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Bäume

Essigbaum entfernen und vernichten

Lars Reibemann

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Der Essigbaum ist insbesondere aufgrund seiner gefiederten Blätter und seiner ausgeprägten Färbung im Herbst eine beliebte Gartenpflanze. Steht dieser Baum jedoch einmal im Garten, wird dieser ohne bestimmte Vorbereitungsmaßnahmen schnell zu einer Plage. Das aus Nordamerika stammende Ziergehölz neigt zu einer unkontrollierbaren Wucherung und selbst ein regelmäßiger Schnitt kann ihn nicht eindämmen, sondern lässt ihn nur noch größer und ausladender werden.

Der sommergrüne Essigbaum zählt zur Familie der Sumachgewächse und erreicht als mehrstämmiges Gewächs oftmals eine Höhe von bis zu 12 Metern. Im Herbst verfärben sich seine Blätter orange bis hin zu feuerrot. Die kolbenförmigen Früchte leuchten beeindruckend in einer purpurroten Farbe. Er ist von einem dicht verzweigten Wurzelgeflecht umgeben. Bei älteren Essigbäumen erreicht dies einen Durchmesser von bis zu sechs Metern. An einem optimal gewählten Standort ist bereits nach zwei oder drei Jahren ein starker Vermehrungsdrang zu beobachten.

Eine Anpflanzung des Essigbaumes im eigenen Garten sollte gut überlegt werden. Im Umkreis von mehreren Metern bilden sich jährlich bis zu 20 oder 30 hartnäckige Schösslinge aus dem Wurzelgeflecht, welche sich unkontrolliert weiter ausbreiten. Vorsorgliche Schritte wie zum Beispiel eine Wurzelsperre sind daher ratsam, noch bevor der Baum sein weitverzweigtes Wurzelsystem bilden kann. Werden keine rechtzeitigen Gegenmaßnahmen ergriffen, befindet man sich schnell in einem Wald von Essigbäumen.

Maßnahmen zum stressfreien Anbau des Essigbaumes

Soll der Essigbaum dennoch einen Platz im eigenen Garten finden, sollten vor seiner Pflanzung einige Vorsichtsmaßnahmen gegen eine unkontrollierbare Ausbreitung beachtet werden. Das Wurzelwerk ist nach kurzer Zeit so stark, dass es selbst vor Gehwegplatten oder unterirdischen Rohren keinen Halt macht. Ein übermäßiges Wachstum kann jedoch durch eine geeignete Sperre eingedämmt werden. Diese besteht aus einer robusten Teichfolie, welche vom Essigbaum nicht durchdrungen werden kann.

Zunächst wird das Erdreich mit einem Durchmesser von vier bis fünf Metern und einer Tiefe von etwa 60 Zentimeter abgetragen. Der innere Rand der Aushebung sollte mit einer circa fünf Millimeter dicken Teichfolie ausgekleidet werden, deren Übergänge verschweißt oder ausreichend stabil verklebt werden müssen. Die ausgehobene Erde wird anschließend mit Humus angereichert und zurück in die Grube gefüllt.

Insbesondere der Schnittpunkt der beiden Enden der Teichfolie stellt ein Schwachpunkt dar und sollte somit sorgfältig verschlossen werden. Bereits kleine Löcher bieten den Wurzeln des Essigbaumes Zugang zum restlichen Garten. In diesem Fall war die Arbeit umsonst und man wird dazu gezwungen, regelmäßig die neu austreibenden Schösslinge mechanisch zu bekämpfen.

Zurückschneiden des Essigbaumes

Als relativ anspruchslose Pflanze wächst der Essigbaum auch in einem nährstoffarmen Substrat sehr schnell. Ein radikaler Rückschnitt stellt keine Möglichkeit dar, um eine weitere Ausbildung der Wurzelausläufer einzudämmen, sondern zerstört die charakteristische Form des Baumes. Entfernt werden lediglich quer wachsende oder bereits abgestorbene Triebe am älteren Gehölz. Unter Verwendung einer Astschere oder Säge kann man allerdings die Schösslinge abtrennen. Hierzu werden die Wurzelausläufer in Bodennähe abgeschnitten. Diese können auch in einigen Metern Entfernung vom Essigbaum aus dem Boden ragen. Da der Pflanzensaft dieses Gewächses nicht nur Hautreizungen verursachen, sondern auch zu Atemwegsbeschwerden führen kann, sollten während dieser Maßnahme grundsätzlich langärmlige Kleidung und Gartenhandschuhe getragen werden. Es ist außerdem empfehlenswert, die abgetrennten Schösslinge nicht über den Kompost zu entsorgen, sondern direkt über den herkömmlichen Hausmüll. Eine Entfernung der austreibenden Schösslinge mit Hilfe eines Rasenmähers kann zu Beschädigungen des Mähwerks führen und ist daher nicht zielführend. Außerdem schwächt dies den Baum nur bedingt und die Triebe des Essigbaumes erscheinen dann genauso kraftvoll an einer anderen Stelle.

Das richtige Entfernen des Essigbaumes

Nachdem man die jungen Triebe des Essigbaumes mechanisch entfernt hat, verschafft einem dies lediglich eine kurze Ruhepause, da der Essigbaum den ganzen Sommer lang an unterschiedlichen Stellen erneut austreiben wird. Sogar Kieswege können ihn nicht aufhalten. Um die Vermehrung des Essigbaumes effektiv zu kontrollieren, müssen somit andere Maßnahmen ergriffen werden.

Zunächst sollte die Erde rund um den Essigbaum großflächig abgetragen sowie alle sichtbaren Wurzelausläufer entfernt werden. Bevor man das abgetragene Substrat zurückfüllt, sollte dies sorgfältig gesiebt werden. Hierbei handelt es sich um eine sehr aufwändige Methode, welche in Abständen von zwei bis vier Jahren wiederholt werden muss. Der Essigbaum ist ein Flachwurzler, daher lassen sich die neuen Wurzeltriebe bereits entfernen, wenn der Boden bis zu einer Tiefe von etwa 30 Zentimetern abgetragen wird.

Will man den Essigbaum vollständig entfernen, ist es ebenfalls unerlässlich, den Boden abzutragen. Zunächst wird der Baum gefällt und sein Baumstumpf gemeinsam mit dem Wurzelstock ausgegraben. Während dieses Vorganges lässt sich auch feststellen, dass sogar Bäume mit einer flachen Verwurzelung ein Wurzelgeflecht von über zwei Metern Tiefe entwickeln können. Mit Hilfe eines Spatens oder Minibaggers kann man außerdem versuchen, den Baumstumpf sowie einen möglichst großen Teil des Wurzelgeflechts auszuheben. Es ist empfehlenswert, dass der Baumstamm dabei noch über eine Länge von etwa 1,50 Meter verfügt, da dann die optimale Hebelkraft erreicht werden kann.

Aggressive Mittel zur Bekämpfung des Essigbaumes

Die dauerhafte Schädigung der unterirdischen Pflanzenteilen mit diversen Hausmitteln oder sogar Feuer birgt zahlreiche Risiken und kann auch den Garten langfristig schädigen. Auf den Einsatz von Essig, Salz oder Magnesium sollte daher grundsätzlich verzichtet werden.

Ist der permanente Rückschnitt des Essigbaumes nicht zielführend, ist der Einsatz von Herbiziden aus dem Fachhandel empfehlenswert. Grundsätzlich gilt bei der Verwendung chemischer Produkte jedoch, dass eine besondere Vorsicht geboten ist und diese nur nach Gebrauchsanweisung eingesetzt werden dürfen. Chemische Mittel greifen unmittelbar die unerwünschten Pflanzen an und zerstören diese komplett. Jedoch kann eine nicht sachgemäße Anwendung dazu führen, dass auch nützlichen Insekten sowie anderen im Garten ansässigen Lebewesen durch ihre oft giftigen Inhaltsstoffe Schaden zugefügt wird.

Expertentipp

Nachdem der komplette Essigbaum erfolgreich entfernt worden ist, sollte man dringend das Erdreich auch auf die kleinsten Wurzelreste überprüfen und diese restlos vernichten. Bereits wenige Zentimeter große Wurzelstücke sind ausreichend, um auch in den Folgejahren weitere Generationen von Essigbäumen hervorzubringen.

Häufige Fragen

Wie schnell wächst ein Essigbaum?

Der Essigbaum wächst in seinen ersten zehn bis zwölf Jahren sehr schnell und erreicht jährlich ein Wachstum von etwa 30 bis 40 Zentimetern sowohl in seiner Höhe als auch in der Breite. Im Alter geht dieses Wachstum jedoch zurück. In Deutschland werden Essigbäume vier bis sechs Meter hoch und erreichen in etwa dieselbe Breite. Für gewöhnlich wächst er ausladend und mehrstämmig, in seltenen Fällen entwickelt er sich auch zu einem kleinen Baum mit steifen und aufrechten Ästen, welche in ihrer Verzweigung an ein Geweih erinnern.

Hat der Essigbaum natürliche Feinde?

Der Essigbaum ist robust und sehr widerstandsfähig. Jedoch kann er im Frühling vom so genannten "Kuckucksspeichel" befallen werden, welches sich an kleinen, weißen Schaumklumpen erkennen lässt, die sich sowohl auf seinen Stängeln als auch auf seinen Blättern bilden. Diese Krankheit stellt aber lediglich eine vorübergehende Beeinträchtigung dar und hinterlässt so gut wie keine bleibenden Schäden. Wird ein Essigbaum jedoch mit Hallimasch oder Honigpilzen infiziert und es werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, stirbt der Baum entweder sofort oder verkümmert innerhalb einiger Jahre.

Ist der Essigbaum giftig?

Der Essigbaum wird aufgrund seiner verschiedenen toxischen Bestandteile, welche insbesondere in seinen Blättern, seinen Früchten, der Rinde, den Wurzeln, seinem Holz sowie dem Milchsaft zu finden sind, als leicht giftig eingestuft. Besonders erwähnenswert ist der Zellsaft, welcher mit seinem charakteristischen Essiggeschmack dem Essigbaum seinen Namen verleiht.

Die Blüten wiederum gelten als nicht giftig und enthalten Vitamin C, Fruchtsäuren sowie Flavonoide. Aufgrund ihres angenehmen Aromas werden diese sogar verzehrt. Obwohl die Früchte des Essigbaumes ebenfalls giftig sind, werden diese vermehrt verarbeitet und wurden bereits in der Vergangenheit zur Herstellung von Limonade oder auch im Rahmen der Essigproduktion verwendet. Aufgrund des geringen Anteils an Giftstoffen ist ein Verzehr der Früchte möglich, bringt jedoch mögliche Gefahren mit sich.

Stellt der Essigbaum eine Gefahr für Tiere dar?

Während der Essigbaum trotz seiner zum Teil toxischen Inhaltsstoffe für den Menschen kein ernsthaftes Problem bedeutet, da erst eine große Menge an Früchten oder Blättern zu Beschwerden führen kann, ist bei Tieren zur Vorsicht geboten.

Hunde verfügen über einen ausgezeichneten Geschmackssinn und rühren Teile des Essigbaumes somit eher nicht an. Bei einem eventuellen Verzehr ist ähnlich wie beim Menschen eine sehr große Menge erforderlich, bevor es zu Erbrechen, Durchfall oder Übelkeit kommt.

Katzen erkunden ihre Umgebung jedoch hauptsächlich mit dem Mund, was aufgrund eines möglichen Kontaktes mit dem Milchsaft des Essigbaumes ein erhöhtes Risiko darstellt. Außerdem kann durch das Putzverhalten einer Katze ein Kontakt von mit den Pfoten aufgenommenem Milchsaft und ihren Schleimhäuten stattfinden. Dabei kommt es schnell zu starken Reizungen.

Verzehren Kleintiere, die zum Beispiel im Garten in Nähe des Essigbaumes leben, größere Pflanzenteile, kann dies ernste Folgen haben. Symptome wie Reizungen des Magen-Darm-Traktes sowie Durchfälle oder Schwächeanfälle können bei Nagern stärker auftreten.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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