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Gartenpflege

Pflegeleichte Grabgestaltung

Lars Reibemann

Veröffentlicht

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Hat sich ein geliebter Mensch verabschiedet, so stellt sich die Frage nach der optimalen Grabgestaltung, welche ihm nicht nur eine schöne letzte Ruhestätte bieten soll, sondern im Idealfall mit vielen blühenden Blumen und Sträuchern ausgestattet ist, die das Grab als gepflegten und friedlichen Platz erscheinen lassen.

Insbesondere wenn die Angehörigen weiter weg wohnen und sich nicht wöchentlich um die Grabpflege kümmern können, ist eine pflegeleichte Grabgestaltung sinnvoll. Viele Friedhofsgärtnereien bieten eine oftmals teure Dauerpflege der Grabstätte an. Jedoch kann man sich das Geld sparen, indem das Grab bereits vorab so pflegeleicht wie möglich geplant wird. Es gibt zahlreiche Sträucher und Blumen, welche nicht regelmäßig mit Wasser versorgt werden müssen und sich ihre Nährstoffe aus dem Boden ziehen. Die richtige Bodenauswahl erspart außerdem das lästige Zupfen von Unkraut und beugt einer Verwilderung der letzten Ruhestätte vor.

Bereits bei der Planung des Grabes sollten verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, damit dies in Zukunft ohne großen Aufwand immer gepflegt und optisch ansprechend erscheint:

Zunächst gilt es, die Größe sowie die Lage der Grabstelle zu begutachten. Gibt es seitens der Friedhofsverwaltung eventuell besondere Vorgaben, welche es einzuhalten gilt? Die Art, Form sowie die Farbe des Grabmals beeinflussen ebenfalls die übrige Gestaltung des Grabes. Anhand des genauen Standortes der Grabstätte lassen sich die Licht- und Bodenverhältnisse bestimmen. Unter Umständen ist es zusätzlich sinnvoll, die Gestaltung der Nachbargräber zu berücksichtigen, damit ein einheitliches Bild entsteht. Die zeitlichen Kapazitäten, welche man für die Pflege hat, sowie das zur Verfügung stehende Budget spielen ebenfalls eine Rolle für die Gestaltung. Weiterhin ist es schön, wenn die Grabgestaltung im Einklang mit dem Charakter des Verstorbenen ist, damit seine letzte Ruhestätte auch seine Persönlichkeit ausstrahlt und somit auch den Angehörigen bei einem Besuch am Grab ein tröstliches Gefühl vermittelt.

Die richtige Vorbereitung der Grabstelle

Möchte man eine Dauergrabbepflanzung anlegen, so gilt es zunächst, die Pflanzfläche vollständig von Wurzelunkräutern, wie zum Beispiel Giersch, Brennnesseln oder Disteln, zu befreien. Werden die vorbereitenden Arbeiten für eine Dauerbepflanzung nicht sorgfältig durchgeführt, kann die pflegeleichte Gestaltung des Grabes letztendlich mehr Arbeit in Anspruch nehmen als eine herkömmliche Grabgestaltung. Sobald sich Wurzelunkraut zwischen den Stauden und Gehölzen im Boden befindet, so ist es unmöglich, dies komplett zu entfernen und man sieht sich regelmäßig dazu gezwungen, Unkraut zu jäten. Daher sollte der zu bepflanzende Bereich großzügig tief ausgegraben werden, wobei eventuell vorhandene Unkrautwurzeln sorgfältig beseitigt werden sollten. Anschließend gibt man unkrautfreie Blumenerde hinzu.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, für den Anfang lediglich Einjahresblumen anzupflanzen, um die Beschaffenheit der Pflanzfläche zu überprüfen. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob die Grabstelle wirklich frei von Unkraut ist. Im Anschluss legt man die Dauerbepflanzung mit der Gewissheit an, dass sich kein Unkraut zwischen den einzelnen Pflanzen ausbilden kann.

Die pflegeleichte Gestaltung sonniger Gräber

Befindet sich die Grabstelle in der Sonne, so sollte man zu hitze- sowie trockenbeständigen Pflanzen greifen. Insbesondere der Mauerpfeffer oder die Fetthenne sind hier geeignet, aber auch andere Sukkulenten-Arten stellen eine gute Wahl dar. Diese Pflanzen sind aufgrund ihrer Eigenschaft, Wasser speichern zu können, sehr trockenheitsresistent und überstehen somit auch lange Trockenperioden ohne große Probleme. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele von ihnen sogar über den Winter grün bleiben und auch in der kälteren, oft grauen Jahreszeit freundliche Farbe in die sonst so triste Umgebung zaubern. Sempervivium zum Beispiel ist besonders aufgrund seinen roten, bräunlichen oder grünen Farbtönen beliebt. Der Kriechende Günsel hat zwar einen recht hohen Wasserbedarf, stellt aber ansonsten ebenfalls eine pflegeleichte Pflanze dar und sorgt mit seinen blauen Blütenkerzen für eine optische Bereicherung der Grabfläche.

Die pflegeleichte Gestaltung schattiger Gräber

Eine Vielzahl von Gräbern befinden sich zwischen hohen Bäumen und sind somit im Schatten gelegen. Daher finden sich hier zum größten Teil grüne Pflanzen mit einem dunkleren Laub. Gerne darf man dort auch bunte Akzente durch die Anpflanzung von robusten und winterharten Purpurglöckchen setzen. Elfenblumen mit ihren kleinen, filigranen Blüten sorgen ebenfalls für ein schönes Farbenspiel. Fiederpolster ist ebenfalls winterhart und nicht nur für schattige Standorte geeignet, sondern auch äußerst pflegeleicht durch seinen sehr geringen Wasserbedarf. Die im Sommer entstehenden Blüten werten die Grabstätte zusätzlich auf.

Immergrüne Grabpflanzen zur Gestaltung der letzten Ruhestätte

Immergrüne Pflanzen verkörpern auf einem Friedhof die Unsterblichkeit, denn sie strahlen trotz der oft widrigen Umstände im Winter in ihrer lebendigen Farbe, während die meisten anderen Pflanzen kahl und trostlos wirken. Insbesondere als Grabumrandung können immergrüne Pflanzen ihre volle Wirkung enthalten. Zum Beispiel verfügt das Kleine Immergrün das ganze Jahr lang über grüne Blätter und bringt im Frühjahr hellblau-violette Blüten hervor. Durch seine maximale Höhe von zehn bis 15 Zentimeter eignet es sich hervorragend als dekorative Umrandung für eine Grabstätte. Sehr beliebt für diese Zwecke ist auch die Heckenmyrthe, welche für jeden Standort geeignet ist.

Die Auswahl der richtigen Pflanzen

Ein ganzjährig mit blühenden Pflanzen ausgestattetes Grab ist nicht nur ein hübscher Blickfang, sondern kann den Angehörigen zusätzlich bei der Trauerbewältigung behilflich sein. Blühende Tulpen oder auch bunte Schnittblumensträuße können beispielsweise farbliche Akzente setzen.

Grundsätzlich sollte man jedoch Pflanzen auswählen, welche selbst im Sommer zwei oder drei Tage ohne Wasser auskommen können. Die in leuchtendem Rot, Rosa oder Weiß blühende Dipladenia ist insbesondere wegen ihrer Hitzebeständigkeit und ihres geringen Wasserbedarfs beliebt. Weiterhin eignet sich die japanische Azalee, welche zur Gattung des Rhododendrons gehört. Sie verfügt über eine umfangreiche Blütenpracht, wächst jedoch langsam und vor allem niedrig.

Erde durch Kies ersetzen

Kies ist eine unkomplizierte und pflegeleichte Alternative zur Erde. Weiße Kieselsteine verleihen einem Grab außerdem einen edlen Charakter und bringen so die blühenden Farben der Pflanzen noch besser zur Geltung. Ist eine unauffälligere Variante gewünscht, so gibt es Kies auch in eleganten Grau- oder Naturtönen.

Man trägt den Kies flächendeckend auf die Erde auf und vermeidet so zusätzlich die Entstehung von Unkraut oder Moos, was die Pflege des Grabes zusätzlich erleichtert. Anstelle von Kies kann man jedoch auch Rindenmulch als Bodenbedeckung auswählen, auch dies beugt Unkraut vor und ist zusätzlich bereits sehr günstig erhältlich.

Die Vorteile von pflegeleichten Bodendeckern

Als Bodendecker werden Pflanzen bezeichnet, welche mehr in die Breite als in die Höhe wachsen und so innerhalb kurzer Zeit einen dicken und dekorativen Teppich ausbilden. Zusätzlich festigen Bodendecker den Boden, welcher so vor einer Auswaschung sowie einer Austrocknung bewahrt wird. Somit ist eine zusätzliche Bewässerung selbst im Sommer oftmals nicht erforderlich. Bodendecker vermeiden weiterhin das Wachstum von Wildkräutern oder Unkraut auf der Grabstätte und sorgen dadurch für eine große Arbeitserleichterung.

Viele Bodendecker tragen bunte Früchte, farbenfrohe Blüten oder entwickeln auch ein prächtiges Herbstlaub. Sie bilden daher eine pflegeleichte und kostengünstige Möglichkeit der Dauerbepflanzung eines Grabes. Stattet man eine Grabstätte mit Bodendeckern aus, so können diese für eine ansehnliche Grabgestaltung für mindestens zehn Jahre sorgen. Gepflegt werden müssen diese lediglich einmal pro Jahreszeit: Im Frühjahr sollte man verblühte Pflanzenteile oder einen unter Umständen vorhandenen Winterschutz beseitigen, im Sommer werden stark wachsende Bodendecker gekürzt oder auch eventuell vorhandenes Unkraut gezupft. Im Herbst werden die Bodendecker vom Laub befreit, während man im Winter für einen ausreichenden Winterschutz sorgt und nach Wunsch das Grab zusätzlich mit Zweigen dekorieren kann.

Die Auswahl und Pflanzung von Bodendeckern

Frühestens sechs Monate nach der Beisetzung kann mit der Grabbepflanzung begonnen werden. Zunächst sollte man den ausgewählten Grabstein bei der Auswahl der Bodendecker berücksichtigen, da diese weder die Inschrift verdecken noch den Stein überwuchern dürfen. Der Standort des Grabes sowie die Wuchsbedingungen der Pflanzen sind weiterhin ausschlaggebend für die Auswahl der Bepflanzung.

Als besonders langlebig und robust gelten bodendeckende Gehölze, welche jedoch ein bis drei Mal jährlich einen Schnitt erfordern, damit die gewünschte Form beibehalten werden kann. Es gilt, dass sommergrüne Stauden im Herbst oder im Frühjahr einen Rückschnitt erhalten, während immergrüne Stauden vollständig auf einen Schnitt verzichten können. Im Allgemeinen bieten Stauden den großen Vorteil, dass diese oft strahlende Blüten ausbilden und dadurch durch hübsche Farbakzente auf dem Grab sorgen.

Eine Vielzahl der Bodendecker verfügen über ein sehr schnelles Wachstum und können so innerhalb kürzester Zeit einen dichten Pflanzenteppich bilden. Hierzu ist jedoch erforderlich, dass die Pflanzen dicht beieinanderstehen müssen, somit sollte eine entsprechende Anzahl gekauft werden.

Bodendecker gelten allgemein als pflegeleichte Gewächse, benötigen jedoch in der anfänglichen Phase verstärkt Wasser. Sobald die Wurzelbildung abgeschlossen ist, können sich die Bodendecker selbständig mit Wasser versorgen.

Empfehlungen für pflegeleichte Bodendecker für sonnige Gräber

Für Gräber, welche an sonnigen Standorten liegen, sind insbesondere die nachfolgenden fünf Bodendecker empfehlenswert:

  • Kriechender Günsel
  • Katzenpfötchen
  • Stachelnüsschen
  • Teppichkamille
  • Thymian

Der Kriechende Günsel zählt mit seinen lila Blüten sowie seiner maximalen Höhe von 15 Zentimetern zu den robusten Bodendeckern, welche feuchten Boden bevorzugen. Er ist besonders pflegeleicht, da lediglich bei Bedarf seine Triebe abgestochen werden müssen.
Mit ihren feinen rosa Blüten und den silbrig erscheinenden Blättern sind Katzenpfoten ein oftmals gewählter Bodendecker für Grabstellen. Die maximal zehn Zentimeter hohen Gewächse gedeihen insbesondere in kalkarmen, trockenen Böden und müssen nur bedarfsweise von welken Blättern und Blüten befreit werden.

Die zur Familie der Rosengewächse zählenden Stachelnüsschen verfügen über eine eher unscheinbare Blüte, bringen jedoch rötlich-gelbe, stachelige Früchte hervor. Auch in trockenen Böden gedeihen diese Pflanzen sehr gut. Stachelnüsschen erreichen eine Höhe von bis zu fünf Zentimetern und benötigen im Winter eine schützende Abdeckung.

Die Teppichkamille strahlt mit weiß-gelben Blüten, welche einen angenehmen, süßlichen Duft verströmen. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 20 Zentimetern. Die Teppichkamille zählt ebenfalls zu den sehr pflegeleichten und robusten Pflanzen, da sie keine besonderen Böden präferiert und lediglich ihre Triebe bei Bedarf im Frühling zurückgeschnitten werden müssen.

Weiterhin gilt Thymian als gut geeigneter Bodendecker und stellt durch seine rötlich-violetten Blüten sowie den zierlichen Blättern eine Bereicherung insbesondere in trockenen und krümeligen Böden dar. Beliebt ist Thymian außerdem aufgrund seines leichten, würzigen Duftes. Er erfordert einen Schnitt nach seiner Blütezeit und benötigt im Winter eine leichte Abdeckung zum Schutz gegen Kälte.

Empfehlungen für pflegeleichte Bodendecker für schattige Gräber

Bei schattig gelegenen Gräbern eignen sich besonders die nachfolgenden fünf Bodendecker zur Anpflanzung:

  • Dickmännchen
  • Efeu
  • Elfenblume
  • Teppich-Golderdbeere
  • Schaumblüte

Die aufrecht austreibenden Dickmännchen erreichen eine maximale Höhe von 20 Zentimetern. Grabstellen, welche unter Laubbäumen liegen, verfügen im Herbst oft über viel Laub, welches von den Dickmännchen jedoch problemlos überwuchert werden kann. Sie benötigen lediglich einen regelmäßigen Schnitt.

Efeu gilt als schnell wachsendes Kriechgehölz, welches man nur im Frühjahr sowie im Sommer stutzen muss. Seine maximale Wuchshöhe liegt bei 20 Zentimetern. Auch Efeu ist in der Lage, Laub zu überwuchern.

Die Elfenblume verfügt über kleine, gelbe oder auch rosafarbene Blüten. Ihre großen Blätter strahlen im Herbst und Winter in einer leuchtend roten Farbe. Zur Elfenblume wird insbesondere bei der Bepflanzung von Doppelgräbern bevorzugt gegriffen. Außer einer regelmäßigen Befreiung von verblühten oder verwelkten Pflanzenteilen erfordern diese Pflanzen keine weitere Pflege.

Die bis zu zehn Zentimeter hohe Teppich-Golderdbeere verfügt über gelbe Blüten und ist auch für die Anpflanzung in trockenen Böden geeignet. Sie überwächst eventuell anfallendes Herbstlaub und muss bei Bedarf zurückgeschnitten werden.

Die weiß blühende Schaumblüte stellt außer der regelmäßigen Beseitigung verblühte Pflanzenteile keine besonderen Ansprüche. Sie verfügt über große Blätter und erreicht eine Höhe von zehn bis 12 Zentimeter.

Die Kombination verschiedener Bodendecker

Bei der Auswahl geeigneter Bodendecker zur Grabgestaltung muss man lediglich wenige Punkte beachten. Wichtig ist jedoch, dass für eine große Grabfläche entsprechend großblättrige Gewächse gewählt werden sollten, während man bei kleinen Gräbern eher zu zierlicheren Pflanzen greift. Kombiniert man nur wenige dezente Farben miteinander, kann dies bereits zu einem harmonischen Ergebnis führen. Es ist ebenfalls möglich, Bodendecker musterartig zu pflanzen. Weiterhin können Bodendecker mit unterschiedlichen saisonalen Pflanzen gemischt werden.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass die ausgewählten Pflanzen auf die Licht- sowie Bodenverhältnisse abgestimmt sein müssen.

Expertentipp

Der optimale Zeitpunkt für das Anpflanzen von Bodendeckern ist der Spätsommer. Auf diese Weise steht ihnen noch ausreichend viel Zeit zur Verfügung, um vor Einbruch des Winters Wurzeln auszubilden.

Es ist sinnvoll, zwischen den einzelnen Bodendeckern kleine freie Stellen auszusparen. Diese eignen sich für die Aufstellung von Pflanzschalen oder auch besonderen Grableuchten. Dies schafft nicht nur ein aufgelockertes Gesamtbild, sondern sorgt auch für eine ruhige und friedliche Atmosphäre.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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