Die Aussaat gelingt meist nicht so perfekt, dass die sprießenden Pflänzchen den perfekten Abstand zueinander haben. Sie müssen deshalb pikiert werden. Doch damit sollten Sie warten, bis sich die zunächst zweiblättrigen Sprösslinge zu kleinen Jungpflanzen mit zwei bis drei Blattpaaren entwickelt haben.
Im Gartenbau bedeutet das Wort ‚pikieren‘, dass zu dicht stehende Jungpflanzen vorsichtig mit zwei Fingern aus der Erde gezogen und in einem größeren Abstand neu eingepflanzt werden. Dabei spielt auch der Zeitpunkt eine große Rolle. Alles was Sie über das Pikieren von Jungpflanzen wissen sollten, wurde in diesem Beitrag zusammengestellt.
Richtiges Pikieren von Jungpflanzen
Der Trick besteht darin, das Pikieren möglichst ohne Handschuhe vorzunehmen. Mit bloßen Händen haben Sie mehr Gefühl für die zarten Pflänzchen.
Ziehen Sie die Sprösslinge, die zwischen zwei anderen wachsen aus der Erde, um den Abstand zu vergrößern. Dafür greifen sie die Jungpflanze mit zwei Fingern an der Übergangsstelle zwischen den Blättern und dem Stiel. Sie haben dann sowohl die Blätter als auch den Stielansatz zwischen den Fingern und ziehen die Pflanze leicht drehend, langsam und vorsichtig samt der Wurzeln aus dem Substrat.
Die Wurzeln dürfen möglichst keine Luft ziehen. Deshalb sollten Sie die Pflänzchen entweder in etwas Wasser legen oder direkt mit ausreichend Abstand in feuchte Erde pflanzen und zum Stabilisieren leicht andrücken. Zur Aufzucht der Jungpflanzen wird Anzuchterde empfohlen, die weniger Nährstoffe enthält, locker sowie wasserdurchlässig ist und einen hohen Gehalt an Sauerstoff aufweist.
Der beste Zeitpunkt zum Pikieren

Der richtige Zeitpunkt für das Vereinzeln von Sprösslingen ist nicht von der Jahreszeit abhängig, sondern vom Wachstum der Pflänzchen. Sobald sich bei Blattpflanzen das erste Blätterpaar ausgebildet hat, ist das Pikieren möglich. Bei zwei bis drei Blattpaaren ist das Vereinzeln einfacher und die Überlebenschancen der Sprösslinge größer.
Erfolgt die Aussaat direkt ins Freiland, sollte das Pikieren bei trockenem Wetter vorgenommen werden. Aus lockerer Erde lassen sich die Pflanzen leichter herauslösen. Wässern Sie das Beet, nachdem Sie die pikierten Sprösslinge neu eingepflanzt haben.
Expertentipp
Wer sichergehen möchte, kann Jungpflanzen auf einer Fensterbank vorziehen. Dafür eignen sich kleine Pflanztöpfe aber auch leere Eierkartons, die Sie auf einen Untersatz stellen. Der Vorteil ist, dass die Sprösslinge weder von Vögeln noch von Schnecken gefressen werden können. Zudem müssen Sie die Pflänzchen nicht pikieren, wenn Sie lediglich ein Samenkorn in jedes Töpfen oder in jede Mulde der Eierkartons setzen. Auf diese Weise sparen Sie außerdem Saatgut und Zeit.
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