Ingwer ist eine hellbraune Gewürzknolle, die bei uns in einem gut sortierten Supermarkt erhältlich ist. Als Gewürz verleiht es dem Essen einen brennend scharfen und würzigen Geschmack und ein unverwechselbares Aroma. Als Tee oder als Zusatz von Kaffee wirkt er schweißtreibend. Auch als Arzneimittel wirkt Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen und schmerzlindernd bei Wunden.
Aber wer hätte gedacht, dass Ingwer auch eine sehr interessante und leicht zu ziehende Zimmerpflanze ist?
Herkunft
Ingwer (Zingiber officinale) ist eine tropische Pflanze. Sie kommt ursprünglich aus Indien, wird aber jetzt in großem Stil in Indien, China, Japan und teilweise auch in Afrika angebaut.
AussehenDie etwa 1,2 m hohe Staude blüht jedes Jahr um dieselbe Zeit und wirkt als Zierpflanze im Zimmer sehr dekorativ.
Aus einem unterirdischen Rhizom wachsen hohe Sprosse, die wechselartige schilfartige Blätter tragen. Die schmalen Blätter werden 10-20 cm lang und etwa 2 cm breit. Die gelblich-grünen Blüten wachsen ebenfalls direkt aus dem Rhizom.
StandortVon Februar bis Oktober braucht der Ingwer es hell und warm. Im Sommer sind Temperaturen von 30°C kein Problem. Wird die Pflanze im Sommer im Freien gehalten, ist ein sonniger, aber von Dauerregen geschützter Platz zu wählen. Bei Zimmerkultur ist ein Fensterplatz mit ausreichender Sonneneinstrahlung am besten (Süd- oder Südwest-Fenster).
Wichtig ist, dass die Pflanze ständig feucht gehalten wird, dann wachsen auch Knolle und Stängel sehr schnell. Braune Blattspitzen und Stängel sind ein Anzeichen für zu wenig Wasser.
Im Spätherbst zieht die Pflanze ein. Blätter und Sprosse sterben ab, nur der Rhizom überlebt in der Erde. Ohne zu gießen kann er an einem Standort kühl, dunkel und trocken überwintern. Erst im Frühjahr wird der Rhizom wieder ans Licht gestellt und gegossen. Beim Ansteigen der Temperaturen treibt er wieder aus.
AnzuchtEine im Handel erhältliche Knolle wird auf Pflanzen- oder Anzuchterde gelegt und mit höchstens 2 cm dicker Erde bedeckt. Beim Kauf einer Knolle ist darauf zu achten, dass sie prall und gesund aussieht und keine Fäulnisstellen aufweist.
Zur Vermeidung von Staunässe und Fäulnis ist ein Topf zu verwenden, der eine gute Dränage besitzt. Es wird zunächst nur leicht angegossen. Der Topf wird mit einer Plastikfolie bedeckt, die für eine erhöhte Luftfeuchte sorgt.
Als Standort sollte ein schattiger Platz bei ca. 20°C gewählt werden.
Die austreibende Ingwerwurzel verträgt keine pralle Sonne. Ein schattiger Heizungsplatz wäre ideal für das Gewächs. Nach einigen Wochen beginnt das Rhizom zu wurzeln. Wenn sich ein Spross gebildet hat, sollte man den Ingwerkeimling umtopfen und an einen sonnigen Platz unterbringen. Die Plastiktüte kann entfernt werden.
Ab dem zweiten Jahr kann von März bis August alle zwei Wochen mit flüssigen Volldünger in niedriger Konzentration gedüngt werden.
Vermehrung
Zur Vermehrung der Pflanze wird ein Stück von der Knolle abgeschnitten und wieder in neue Erde eingesetzt. Die Knolle treibt dann erneut aus.
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