Ein beliebtes Hilfsmittel bei der Stecklingsvermehrung ist das Bewurzelungspulver. Dieses hat sich als besonders wirkungsvoll bei Rosen und Gehölzen herausgestellt. Gerade Hobbygärtner möchten ihre Pflanzen selbst teilen, vermehren oder durch Stecklinge neu anzüchten. Bewurzelungspulver ist auch als sogenannter Wurzelaktivator im Handel erhältlich und regt den Prozess der Pflanzenvermehrung stark an. Doch nicht alle Gewächse springen auf den Aktivator an – nicht zuletzt, auch weil die vorgegebene Anwendung nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Doch wie wirkt das Bewurzelungspulver und welche Alternativen gibt es?
Wirkung Bewurzelungspulver
Richtiges Bewurzelungspulver enthält die drei natürlichen Wachstumshormone Indol-3-Essigsäure, Indol-3-Buttersäure und 1-Naphthalynessigsäure. Es enthält außerdem verschiedene Füllmittel wie Talkum und Alkohol, welche lösend wirken. Die Wachstumshormone kommen in allen höheren Pflanzen vor und sind dort für das Längenwachstum sowie die Zellteilung zuständig. Im Bewurzelungspulver sorgen die Hormone dafür, dass die Triebe der Stecklinge schneller Wurzeln ausbilden. Somit wird das Wurzelwachstum also maßgeblich durch den Aktivator beschleunigt und schnellere Bewurzelungserfolge werden erzielt. Zudem sinkt bei der Verwendung des Pulvers die Ausfallrate deutlich. Besonders bei wertvollen und teuren Pflanzen ist dies von großer Bedeutung!
Das Bewurzelungspulver kann also dabei helfen, ein kräftiges Wurzelsystem auszubilden. Diese Wurzeln sind länger, dicker und sorgen somit später sowohl für eine bessere Wasseraufnahme, als auch für eine bessere Nährstoffaufnahme. Zudem werden die Gewächse schneller groß und benötigen nach der Einpflanzung weniger Pflege als andere Pflanzen. Da es sich bei dem chemischen Bewurzelungspulver allerdings um eine Hormonbehandlung der Pflanzen handelt, ist dieses in Deutschland nicht im Hobbygarten-Bereich zugelassen. Lediglich der professionelle Gartenbau darf den chemischen Aktivator benutzen. Hobbygärtner vertrauen aber auf einen alternativen Wurzelaktivator für den Hausgebrauch.
Anwendung Bewurzelungspulver

Es gibt diverse Formen, in denen Bewurzelungspulver dargereicht wird. Dies kann Pulver oder Gel sein, eine weitere Möglichkeit sind Tabletten. Die Haltbarkeit der Produkte variiert stark, weshalb die Produktbeschreibung vor der Anwendung genau durchzulesen und zu befolgen ist. So kann der Aktivator zum einen mit der Pflanzenerde vermischt werden oder aber direkt in die Pflanzlöcher gegeben werden. Bei einigen Mitteln ist es möglich, dass die Schnittstelle des Stecklings direkt in das Pulver getaucht werden kann. Gels und Tabletten werden in der Regel erst in Wasser aufgelöst und dann beim Angießen als Nährlösung verwendet.
Folgende Verfahrensweisen sind geläufig:
- Das Pulver wird in Wasser aufgelöst und zum Umtopfen oder zum Angießen der Stecklinge verwendet
- Es findet ein Vermischen des Aktivators mit der Anzuchterde statt, wobei auf das richtige Verhältnis geachtet werden muss
- Das Ende des Stecklings ist mit dem Wurzelpulver zu betupfen
- Der Aktivator wird in das zukünftige Pflanzloch gestreut
Aufgrund der zum Teil chemischen Inhaltsstoffe sollten in jedem Fall Handschuhe getragen werden. Der Kontakt des Pulvers mit Schleimhäuten, Augen und Atemwegen ist dringend zu vermeiden! Kinder sollten das Pulver nicht in die Hände bekommen, somit ist das Produkt am besten in einem Schuppen oder abgeschlossenen Schrank aufgehoben. Nach der Anwendung sind die Hände und Arme trotz der Handschuhe gründlich zu waschen.
Für diese Stecklinge eignet sich der Aktivator

Für diesen Auszug an Stecklingen eignet sich das Bewurzelungspulver:
- Rosen
- Hortensien
- Pelargonien (Geranien)
- Schneeball
- Oleander
- Flieder
- Deutzien
- Fleißige Lieschen
- Fuchsien
- Buchsbaum
- Thymian
- Lavendel
- Salbei
Alternative zum chemischen Aktivator
Eine bewährte Möglichkeit zum chemischen Bewurzelungspulver ist die Verwendung von Weidewasser, in dem die Stecklinge gezogen werden. Um Weidewasser herzustellen, werden junge Weidenäste zerkleinert und in Wasser eingeweicht. Vor dem Einsetzen sind die Stecklinge mindestens für 24 Stunden in diesem Wasser ziehen zu lassen. Weiden haben von Natur aus einen hohen Indol-3-Buttersäure Hormon-Haushalt, weshalb die Verwendung von ihnen auch so gut funktioniert. Natürliches Bewurzelungspulver aus Algenextrakt ist auch für Hobbygärtner im Handel erhältlich und enthält nicht chemische Wachstumshormone, Spurenelemente und Nährstoffe.
Expertentipp
Wer einen zu 100% natürlicher Wurzelaktivator möchte, kann auch auf Hausmittel zurückgreifen. Diese sind unter anderem vorgemahlener Zimt aus dem Lebensmittelfachhandel. Die Schnittfläche des Stecklings wird vor dem Einpflanzen mit dem Zimtpulver eingerieben. Hierdurch wird die Schnittstelle desinfiziert und dies bildet eine günstige Ausgangslage für die Wurzelbildung. Ein weiterer Aktivator ist Apfelessig. 1 Teelöffel hiervon wird mit 6 Tassen Wasser vermischt und der Steckling wird kurz in die Lösung getaucht. Anschließend kann die Jungpflanzen eingepflanzt werden.
Der Essig tötet gezielt Pilze ab und schützt vor Infektionen, welche das Wachstum hemmen. Honig kann ebenfalls eine Alternative zum chemischen Bewurzelungspulver sein. Dieser enthält die Vitamine B, PP, C, K und E. Außerdem Enzyme, Mineralien und Ascorbinsäure. Vor dem Einpflanzen wird die Schnittstelle mit Honig bestrichen und fördert so die Versorgung des Stecklings mit wichtigen Nährstoffen. Außerdem wirkt der Honig antibakteriell und tötet zudem wachstumshemmende Pilze ab. Wer den Steckling nicht direkt bestreichen möchte, kann auch eine Honig-Lösung herstellen. Hierfür wird 1 Teelöffel Honig mit 1 Liter Wasser gemischt und der Trieb für 12 Stunden in die Lösung gestellt.
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