Zierpflanzen können einem Wohnraum Leben verleihen,
erfüllen ihren Zweck aber nur, solange sie üppig
gedeihen und einen gesunden Eindruck machen. Gewächse, die
mehr braune als grüne Blätter aufweisen, sind kein
Augenschmaus. Die Grundbedürfnisse der Pflanzen sind zwar artspezifisch
verschieden, doch im Wesentlichen recht ähnlich - eine
ausreichende Menge Licht, gleichmäßige Versorgung
mit Wasser und ein reichliches Angebot an Nährstoffen. Doch
gerade letztere werden von Hobbygärtnern oftmals nicht
ausreichend berücksichtigt. Das Auftreten von
unschönen Blattverfärbungen kann mehrere
Gründe haben, eine Unterversorgung mit bestimmten
Nährstoffen ist nur eine der Möglichkeiten.
Liegt ein Wassermangel vor, so sind auch die grünen
Blätter schlapp und kraftlos, die Braunen bereits vertrocknet
und abgestorben. In diesem Fall werden die toten Blätter nahe
am Spross abgeschnitten und die Wasserversorgung wieder langsam auf ein
ausreichendes Maß gesteigert. Keinesfalls sollte die
vertrocknete Pflanze aber 'unter Wasser' gesetzt werden, eine zu
schnelle Wasseraufnahme ist schädlich.
Doch auch das Gegenteil
kann schädlich sein - Pflanzen, deren Substrat zu feucht
gehalten wurde, faulen von der Wurzel her langsam ab. Die
Nährstoffe aus Erde und Dünger müssen erst
von Mikroorganismen in chemische Verbindungen umgewandelt werden, die
dann von der Wurzel aufgenommen werden. Diese Bakterien und Pilze
betreiben Atmung genauso wie Tiere. Die Erde muss daher gelegentlich
antrocknen, damit diese Mikroorganismen ausreichend mit Luftsauerstoff
versorgt werden und die Pflanze so im Wachstum unterstützen
können.
Um weiteren Ursachen brauner Blätter auf den Grund
zugehen, betrachte man zunächst die gesunden wie auch die
offensichtlich kranken Blätter auf Ober- und Unterseite. Pilze
und andere Parasiten (wie Blattläuse) sind oft nicht auf den
ersten Blick zu sehen, da sie sich gerne auf der Blattunterseite oder
in den Blattachseln verstecken, bedürfen aber gerade bei schon
geschwächten Pflanzen dringend der Beseitigung.
Eine Unterversorgung mit Nährstoffen macht sich meist
durch langsames dahinvegetieren kenntlich. Die Pflanze braucht zwar nur
winzige Mengen dieser Mikronährelemente, doch sind diese
essentiell. Insbesondere Citruspflanzen und andere Vertreter der
Rautengewächse leiden oft unter einem unzureichenden
Eisen-Angebot. Auch Phosphor und Magnesium sind
äußerst wichtige Nährstoffe, die von den
Pflanzen aus dem Substrat konsumiert werden müssen.
Das
Angebot dieser Elemente ist in einer Handvoll Blumenerde anfangs zwar
reichlich, doch neben dem Verbrauch durch die Pflanze wird mit jedem
Gießen ein gewisser Anteil auch wieder ausgewaschen. Daher
muss immer für ausreichend Nachschub gesorgt werden. Hier gilt
das 'Gesetz des begrenzenden Faktors': wenn auch nur eine Sorte der
benötigten Nährstoffe unzureichend vorhanden ist,
nützt ein Überangebot der Anderen auch nichts. Daher
sollte man sich unbedingt mit den Bedürfnissen jeder
Pflanzengattung für sich beraten lassen.
Prinzipiell sollte man dem natürlichen Standort der
Pflanze einige Gedanken widmen und sich mit dessen Gegebenheiten
vertraut machen. Wer sich an Bodenqualität, Niederschlagsmenge
und Lichtmenge der 'Wildpflanze' orientiert, kann seiner Zimmerpflanze
mit etwas Geschick alles bieten, was sie für gesunden,
kräftigen Wuchs braucht.