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Bäume

Zierkirsche schneiden – wann?

Lars Reibemann

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Kaum ein anderes Gehölz erblüht im Frühling so üppig, wie die Japanische Zierkirsche. In Japan wird dem Erblühen des Baumes sogar ein eigenes Fest mit dem Namen “Hanami” gewidmet. Damit die Japanische Zierkirsche jedes Jahr wieder seine farbenfrohe Pracht entfalten kann, ist es wichtig, dass die regelmäßig zurückgeschnitten wird. Wie das genau funktioniert und was dabei zu beachten ist, wird im folgenden Artikel erläutert.

Die Japanische Zierkirsche – Arten und Lebensdauer

aus botanischer Sicht betrachtet gehört die Japanische Zierkirsche zur Familie der Rosengewächse und hierbei zur Gattung der sogenannten Prunus. Man unterscheidet grob zwischen zwei Varianten, die es, je nach Art als hängende oder säulenartig wachsende Zierkirsche gibt. So kann die Säulenzierkirsche eine Höhe von bis zu 12 Metern erreichen, während die hängenden Exemplare meist deutlich kleiner ausfallen. Als Strauch können die hängenden Varianten auch gut im Topf gedeihen. Zu den bekanntesten Arten gehören die folgenden Zierkirschen:

  • Frühlingskirsche (Prunus subhirtella)
  • Nelkenkirsche (Prunus serrulata)
  • Spiegelrindenkirsche (Prunus schmittii)
  • Rosa Winterkirsche (Prunus subhirtella Autumnalis Rosea)

Bei allen Arten der Japanischen Zierkirsche, egal ob hängend oder säulenartig, ist ein regelmäßiger Schnitt erforderlich, damit das robuste Ziergehölz seinen Besitzer durch eine lange Lebensdauer erfreuen kann. Diese kann bei richtiger Pflege von mehreren Jahren bis hin zu Jahrzehnten reichen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Baumschnitt?

Sowohl bei der Säulenzierkirsche als auch bei der hängenden Art der Japanischen Zierkirsche richtet sich der Zeitpunkt des Rückschnitts nicht nur nach der Jahreszeit, sondern auch nach dem Alter der Pflanze. Nach der Pflanzung eines jungen Gehölzes, braucht die Zierkirsche in den ersten zwei bis drei Jahren keinen Rückschnitt, denn sie soll zuerst einmal in Ruhe kräftig heranwachsen. Spätestens nach dem vierten Jahr sollte dann allerdings der erste Schnitt durchgeführt werden, da sonst die Blütenpracht mit der Zeit nachlässt und immer weniger Blüten wachsen. So sollte der reguläre Auslichtungsschnitt nach der ersten Blüte im Juni erfolgen. Müssen jedoch erkrankte Äste entfernt werden, so ist der beste Zeitpunkt zum Schneiden der Spätherbst, denn dann verkraftet der Baum diesen Eingriff in der Regel am besten.

Die Arten des Rückschnitts

Eine Japanische Zierkirsche zurückzuschneiden ist in vielen Fällen empfehlenswert. Nicht nur bei Krankheiten ist daher ein Rückschnitt erforderlich.

Hier ein Überblick über die unterschiedlichen Schnittarten:

  • Erster Schnitt
  • Großer Herbstschnitt
  • Formschnitt
  • Auslichtungsschnitt
  • Schnitt bei Krankheit

Der erste Schnitt

Nach zwei bis drei Jahren ist bei der Japanischen Zierkirsche die Zeit für den ersten Rückschnitt gekommen. Vorher braucht das Gehölz genügend Zeit, um sich ausreichend zu entwickeln. Optimalerweise findet dieser erste Rückschnitt im Juni, nach der ersten Blüte statt. Es gibt auch Exemplare der Zierkirsche, die zweimal im Jahr blühen. Hier kann auch im Herbst der erste Schnitt erfolgen. Da die Japanische Zierkirsche relativ schnittempfindlich ist, sollte allerdings der erste Schnitt kein Radikalschnitt sein. Normalerweise genügt es, bei ersten Schnitt die Baumkrone ein wenig auszulichten, damit genügend Licht an das Blattwerk kommt und es gut belüftet wird. Hierbei werden die Äste entfernt, die die natürliche Wuchsform stören. Zu lange geratene Zweige und Äste können entfernt werden, indem sie oberhalb der Knospe eines neuen Ast-Triebes abgeschnitten werden. Um die jungen Triebe nicht zu verletzen sollten ältere Triebe nah am Absatz abgeschnitten werden. Ebenso müssen kranke oder geknickte Zweige entfernt werden.

Der große Herbstschnitt

Dieser Rückschnitt ist ratsam, um die Form zu erhalten und die Gesundheit der Japanischen Zierkirsche zu gewährleisten. Hierbei werden tote und kranke Äste entfernt, sowie quer wachsende oder störende Zweige abgeschnitten. Tote Äste sollten möglichst dicht am Stamm entfernt werden. Wenn der Hochstamm beschnitten werden soll, dann ist der Herbst ebenso die geeignete Zeit dafür. Allerdings sollte er nur minimal gekürzt werden. Im Rahmen des Herbstschnitts ist zudem eine Formgebung möglich.

Der Formschnitt

Bei der hängenden Variante der Japanischen Zierkirsche ist in der Regel ein Formschnitt überflüssig, da sie ihre Form durch ihre Wuchsrichtung nach unten bereits selbst vorgibt und das Kronenwachstum kaum beeinflusst wird. Allerdings kann ab und zu ein sogenannter Ordnungsschnitt zum Auslichten nicht schaden, um eine ansprechende Optik zu erhalten. Auch könnte es erforderlich werden, zu lange gewordene, herabhängenden Äste in der Länge zu kürzen, damit diese aufgrund ihres Gewichts den Baum nicht zu sehr belasten. Die Hochstamm-Zierkirsche kann hingegen ganz nach Wunsch in Form gebracht werden, indem die Krone zurechtgeschnitten wird. Für den Formschnitt eignet sich der goldene Oktober am besten. Bei der Formgebung sind viele Möglichkeiten gegeben. So kann man die Baumkrone wahlweise rund, eckig, flach oder spitz zulaufend zuschneiden. Beim Schnitt wird sich dabei immer an der Kronenmitte orientiert. Wichtig dabei ist auch, dass das Sonnenlicht bis hinein ins tiefe Geäst der Zierkirsche scheinen kann und die überstehenden Zweige etwas unterhalb des Haupttriebs abgeschnitten werden.

Der Auslichtungsschnitt

Damit sich die Äste nicht gegenseitig in die Quere kommen und sich in ihrem Wachstum behindern, wird das Geäst regelmäßig ausgelichtet. Dies gilt sowohl für die Säulenzierkirsche als auch für die hängende Variante. Eine Auslichtung sorgt nicht nur für eine schönere Optik, sondern dient auch der Gesundheit des Baumes. Außerdem werden so die Wachstumskräfte gebündelt und der Baum kann sich auf die nächste Blütezeit besser vorbereiten, da die Nährstoffe nicht in überflüssige Äste fließen.

Schnitt bei Krankheit

Ist die Japanische Zierkirsche von Krankheiten befallen, ist es wichtig, die betroffenen Äste so schnell wir möglich abzuschneiden, um zu verhindern, dass sich die Krankheitserreger auf den ganzen Baum ausbreiten. Doch nicht nur der gewissenhafte Schnitt ist wichtig, sondern auch eine rasche Entsorgung des Schnittabfalls, da sich sonst die Keime oder die Sporen von Pilzen rasch wieder im Gehölz ansiedeln. Dabei ist darauf zu achten, dass das Schnittgut nicht auf dem Kompost landet, denn es könnten womöglich auch andere Pflanzen von den Keimen befallen werden. Am besten wird es über den Grünabfall (braune Tonne) entsorgt oder direkt verbrannt. Ebenso muss auch das Werkzeug gründlich gereinigt werden, um sicher zu gehen, dass keine Keime zurückbleiben.

Benötigtes Material

Für die Grundausrüstung zum Zurückschneiden ist Einiges an Werkzeug nötig, das mitunter recht kostspielig sein kann. Dennoch sollten hier bei der Qualität keine Abstriche gemacht werden. Gerade für die empfindliche Zierkirsche lohnt es sich, mit hochwertigem Equipment zu arbeiten. Stumpfe Werkzeuge führen zu Rissen im Holz, durch die leicht die unterschiedlichsten Krankheitserreger eindringen können.

Diese Materialien gehören beim Rückschnitt zur Grundausrüstung:

  • Gartenschere für kleine Zweige
  • scharfe Astschere
  • scharfe Säge für den Hochstamm
  • stabile Leiter oder Klappleiter
  • Wundschutzmittel

Expertentipp

Altes Holz sollte immer erhalten bleiben, daher muss beim Schnitt darauf geachtet werden, das alte Holz nicht zu verletzen. Es ist die Basis der Japanischen Zierkirsche, denn von hier aus treiben jedes Jahr die neuen Äste aus. Wird zu tief in das alte Holz hineingeschnitten, kann dies dazu führen, dass der Austrieb geschwächt wird und sich die Blütezeit verzögert oder nur sehr schwach ausfällt. Wird das alte Holz verletzt, muss es umgehend behandelt werden, denn eine Krankheit in der Baumbasis der Zierkirsche ist nur schwer wieder in den Griff zu bekommen.

Häufige Fragen

Sollte man ein Wundschutzmittel benutzen?

Unter Hobby- und Profigärtnern scheiden sich bei diesem Thema häufig die Geister und manche weigern sich schlichtweg, ein Wundschutzmittel anzuwenden. Dennoch empfiehlt es sich, nach dem Schnitt ein Wundschutzmittel auf die Schnittstellen aufzutragen. Gerade bei der Japanischen Zierkirsche sind die frischen Schnittwunden sehr empfindlich und anfällig für Krankheiten. Mit dem Verschluss der Schnittstellen kann man gezielt der Ausbreitung von Keimen entgegenwirken. So bleibt das Gehölz gesund und die Zierkirsche hat eine längere Lebenserwartung. Wie oben erwähnt müssen ebenfalls verletzte Stellen am alten Holz mit einem Wundschutzmittel behandelt werden.

Welche Fehler sind möglich?

Beim Rückschnitt der Japanischen Zierkirsche können einige Fehler passieren. Diese sind meist folgende:

  • zu früher Beginn des Rückschnitts nach dem Pflanzenteile
  • zu starker oder radikaler Rückschnitt
  • kein Rückschnitt der wilden Triebe
  • Rückschnitt zur falschen Jahreszeit
  • die Benutzung von stumpfem Werkzeug
  • zu tiefe Schnitte in das alte Holz
  • Verzicht auf Wundschutzmittel
  • Unsachgemäße Entsorgung des kranken Materials

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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