Der Apfelbaum gehört zu den beliebtesten und wichtigsten heimischen Obstbäumen. Allein in Mitteleuropa werden rund 1500 verschiedene Sorten kultiviert. Weltweit gibt es sogar mehr als 100000 Sorten.
Apfelbäume werden nicht nur kommerziell kultiviert, auch als Gartenbaum ist der schöne Obstbaum äußerst beliebt. Doch in der Gartenkultur und mittlerweile auch im kommerziellen Anbau werden Apfelbäume längst nicht mehr in ihrer natürlichen Wuchsform kultiviert.
Stattdessen werden meist Apfelbäume als Halbstamm bevorzugt. Ein Apfelbaum als Halbstamm hat diverse Vorteile und kann mit etwas Geduld auch selbst herangezogen werden.
Verschiedene Wuchsformen
Der Apfelbaum hat schon seit dem Altertum eine große Bedeutung, denn seine schmackhaften Früchte wurden schon immer sehr geschätzt. Botanisch gehört der Obstbaum zu den Rosengewächsen. In seiner natürlichen Wuchsform wächst der Apfelbaum als Großbaum mit hohem Stamm und ausladender Krone.
In früheren Zeiten wurden Apfelbäume zwischen den Feldern als Einzelbäume angepflanzt. In seiner natürlichen Form kann ein Apfelbaum eine beträchtliche Höhe mit einem dicken und hohen Stamm und einer riesigen Krone entwickeln.
Strauchartig wachsende Apfelbäume sind indes seltener anzutreffen. Stattdessen werden heutzutage auch beim kommerziellen Apfelanbau die Bäume meist als Halbstamm kultiviert und auch zur Pflanzung im Garten eignen sich Apfelbäume als Halbstamm ideal.
Daneben gibt es noch einige Sonderformen wie etwa Spalierbäume, Säulen- oder Spindelbäume, die aber genau wie der strauchartig wachsende Apfelbaum eher weniger kultiviert werden.
Vorteile des Halbstamms

Ein Apfelbaum als Halbstamm bringt einige Vorteile mit, die vor allem mit seiner relativ geringen Wuchshöhe von 4 bis maximal 6 Metern zusammenhängen und ihn dadurch zum idealen Obstbaum im Garten machen:
- der Baum benötigt weniger Platz
- aufgrund der geringen Größe können im Garten mehrere Apfelsorten gepflanzt werden
- die Ernte kann überwiegend vom Boden aus stattfinden
- die kleineren Halbstammbäume tragen auf die Gesamthöhe berechnet mehr Früchte
Apfelbaum als Halbstamm selber ziehen

Natürlich werden Apfelbäume als Halbstamm veredelt bereits fertig zum Einpflanzen im Fachhandel angeboten. Wer jedoch ein wenig Geduld aufbringt, kann einen Apfelbaum auch selbst als Halbstamm ziehen.
Dazu sind folgende Schritte notwendig:
- Apfelbäumchen aus Kern ziehen
- Setzling als Veredelungsunterlage vorbereiten
- Edelreiser aufpfropfen
Apfelbäumchen aus Kern ziehen
Prinzipiell eignen sich die Kerne aus allen gekauften Äpfeln zur Zucht eines neuen Bäumchens. Am ehesten gelingt der Versuch jedoch, wenn dazu Apfelkerne von heimischen Sorten genutzt werden. Bevor die Kerne eingepflanzt werden können, müssen sie für mindestens 2 Wochen in feuchter Umgebung im Kühlschrank gelagert werden.
Apfelkerne beginnen auf natürliche Weise erst nach dem Winter mit der Keimung. Sie enthalten keimhemmende Substanzen, die erst durch das Verfaulen der Früchte während des Winters abgebaut werden. Deshalb müssen die Kerne im Kühlschrank auch feucht gehalten werden.
Setzling als Veredelungsunterlage vorbereiten und Edelreiser aufpfropfen
Bevor die Setzlinge als Veredelungsunterlage genutzt werden können, sollten sie mindestens 3 Jahre lang herangezogen werden, damit sie bereits eine entsprechende Größe entwickelt haben.
Sind die Setzlinge mindestens 80 cm hoch, werden alle Seitentriebe entfernt, sodass nur noch der Hauptstamm erhalten bleibt. Dieser bildet dann die Unterlage für den Edelreiser, der anschließend aufgepfropft wird.
Edelreiser gibt es im Fachhandel als Auftragsveredelungen zu kaufen, oder können von einem Apfelbaum im Januar selbst geschnitten werden. Beim Pfropfen werden sie so auf die Veredelungsunterlage gepresst, dass sich die Edelreiser letztendlich mit der Kambiumschicht der Unterlage verbinden können.
Expertentipp
Die Pfropftechnik ist insbesondere für Anfänger nicht ganz so einfach und gelingt nicht immer. Wer zum ersten Mal einen Apfelbaum als Halbstamm heranziehen möchte, sollte daher den Versuch gleich mit mehreren Bäumchen starten.
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