Chinesische Lagerströmien gehören zur Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) und zur Ordnung der Myrtenartigen (Myrtales). Die prächtig blühenden Gewächse werden auch als Chinesische Kräuselmyrten, Indische Lagerströmien, Affenrutschbäume oder Flieder des Südens bezeichnet. Der schwedische Naturforscher Carl von Linné benannte die Gattung nach dem mit ihm befreundeten schwedischen Direktor der Ostindienkompanie Carl Magnus von Lagerström.
Bei Chinesischen Lagerströmien handelt es sich laubabwerfende Büsche und Bäume, deren ovale und spitz zulaufende, glattrandige Blätter sich im Herbst zauberhaft verfärben. Chinesische Lagerströmien haben dank ihrer weiß, rosa, pink, rot oder violetten gefärbten Blüten, die an den bei uns heimischen Flieder erinnern, einen außerordentlichen Zierwert. Ob sie winterhart oder frostempfindlich sind, wird in diesem Beitrag aufgedeckt.
Herkunft und Kulturmöglichkeiten
Chinesische Lagerströmien (Lagerstroemia indica) stammen nicht aus Indien, sondern aus China und Korea. Die dekorativen Gewächse sind die einzige Art ihrer Gattung, die auch in Mitteleuropa gedeihen. Sie gelten als bedingt winterhart, sind dennoch frostempfindlich.
In milden Gebieten im Süden Deutschlands, wo auch Wein, Feigen und Pfirsiche gedeihen, können Chinesische Lagerströmien unter Vorbehalt im Freien kultiviert werden. Unter guten Bedingungen können die Bäume Wuchshöhen von bis zu 5 Metern erreichen. In kälteren Gebieten Mitteleuropas ist der Flieder des Südens ausschließlich für die Kultur in Kübeln auf Balkonen und Terrassen geeignet. Im südlichen Europa haben sie sich mancherorts zu beliebten Straßen- und Parkbäumen entwickelt.
Kultur auf Balkon und Terrasse

Anders als heimische Flieder (Syringa) blühen die endständigen Blütenrispen der Chinesischen Lagerströmien mit ihren gekräuselten Blütenblättern von Juli bis in den Oktober hinein. Nach der Blütezeit entwickeln sich kleine Fruchtkapseln, die die Samen enthalten.
Die Bäume benötigen langanhaltende Wärmeperioden, um Blüten bilden zu können. Aus diesem Grund sollten sie an vollsonnigen, geschützten, jedoch gut belüfteten Standorten kultiviert werden, insbesondere damit sie nach Regenschauern schnell abtrocknen.
Geeignetes Substrat und Düngergaben

Chinesische Lagerströmien benötigen hochwertiges, nährstoffreiches Substrat mit einem hohen Humusgehalt. Mit Hilfe einer Drainageschicht aus Sand, Kies oder Blähton in den Pflanzgefäßen kann Staunässe weitgehend verhindert werden. Ins Freie gepflanzte Exemplare benötigen ebenfalls eine Drainageschicht, um Staunässe zu verhindern. Das Substrat muss gleichmäßig feucht gehalten werden. Ist die Erde zu trocken, werfen sie ihre Knospen ab.
Chinesische Lagerströmien sollten von März bis September regelmäßig alle ein bis zwei Wochen mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt werden. Zum Düngen eignen sich hochwertige Flüssigdünger für Kübelpflanzen oder Stäbchen als Langzeitdüngung.
Beschnitt
Der Beschnitt von Kräuselmyrten erfolgt nach dem Abwurf des Laubs im späten Herbst, bevor die Pflanzen ihr Winterquartier beziehen. Durch einen konsequenten Beschnitt werden die Triebe kräftiger und die Blütenbildung wird angeregt.
Überwinterung
Chinesische Lagerströmien sollten vorzugsweise in halbdunklen, unbeheizten Räumen oder in unbeheizten Wintergärten bzw. Gewächshäusern an einem halbschattigen Standort bei 5 bis maximal 10 Grad Celsius überwintert werden. Haben sie ihr Laub abgeworfen, kommen sie mit wenig Licht zurecht. Das Substrat sollte auch im Winter leicht feucht gehalten werden.
Expertentipp
Werden Chinesische Lagerströmien in wärmeren Gefilden ins Freie gepflanzt, müssen Maßnahmen zum Schutz vor eisigen Temperaturen ergriffen werden. Den Wurzelbereich schützt man mit einer dicken Schicht aus Mulch oder Reisig. Die Kronen kann man zusätzlich mit atmungsaktivem Vlies umwickeln.
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