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Unkraut, Moos & Schimmel

Brennnesseln bekämpfen

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Brennnesseln bekämpfen

Die Urtica

Bei der Brennnessel (lat.: Urtica) handelt es sich um eine krautige Pflanze, welche überwiegend auf stickstoffreichen Boden wächst und sich mithilfe des Nesselgifts vor Fressfeinden schützt.

Das Nesselgift setzt sich im Wesentlichen aus:

  • Histmamin,
  • Acetylcholin,
  • Natriumformiat,
  • und Serotonin zusammen.

Diese chemische Mischung wird über die Härchen der Blätter der Brennnesseln abgegeben. Es handelt sich bei der kleinen Brennnessel um ein einjähriges Gewächs, während die großen Brennnesseln mehrjährig sind. Die beiden Arten lassen sich unterscheiden, indem der Rand der Blätter verglichen wird. Die kleine Brennnessel besitzt eher rundlich abgesägte Blätter und die große Brennnessel verfügt über eher spitz abgesägte Blätter. In Deutschland kommt die große Brennnessel besonders häufig vor, jedoch lassen sich auch hier seltene Arten wie die Pillen-Brennnessel oder die Röhricht-Brennnessel vorfinden.

Brennnesseln im Garten loswerden

Brennnesseln im Garten loswerden

Keiner möchte seinen Garten von Brennnesseln zuwuchern lassen, sodass im Falle einer Ausbreitung der Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel eine nachvollziehbare Entscheidung darstellt. Allerdings dürfen die Unkrautvernichtungsmittel nur in gezielten Dosierungen verwendet werden, da sie beispielsweise auf dem Rasen und auf empfindlichen Nutzpflanzen schwerwiegende Schäden hervorrufen kann. Am besten sollten das Unkrautvernichtungsmittel für die Brennnesseln von März bis Oktober eingesetzt werden. Alternativ können mit etwas mehr Arbeitsaufwand die Brennnesseln von Hand gejätet werden, allerdings sollten sich bei dieser Variante die Wurzeln der Brennnesseln noch nicht allzu weit ausgebreitet haben. Andernfalls wird die Entfernung der Brennnesseln zu einer langwierigen und anstrengenden Aufgabe.

Selbstverständlich sollten auch geeignete Handschuhe verwendet werden als auch auf ausreichend lange Kleidung zurückgegriffen werden, um den Kontakt mit der Brennflüssigkeit weitestgehend zu vermeiden. Weiter ist im Hinblick auf die manuelle Entfernung von Brennnesseln hilfreich, zuerst die Brennnesseln mit einem Rasenmäher abzumähen und anschließend die Wurzeln auszugraben. Bestenfalls werden Brennnesseln nach einem Regenguss entfernt, weil sich die Wurzeln aus der feuchten und lockeren Erde deutlich leichter ausgraben lassen. Zudem bietet sich das Frühjahr zur Bekämpfung von Brennnesseln an, da die Pflanzen andernfalls anfangen sich selbst wieder auszusäen, sodass im nächsten Jahr weitere Brennnesseln entfernt werden müssten.

Brennnesseln mit Unkrautvlies oder Rindenmulch entfernen

Brennnesseln mit Unkrautvlies oder Rindenmulch entfernen
Eine weitere Möglichkeit zur Bekämpfung von Brennnesseln stellt die Verwendung von Unkrautvlies dar. Dieser wird über die abgemähten Brennnesseln gelegt und z.B. mit Kies verschönert. Nach einem halben Jahr sind die Wurzeln der Brennnesseln auf jeden Fall abgestorben. Diese Methode kann auch mit ausschließlich organischen Hilfsmitteln vonstattengehen, indem eine verhältnismäßig dicke Schicht reichlich gemulchter Rasenschnitt auf den abgemähten Brennnesseln ausgebreitet wird. Der gemulchte Rasenschnitt entzieht den Wurzeln das Licht der Sonne und verhindert das Wachstum der Pflanze. Im Übrigen würde eine vollständige Ausrottung der Brennnesseln einen erheblichen ökologischen Schaden darstellen, weil viele Raupenarten wie etwa der Admiral die Blätter der Brennnesseln fressen. Im weiteren Verlauf wird Brennnessel in der Funktion als Nutzpflanze thematisiert.

Die Brennnessel als Nutzpflanze

Die Brennnessel als Nutzpflanze
Tatsächlich besitzt die Brennnessel auch eine Reihe positiver Eigenschaften. Sie lässt sich zum Beispiel zu einem Salat, zu einem mineralstoff- und vitaminhaltigen Tee sowie zu Brennnesselsud- und jauche verarbeiten. Der Brennnesseltee wirkt harntreibend, regt den Kreislauf an und lindert die Symptome von Gelenkerkrankungen wie Arthrose und Rheuma. Weiter kann er bei schweren Hauterkrankungen wie beispielsweise Akne heilende Wirkungen aufweisen. Der Brennnesselsalat ist zwar ebenfalls gesund, allerdings besitzt er einen eher herben Geschmack. Der Brennnesselsud kann sogar als Pestizid fungieren, da beispielsweise Blattläuse und Spinnmilben die Inhaltsstoffe nicht vertragen können.

Die Herstellung von Brennnesseljauche beginnt mit der Vermischung von zerhackten Brennnesseln und Wasser in einem Verhältnis von 1 zu 5. Dementsprechend würden 1000 Gramm Brennnesseln mit 5000 Milliliter Wasser vermengt werden. Diese Mischung muss in einem Plastikgefäß für mindestens zwei Wochen ziehen. Das Gemisch sollte während dieses Prozesses einmal täglich verrührt werden, um zu verhindern, dass sich die Blätter am Gefäßboden absetzen. Vor der Verwendung als Dünger sollte die Brennnesseljauche unbedingt verdünnt werden. Die erforderliche Konzentration der Jauche ist abhängig von dem Alter und der Art der Pflanze, welche gedüngt werden soll. Eher junge Pflanzen sollten mit einer Mischung aus Brennnesseljauche und Wasser im Verhältnis von 1 und zu 20 gedüngt werden, während etwas ältere Pflanzen eine Konzentration von 1 zu 10 vertragen können.

Das Ansetzen des Brennnesselsuds erfolgt prinzipiell ähnlich wie bei der Brennnesseljauche, allerdings zieht die Mischung für lediglich 12 bis 24 Stunden. Dadurch werden in erster Linie nur die Nesselgifte gelöst, während die Nährstoffe weiterhin in den Blättern verbleiben. Zugegebenermaßen eignet sich der Brennnesselsud nicht zur Bekämpfung von mehrjährigen Wurzelkräutern, dennoch stellt der Sud eine umweltverträgliche Alternative zu kommerziellen sowie chemischen Unkrautvernichtungsmitteln dar.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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