Der Herbst gilt als der beste Zeitpunkt für den Baumbeschnitt. Jetzt, vor dem Winter, werfen die meisten Arten ihre Blätter ab und machen den Verlauf ihrer Zweige dadurch deutlicher sichtbar. Doch Fehler beim Schneiden können einen Baum schwer schädigen und nicht alle Arten vertragen die gleiche Behandlung. Was also ist beim herbstlichen Baumbeschnitt zu bedenken und zu beachten?
Warum im Herbst schneiden?
Der Herbst dient der Vorbereitung auf den Winter, der die härteste Jahreszeit für heimische Bäume ist. Deshalb gehen sie nun in eine Ruhephase über, in der sie so wenig Energie wie möglich verschwenden sollen. Jetzt unnötige Pflanzenteile zu entfernen, erspart ihnen wertvolle Nährstoffe. Daher ist der Herbst bei vielen Bäumen der ideale Zeitpunkt, um die Krone auszulichten und überflüssige, kranke und vergreiste Zweige abzuschneiden.
Viele Arten verringern nun auch den Saftfluss, sodass sie beim Beschnitt weniger „bluten“. Vor allem Bäume, die im Frühjahr zum Ausbluten neigen, sollten daher im Herbst geschnitten werden. Doch Achtung, nicht jedem Baum tut ein herbstlicher Beschnitt gut! Bevor Sie entscheiden, welche Bäume Sie beschneiden, sollten Sie daher nachsehen, was der empfohlene Schnittzeitpunkt für die jeweilige Art ist.
Der richtige Termin für den Beschnitt
Wichtig ist auch, dass der Schnitttermin nicht zu spät gewählt wird. Auf keinen Fall darf bereits Frost drohen. Fallen die Temperaturen kurz nach dem Schnitt unter -5 C°, können die gekürzten Zweige erfrieren und absterben oder brüchig werden. Vor allem für noch junge Bäume kann das sogar tödlich sein. Das Wetter am Schnitttag sollte jedoch auch nicht feucht sein. Nässe fördert nämlich das Wachstum von Pilzen und frische Schnittwunden sind eine typische Ansatzstelle für einen Pilzbefall. Auch sollte kein starker Wind wehen. Er erschwert nicht nur die Arbeit, da sich die Zweige ständig bewegen, sondern erhöht auch das Verletzungsrisiko.
Wie weit sollte man Bäume zurückschneiden?

Auch die Intensität und Häufigkeit des Beschnittes ist von der Art des Baumes abhängig. Stark wachsende Arten müssen oft jährlich deutlich zurückgeschnitten werden. Obstbäume werden im Herbst beschnitten, um ihren Ertrag im nächsten Jahr zu erhöhen. Bei anderen Bäumen ist dagegen nur bei Vergreisung oder unregelmäßigem Wuchs ein gezielter Beschnitt ratsam. Auf jeden Fall sollten aber tote und kranke Pflanzenteile entfernt werden.
Das Werkzeug für den Schnitt
Achten Sie darauf, stets das richtige Werkzeug zu benützen. Es muss scharf, sauber und kräftig genug sein, um den Zweig oder Ast möglichst leicht und gerade durchtrennen zu können. Dementsprechend können Sie dünne Zweige mit einer gewöhnlichen Gartenschere abschneiden. Ab einem Durchmesser von etwa 2,00 cm sollten Sie aber eine Ast- oder Baumschere verwenden, um dem Baum keine unnötigen Schäden zuzufügen. Für Äste mit einer Stärke von 5,00 cm und mehr ist eine Säge erforderlich. Achten Sie darauf stets die richtige Schutzausrüstung zu tragen und arbeiten Sie nur aus Positionen, in denen Sie einen sicheren Stand haben!
Der richtige Schnitt
Schneiden Sie stets gerade und halten Sie die Wunden so klein wie möglich. Dadurch verringern Sie das Risiko, dass Pilzsporen und ähnliche Keime in das verletzte Holz eindringen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie bereits von einem Pilz befallene Teile entfernen. Reinigen und desinfizieren Sie ihr Werkzeug und ihre Handschuhe dann unmittelbar nach der Entfernung des befallenen Asts oder Zweiges.
Expertentipp
Häckseln und kompostieren Sie das Schnittgut. So erhalten Sie die darin enthaltenen Nährstoffe für ihren Garten. Lediglich von Pilzen befallene Pflanzenteile eignen sich nicht für die Kompostierung. Sie müssen möglichst rasch verbrannt oder in der sicher verschlossenen Biotonne entsorgt werden.
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