Weintrauben ernten

Auch Hobbygärtner können eigene Weintrauben anbauen – es muss nämlich nicht gleich ein ganzer Weinberg sein. Hierfür reicht eigentlich schon eine nach Süden ausgerichtete Hauswand vollkommen aus. Weintrauben können sogar auf einem sonnigen Balkon problemlos gedeihen und eine süße Ernte bescheren. Welche Trauben sich für den Frischverzehr eignen und wie sie am besten gelagert werden, verrät dieser Artikel.

Traubensorten für jeden Geschmack

Wer seine angebauten Trauben lediglich essen möchte, sollte Tafeltrauben anbauen. Keltertrauben hingegen wurden speziell für die Weingewinnung gezüchtet und sind aufgrund ihrer dicken Haut und den vielen Kernen nicht wirklich zum Verzehr geeignet. Aus beiden Traubenarten kann jedoch Traubensaft hergestellt werden.

Geht es um die Wahl der passenden Sorte, so ist hierbei zwischen den Früh-, Mittelfrüh- und Spätsorten zu unterscheiden. Die Trauben der Frühsorten „Birstaler Muskat“ und „Nero“ können bereits Mitte August geerntet werden. Wurde sich für eine Spätsorte wie „Angela“ oder „Regent“ entschieden, sind diese erst zwischen Ende September und Oktober erntereif. Wer beim Anbau verschiedene Sorten anpflanzt, kann bis zu drei Monate lang frische Weintrauben ernten.

Weintrauben ernten


Zeitpunkt

Das optimale Erntefenster ist jedoch häufig recht eng terminiert. Hinzu kommt, dass je nach Sorte, Witterung und Lage die Reife der Weintrauben unterschiedlich sein kann. Ob diese also nun reif sind, erkennen Hobbygärtner leicht an der Farbe. Im Reifeprozess verfärben sich die Weintrauben, wobei sie nach und nach ihre typische Farbe annehmen. Sind diese dann vollständig durchgefärbt, enthalten sie nun auch braune Kerne. Die Stiele sind verholzt und nicht mehr grün. Fällt der Geschmack bei der Probe süß aus, sind die Trauben reif. Ist der Geschmack jedoch noch leicht bitter, sollte noch einige Wochen gewartet werden.

Ernte und Lagerung

Die Ernte der Weintrauben ist recht einfach und gelingt unter Garantie jedem Hobbygärtner. Hierfür reicht meistens schon eine Gartenschere völlig aus, mit deren Hilfe die Reben samt des Stiels abgeschnitten werden. Es ist darauf zu achten, dass die Trauben unbeschädigt bleiben, um diese später gut lagern oder verarbeiten zu können. Weintrauben reifen nicht nach und werden deshalb in vollreifem Zustand geerntet. Werden sie daraufhin in einem Plastikbeutel im Kühlschrank gelagert, halten sie sich noch bis zu 2 Wochen. Im Obstkorb hingegeben sind sie nur bis zu 5 Tage frisch. Wer einen kühlen Keller hat, kann die Weintrauben in feuchte Küchentücher einschlagen und bei 4 bis 5 Grad Celsius ebenfalls bis zu 2 Wochen lagern. Geheimtipp: Diese Früchte können sogar eingefroren werden!

Weintrauben: So gelingt der Anbau


Sonnengereifte Tafeltrauben haben einen aromatischen Geschmack. Da sie nicht mit Pflanzenschutzmittel gespritzt wurden, sind diese auch noch viel gesünder als aus dem Supermarkt. Steht nun also ein warmer und sonniger Platz für die Reben zur Verfügung, so können mit wenigen Schritten erntereiche Reben angebaut werden.

Sorte

Veredelte Pflanzen besitzen eine größere Widerstandskraft gegen Schädlingsbefall, weshalb deren Kauf sich empfiehlt. Zudem sollte die ausgewählte Rebsorte widerstandsfähig gegen Mehltau sein. Ist dies der Fall, muss nicht vorbeugend gegen Pilzerkrankungen behandelt werden. Da kernlose Sorten zu kleineren Beeren neigen, sollte auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Beerengröße und der Anzahl der Kerne geachtet werden.

Standort

Für den Anbau der Weintrauben kommt ausschließlich ein sonniger Standort in Frage. Dieser Platz muss von viel Mittags- und Nachmittagssonne profitieren können. Da Hauswände die Sonne speichern, sind diese ideal als Standort. Wird in einer kühlen und regnerischen Region angebaut oder ist der Standort nicht optimal, eignet sich eine Frühsorte hier besonders gut.

Einpflanzung

Wurde sich nun also für eine Sorte und einen guten Standort entschieden, kann das Pflanzen beginnen. Sofern der Wurzelballen sehr fest ist, kann dieser mit der Gartenschere mehrfach eingeschnitten werden. Unter Hobbygärtnern hat sich die Herbstzeit für den Anbau bewährt, da hier der Erdboden noch warm ist. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass die Pflanzen in einem sehr kalten Winter erfrieren, weshalb die Pflanzen angehäufelt werden sollten. Erfahrene Winzer raten dazu, die Reben von April bis Mitte Mai zu pflanzen. Hier haben die Weinstöcke lange Zeit, kräftige Triebe zu bilden und sich gut einzuwurzeln.

Der Boden sollte tiefgründig und locker sein, wobei auf Blumenerde, Kompost und Dünger in jedem Fall zu verzichten ist. Um die Reben einzupflanzen werden 40 bis 50 Zentimeter tiefe Löcher ausgehoben, in welche Drainagen zur Vermeidung von Staunässe eingebaut werden können. Wer mehrere Reben pflanzen möchte, sollte einen Abstand von 1,5 bis 2 Meter einhalten. Der Abstand zur Hauswand wiederum sollte mindestens 20 Zentimeter betragen. Nachdem die Reben in die Pflanzlöcher gegeben wurden, sind die verholzte Triebe und grünen Ranken locker an einen Pflanzpfahl zu binden. Sofern die Pflanzzeit sich im Frühling oder Sommer befindet, sind die Reben regelmäßig zu gießen.

Schnitt

Ein regelmäßiger Schnitt ist für ein gesundes Wachstum der Weinreben essenziell. Diese benötigen viel Luft und Sonnenlicht, um eine reiche und geschmackvolle Ernte bieten zu können. Der erste Schnitt erfolgt im Frühjahr von März bis April. Sobald die ersten Blüten zu Trauben werden, sind die beschattenden Blätter zu entfernen. So gelangt genügend Sonnenlicht auf die Trauben und diese werden ausreichend süß.

Für nicht an der Hauswand wachsende Weintrauben gelten strenge Schnittvorgaben. Dienen diese jedoch als Sichtschutz oder zur Begrünung der Fassade, so sind die langen Haupttriebe lediglich auf circa 25 Zentimeter zurückzuschneien. Da der richtige Schnitt von Weinreben nicht ganz einfach ist, gibt es hierfür viel Fachliteratur.

Expertentipp

Nach einer ertragreichen Ernte lohnt sich für Hobbygärtner die Herstellung von Traubensaft. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um weiße oder rote Weintrauben handelt, lediglich der Reifegrad ist entscheidend für die Süße des Saftes. Wer nun Weinreben hat, für den empfiehlt sich ein Entsafter. Für den Traubensaft werden die Früchte gewaschen und von den Stielen befreit. Diese werden dann nach und nach in den Entsafter gegeben, wobei der der angefallene Trester nochmals entsaftet werden kann. Der Saft wird dann in saubere Flaschen abgefüllt und gut verschlossen.

0/5 - ( Bewertungen)

DIR GEFÄLLT VIELLEICHT AUCH

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Gerade populär

Die mobile Version verlassen