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Gemüsepflanzen

Dicke Bohnen – Haltbarmachung durch Trocknen

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Dicke Bohnen - Haltbarmachung durch Trocknen

Dicke Bohnen (Vicia faba) sind eine Art aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie werden unter anderem als Ackerbohnen, Saubohnen, Viehbohnen, Favabohnen, Puffbohnen, Feldbohnen, Pferdebohnen, Fababohnen und Faberbohnen bezeichnet. Seit der Einführung der aus Amerika stammenden Gartenbohnen im 17. Jahrhundert dienen sie in Europa hauptsächlich als Viehfutter.

Zuvor stellten sie eine der wichtigsten Eiweißquellen für Menschen im Mittelalter dar, da man leckere Speisen aus ihnen zubereiten kann. Da Ackerbohnen sehr hohe Erträge einbringen, sollte man beim Anbau im eigenen Garten wissen, wie man sie durch Trocknung haltbar macht.

Erntezeitpunkt

Sind Dicke Bohnen für die Zubereitung mitsamt Hülsen bestimmt, erntet man sie unreif. In diesem Stadium eignen sie sich jedoch nicht für die Trocknung. Hat man mehr Bohnen geerntet, als man verarbeiten kann, sollte man sie zubereiten und als fertige Speisen einfrieren. Um Platz im Kühlfach zu sparen, belässt man die Hülsenfrüchte so lange wie möglich an den Pflanzen.

Trocknung an den Pflanzen

Trocknung an den Pflanzen


Die einfachste Trocknungsmethode ist, die Bohnen an den Pflanzen trocknen zu lassen. Dabei bleiben sie hängen, bis sich die Schoten zunächst gelb, später braun verfärben und vertrocknen. Zu diesem Zeitpunkt kann man sie abnehmen und die Samenkörner auslösen.

Die Hülsen sind nicht mehr essbar, eignen sich aber gut für die Kompostierung. Die Körner sehen trocken aus, können aufgrund ihrer namensstiftenden Dicke etwas Restfeuchtigkeit enthalten. Aus diesem Grund legt man sie einige Tage zur Lufttrocknung aus, bevor man sie einlagern kann.

Lufttrocknung

Lufttrocknung
Die Lufttrocknung eignet sich für Bohnen, die einen Wassergehalt von höchstens 18% aufweisen, also zumindest teilweise an den Pflanzen vorgetrocknet sind. Das Trocknen erfolgt in warmen, trockenen Innenräumen. Die Luftfeuchte sollte maximal 17 bis 18% betragen, um die Bildung von Schimmel zu vermeiden.

Legen Sie die ausgelösten Samenkörner auf Gittern, Blechen oder Brettern aus, ohne dass sie sich berühren. Gitter sind die beste Variante, da sie eine ausreichende Luftzirkulation zulassen. Bei der Verwendung von Blechen oder Brettern muss man Ackerbohnen regelmäßig wenden, sodass sie von allen Seiten gleichmäßig trocknen.

Trocknung durch Hitze

Trocknung durch Hitze
Deutlich schneller ist die Trocknung in einem Ofen oder mit Hilfe eines Dörrapparats. Die Geräte eignen sich auch für reife Bohnen, die einen Wassergehalte über 18% aufweisen. In diesem Fall sind jedoch mehrere Trocknungsdurchgänge notwendig, da der Wassergehalt pro Durchgang um lediglich 4% sinkt.

Stellen Sie eine Temperatur von maximal 40°C ein. Sollen die Bohnen als Saatgut dienen, ist die Temperatur während des Trocknungsvorganges kritisch, um die Keimfähigkeit zu erhalten. Sie darf bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 22% nicht über 32°C, bei 20% nicht über 34°C, bei 18% nicht über 37°C und bei 16% nicht über 39°C liegen. Meist bleibt sie während des ganzen Vorganges etwas niedriger als die Lufttemperatur im Gerät. Man sollte sie jedoch mehrfach kontrollieren, um sicher zu gehen. Hitze darf pro Trocknungsvorgang maximal 80 Minuten auf die Bohnen einwirken. Danach lässt man sie auskühlen und lagert sie für 3 Tage bei Temperaturen zwischen 15 und 20°C, bevor der nächste Trocknungsvorgang erfolgen kann.

Lagerung

Vollständig getrocknete Ackerbohnen füllt man in luftdurchlässige Behälter, wie Säcke, und lagert sie an trockenen Standorten. Zum Verzehr gedachte Bohnen können bei einem Feuchtigkeitsgehalt von etwa 14% Jahre überstehen. Für die Keimfähigkeit von Saatgut ist eine Restfeuchte von 15% und eine Lagerung bei 10°C idealer. Für eine kurzfristige, kühle Aufbewahrung vor der Zubereitung reicht eine Trocknung auf 16% aus.

Expertentipp

Verzehren Sie getrocknete Bohnen niemals roh, denn sie quellen im Magen auf und können Bauchschmerzen oder Erbrechen verursachen. Um sie wie frische Bohnen verwenden zu können, legt man sie vor der Zubereitung über Nacht in Wasser.

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