Orchideen sollten immer dann umgetopft werden, wenn sie ihr
bisheriges Pflanzgefäß vollkommen
ausgefüllt haben und das Pflanzsubstrat verbraucht ist. Dies
ist dann der Fall, wenn es seine lockere Struktur verloren hat und
alkalische Reaktion zeigt. Der richtige Zeitpunkt für das
Umtopfen ist meist das Frühjahr, bevor die Orchidee frische
Triebe macht.
Es gibt heute sehr gute fertige Pflanzsubstrate als so
genannte "Orchideenerde" auf dem Markt, deren Erwerb durchaus zu
empfehlen ist, wenn man es nicht vorzieht, selbst eine entsprechende
Mischung herzustellen. Die fertigen Substrate bestehen meist zum
überwiegenden Teil aus Pinienrinde mit einem Zusatz von Torf
und Kokosfasern - streng genommen handelt es sich also keineswegs um
Erde! Dabei wird freilich übersehen, dass Orchideen entweder
als Epiphyten oder als terrestrische Pflanzen gedeihen, für
die im Idealfall auch unterschiedliche Substrate Verwendung finden
sollten.
Grundsätzlich sollte jedes Orchideensubstrat eine
hohe Wasser- und Luftdurchlässigkeit garantieren, Wasser
möglichst gut ableiten und schwer verrottbar sein.
Spezialisten mischen für epiphytische Orchideen zwei Teile
klein gehackte Wurzeln des Königs- oder Rispenfarns (Osmunda)
mit einem Teil Torfmoos (Sphagnum) und einem halben Teil Buchenlaub.
Für terrestrische Arten wird die Mischung aus einem Teil
Osmunda, einem Teil zerkleinerten Wurzeln von Tüpfelfarnen
(Polypodium), zwei Teilen Sphagnum und einem Teil Gartenerde
hergestellt. Modernere Mischungen fügen außerdem
noch Styropor, Perlite oder so genannte Orchid Chips bei.
Selbstverständlich müssen alle Wurzeln gut gereinigt
und abgespült werden, um keine Krankheitserreger
einzuschleppen.
Beim Umtopfen selbst werden abgestorbene oder offensichtlich
nicht mehr lebensfähige Pflanzenteile mit einem scharfen
Messer entfernt und dann die Wurzel oder das Rhizom mit neuem
Pflanzsubstrat umgeben und leicht in ein neues
Pflanzgefäß gedrückt. Bei sehr
kräftigen oder stark wüchsigen Exemplaren kann bei
dieser Gelegenheit das Rhizom mit einem scharfen Messer geteilt und die
Orchidee so vegetativ vermehrt werden.
Pflanzgefäße sind heute meist aus
Kunststoff hergestellt, bisweilen auch noch aus Ton. Im Prinzip sind
beide Arten von Behältnissen für Orchideen nicht
ideal, da sie den so wichtigen Luftzutritt zur Wurzel behindern.
Viel besser geeignet sind Kulturkörbchen, die es aus
verschiedenen Hölzern fertig im Handel zu kaufen gibt. Mit
etwas Geschick können diese aber auch leicht selbst
hergestellt werden. In ihnen haben die empfindlichen Wurzeln der
Orchideen genügend Luft und können sich
ungestört ausbreiten, was für das Wachstum der
Pflanze sehr hilfreich ist. Freilich eignet sich diese Kultur
für die Wohnung kaum, da ständig Substratteile und
Wasser austreten.
Deshalb wird im Normalfall doch immer auf
Kunststofftöpfe zurückgegriffen werden
müssen. Diese sollten dann aber wenigstens nicht schwarz sein:
die schwarze Farbe führt schnell zu einer schädlichen
Überhitzung bei Sonneneinstrahlung und stört so das
Wachstum der Orchidee. Wer Glück hat, der findet aber auch
spezielle Orchideentöpfe aus durchsichtigem und leicht
gelochtem Kunststoff, die nicht nur den Luftzutritt erleichtern,
sondern gleichzeitig auch eine visuelle Kontrolle des Wurzelwachstums
ermöglichen.