Vanille gehört zu den wichtigsten Kulturpflanzen und ist mit ihrem einzigartigen Aroma in vielen Süßspeisen ein unverzichtbarer Bestandteil. Unter dem Begriff Vanille werden dabei verschiedene Orchideen-Arten der Gattung Vanilla bezeichnet, die allesamt in den Tropen vorkommen.
Merkmale der Vanillepflanze
Die bekannteste Vanilleart ist die Gewürzvanille oder Echte Vanille (Vanilla planifolia). Die immergrüne Pflanze stammt ursprünglich aus Mexiko, wird mittlerweile aber in den unterschiedlichsten tropischen Ländern von Madagaskar bis nach Indonesien angebaut. Bei der Echten Vanille handelt es sich um eine Kletterpflanze, die Wuchshöhen bis zu 10 m erreicht und einen dicken, fleischigen Stamm ausbildet. Die Blätter des Gewächses weisen eine dunkelgrüne Färbung auf, sind leicht zugespitzt und sind mit Luftwurzeln ausgestattet, die der Pflanze beim Klettern helfen und über die Nährstoffe aufgenommen werden können. Der wirtschaftlich wichtigste Teil der Pflanze sind ihre Blüten.
Aussehen, Blütezeit und Bestäubung
Die Blüten sind bei der Vanillepflanze in Büscheln oder Trauben gruppiert, die aus den Blattachseln sprießen und meist zwischen 10 bis 20 Blüten umfassen. Normalerweise erfolgt die Blüte in unterschiedlichen Zeitabständen und nicht gleichzeitig. Die Blüte selbst weist eine meist hellgelbe oder cremefarbene Färbung auf und besitzt drei Kelchblätter und drei Blütenblättern. Sie öffnet sich in der Regel nur für wenige Stunden von der Morgendämmerung bis zum Abend und muss in dieser Zeit bestäubt werden.
Das geschieht normalerweise per Hand, da die Vanilleblüte in ihrer Heimat auf die Bestäubung durch eine einzige Biene angewiesen ist, welche in vielen tropischen Ländern nicht existiert. Die Pflanze selbst kann bis zu 15 Blütenbüschel haben. Sobald die Blüten befruchtet sind, bilden sie eine schotenförmige gelbgrüne Frucht, die Schote. Diese wird geerntet, getrocknet und fermentiert, um das typische Vanillearoma aus dem Mark zu gewinnen.
Vanille selbst anbauen

Da die Orchideenart in den Tropen heimisch ist, kann ein Anbau unter mitteleuropäischen Bedingungen nur in einem feucht-warmen Gewächshaus mit Temperaturen von über 28 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit erfolgen. Die ersten Blüten erfolgen bei richtiger Pflege nach mehreren Jahren und müssen wie im professionellen Anbau selbst per Hand bestäubt werden.
Nutzung der Vanillepflanze

Die Vanilleschote lässt sich vielseitig verwenden. Am bekanntesten ist der Einsatz in der Küche als Gewürz, mit dem sich Nachspeisen wie Kuchen, Pudding, Kekse, Joghurt und Kaffee verfeinern lassen. Ebenso kann die Orchidee als Zierpflanze eingesetzt werden, die einen attraktiven Blattschmuck hervorbringt. Als Heilpflanze wird die Vanille hingegen nur selten verwendet, da mehrere Teile der Pflanze als schwach giftig gelten.
Expertentipp
Wer selbst Blüten hervorbringen will, sollte die Pflanze regelmäßig mit Orchideendünger und kalkfreiem Wasser versorgen und nicht der direkten Sonne aussetzen.
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