geht. Häufig werden auch Presskuchen aus Neemsamen angeboten,
die allerdings weniger Wirkstoffe enthalten und daher nicht so effektiv sind.
Grundsätzlich lässt sich Neemschrot bei jeder Pflanzenart anwenden. Besonders
gerne wird es in der Aufzucht verschiedener Chilisorten eingesetzt, eignet sich
grundsätzlich aber für die Behandlung jeder Pflanzenart.
Neemschrot kann vor allem im Garten prophylaktisch wirken. Das Öl enthält
Duftstoffe, die auf viele Schädlinge abstoßend wirken. Wer beispielsweise Gemüse
im eigenen Garten anbaut, wird häufig mit Schnecken und Nacktschnecken in
Berührung kommen, die dem Menschen das Gemüse streitig machen. Die im Neemschrot
enthaltenen Duftstoffe halten sie fern und sorgen dafür, dass die Ernte gesundes
Gemüse einbringt, das nicht von Schnecken und anderen Tieren durchlöchert ist.
Schließlich wird der Stoff vom Neembaum selbst produziert, um sich vor
Fressfeinden zu schützen: Er stößt sie durch seinen unappetitlichen Geruch ab.
Dasselbe gilt auch für alle anderen Pflanzen, die besonders anfällig für
bestimmte Schädlinge sind.
Die Behandlung mit Neemschrot sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Bei
Topfpflanzen wird die Erde mit der ausreichenden Menge vermischt, bevor die
Pflanze eingesetzt wird. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sich der
Neemsamenschrot überall ausbreiten kann und flächendeckend wirkt. Beim Blumen-
oder Pflanzenbeet oder in Pflanzenkübeln, die bereits mit Erde versehen ist,
gestaltet sich die Verteilung schwieriger. Am besten gelingt sie, wenn zunächst
die Erde nach Möglichkeit umgegraben wird. Bei einem bereits bepflanzen Beet
oder Kübel muss man darauf achten, nicht die Wurzeln der Pflanzen zu verletzen.
Anschließend werden die geschroteten Neemsamen untergehoben und mit der losen
Erde vermischt.
Schädlich für den Menschen ist die Verwendung von Neemsamenschrot nicht. Die
empfohlenen Mengen für die wirksame Anwendung erreichen noch nicht den Bereich,
in dem die Konzentration der Wirkstoffe gefährlich werden könnte. Gemüse aus
einem behandelten Beet sollte wie gewohnt gewaschen werden, bevor es verzehrt
wird - dann besteht allerdings kein Grund mehr zur Sorge.