Der Gummibaum ist eine beliebte Zimmerpflanze, welche sich positiv auf
das Raumklima auswirkt, allerdings recht groß werden kann. In
diesem Fall sollte er beschnitten werden. Zugleich lässt sich
damit die Wuchsform beeinflussen, denn das Kürzen des Stammes
fördert die Bildung von Seitentrieben. Abgeschnittene Triebe
können außerdem zur Vermehrung genutzt werden.
Wann sollte der Gummibaum
beschnitten werden?
An einem hellen Standort in der Wohnung kann der Gummibaum schnell eine
beachtliche Größe erreichen. Auch kommt es vor, dass
er bei einseitigem Lichteinfall schief wächst. In diesem Fall
besteht die Gefahr, dass die Pflanze umfällt, auch ist ein
schiefer Stamm kein schöner Anblick. Das Kürzen
schafft Abhilfe, führt zu einem kräftigeren Wuchs,
zur verstärkten Bildung von Seitentrieben und einer
buschigeren Form. Sind dagegen Seitentriebe vorhanden, es ist aber ein
aufrechter Wuchs erwünscht, können diese entfernt
werden.
Die richtige Stelle zum
Schneiden
Vor dem Beschneiden sollte der Stamm einer eingehenden Betrachtung
unterzogen werden. In einigen Abständen befinden sich
sogenannte „schlafende Augen“. Dort bilden sich
nach einem Rückschnitt neue Triebe. Idealerweise wird der
Stamm wenige Zentimeter über einer solchen Stelle
gekürzt. Seitentriebe können ebenfalls über
einem „schlafenden Auge“ oder direkt am Stamm
abgeschnitten werden.
Das passende Werkzeug
Zum Kürzen des Stammes kann eine Gartenschere Verwendung
finden, bei dünneren Seitentrieben genügt ein
scharfes Messer. Je schärfer das Werkzeug ist, um so weniger
wird der Gummibaum bei der Maßnahme verletzt. Dennoch tritt
bei jedem Schnitt eine milchige Flüssigkeit aus. Der Gummibaum
„blutet“. Die Wunde sollte so schnell wie
möglich verschlossen werden, um ein Austrocknen zu verhindern.
Die Wunde versorgen
Dem Verschließen der Wunde dient warmes Wasser und Wachs.
Zunächst wird warmes Wasser auf die Wunde geträufelt,
im Anschluss wird diese mit weichem Wachs verschlossen. Alternativ
können im Handel erhältliche Kunststoff-Pfropfen
Verwendung finden. Eine alte Gärtnerweisheit besagt, dass der
beste Zeitpunkt zum Beschneiden in den Abendstunden und in den
Wintermonaten liegt. In diesen Zeiten ruht die Pflanze, so dass weniger
Flüssigkeit austritt und der Gummibaum seine Kraft besser zum
weiteren Wachstum sammeln kann. Wird er in den Wintermonaten
gekürzt, treibt er im Frühjahr neu aus.
An der Schnittstelle kann trotz Wundversorgung ein Stück des
Stammes austrocknen und absterben. Dies ist kein Grund zur Sorge,
sofern es sich nur um den Teil oberhalb des „schlafenden
Auges“ handelt. Aus optischen Gründen kann dieser,
sofern er tatsächlich ausgetrocknet ist, entfernt werden. Der
Gummibaum wird dennoch wieder austreiben. Andernfalls ist es
empfehlenswert, den abgestorbenen Teil zusammen mit einem Teil des
gesunden Stammes zu entfernen. Der Schnitt sollte dann erneut oberhalb
eines „schlafenden Auges“ ausgeführt
werden, um einen gesunden Wuchs zu fördern.