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Pflanzenkrankheiten

Blattbräune bei Quitten bekämpfen

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Blattbräune bei Quitten bekämpfen

Quitten erfreuen sich in den letzten Jahren einer wachsenden Beliebtheit und profitieren von dem Aufschwung, den alte Obst- und Gemüsesorten derzeit erleben. Und das nicht umsonst: Quitten sind gesund, lecker und so mancher Gartenfreund schätzt das anspruchslose Kernobstgewächs, das sich nahezu auf jedem Boden wohlfühlt. Doch die Blattbräune kann dem Quittenliebhaber schnell die Freude am Anbau nehmen. Denn durch die Pilzkrankheit werden nicht nur die Blätter braun, sondern auch die Früchte können befallen sein und ungenießbar werden. Im Folgenden Artikel erfahren Sie, was Blattbräune genau ist, wie sie effektiv bekämpft werden kann und wie man dem Befall vorbeugt.

Was ist Blattbräune?

Was ist Blattbräune?


Bei der Blattbräune handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die neben den Quittenbäumen auch Mispel, Weißdorn, Rotdorn und in seltenen Fällen auch Apfel- und Birnenbäume befällt. In der Regel ist die Ursache der Pilz Diplocarpon mespili, mit dem sich der Baum meist im Frühjahr infiziert. Vor allem in feuchteren Jahren kommt dieses Schadbild häufig vor und kann unter Umständen die Ernte eines ganzen Baumes zunichtemachen.

Die Krankheit wird, wie der Name schon sagt, augenfällig durch bräunlich verfärbte Blätter. Bereits kurz nach der Öffnung der Knospen zeigen sich an den jungen Blättern rötliche Fleckchen. Im weiteren Verlauf werden die Flecken dunkler und fast schwarz mit einem kleinen Pickelchen. Schließlich vergrößern sich die Flecken, bis das ganze Blatt verfärbt ist und vorzeitig vom Baum fällt. So wird der befallene Baum nach und nach von unten kahl.

Doch nicht nur die Blätter des Quittenbaumes bieten dem Pilz eine Angriffsfläche. Auch die Früchte können befallen werden. Die Quitten bekommen schwarze Flecken, die manchmal krustig erscheinen können. Werden die Flecken rissig, kann zusätzlich Fruchtfäule auftreten. Früchte, die von Blattbräune betroffen sind, sind nicht mehr genießbar.

Blattbräune vorbeugen

Blattbräune vorbeugen
Im besten Fall ergreifen Sie im Vorfeld die richtigen Maßnahmen, sodass bei Ihren Quitten erst gar keine Blattbräune entsteht. Dann müssen Sie sich gar nicht erst mit der Bekämpfung des lästigen Pilzes befassen und Ihre Ernte bleibt unbeschadet.

Im Wesentlichen gibt es zwei wichtige Tricks, um der Ausbreitung der Blattbräune keine Chance zu lassen. Beide zielen darauf ab, den Quittenbaum trocken zu halten, sodass der Pilz sich gar nicht erst wohl fühlt. Weil vor allem in regenreichen Jahren eine besondere Gefahr für Blattbräune besteht, sollte die Umsetzung dieser vorbeugenden Maßnahmen vor allem in solchen Jahren eine hohe Priorität zukommen.

1. Sofortige Entsorgung des Laubes

Wenn der Quittenbaum im Herbst seine Blätter verliert, sollte das herabgefallene Laub sofort zusammengekehrt und vernichtet werden. Gerade die am Boden liegenden Blätter bieten nach Regenfällen eine hervorragende Brutstätte für die Pilzsporen. Das Laub sollte dabei unbedingt weggeschafft und entsorgt werden und nicht auf den Kompost im selben Garten. Andernfalls können die Sporen an windigen Herbsttagen vom Kompost auf den Quittenbaum gelangen, auch wenn dieser nicht in direkter Nachbarschaft steht.

2. Regelmäßig Ausdünnen

Ist der Quittenbaum sehr dicht gewachsen, hat die Blattbräune ebenfalls leichtes Spiel. Nach einem Regenschauer trocknen die Blätter in einem dichten Quittenbaum nur langsam ab, bleiben also lange feucht und bieten dem Pilz damit dauerhaft Angriffsfläche.

Diesem Problem beugen Sie vor, indem Sie die Baumkrone gar nicht erst so dicht werden lassen. Mit einer scharfen Baumschere lässt sich der Quittenbaum relativ leicht auslichten. Am besten werden einmal pro Jahr all die Zweige entfernt, die nach unten oder nach innen wachsen. So erziehen Sie ihrem Baum ganz nebenbei auch in die Breite, was ebenfalls für eine bessere Belüftung des Blattwerkes sorgt.

Bekämpfung der Blattbräune

Finden sich an den Blättern oder auch schon an den Früchten die typischen Verfärbungen der Blattbräune, ist es für die Vorbeugung zu spät. Nun gilt es, schnell zu reagieren, um zumindest einen Teil der Ernte noch zu retten. Ist es bereits um alle Früchte geschehen, sollten trotzdem möglichst zeitnah Maßnahmen zur Bekämpfung getroffen werden, da sich der Baum andernfalls auch im Folgejahr infizieren wird.

Die folgenden Schritte haben sich als die Wirksamsten gegen Blattbräune erwiesen:

1. Befallene Pflanzenteile entfernen

Entfernen Sie alle Äste, an denen sich befallene Blätter oder Früchte befinden. Da der Pilz auch in den Trieben sitzt, ist es nötig, den gesamten Zweig zu entfernen. Auch hier gilt: Entsorgen Sie die erkrankten Teile sofort und keinesfalls auf dem eigenen Kompost!

2. Organisches Spritzmittel

Bei einem Baum mit starker Pilzausbreitung wird man kaum um den Einsatz eines Fungizids herumkommen, wenn man das Problem nachhaltig loswerden möchte. Hatte der Baum im Vorjahr einen starken Befall, sollte im kurz nach der Blüte im Mai ein Spritzmittel aufgebracht werden. Mögliche Substanzen sind organische Spritzmittel für Obstbäume oder Kupferspritzmittel. In einem Abstand von drei Wochen ist die Behandlung einmalig zu wiederholen.

3. Vorbeugende Maßnahmen konsequent anwenden

Ausgeprägter Befall mit Blattbräune ist ein Zeichen, dass der Pilz sich an diesem Quittenbaum besonders wohl fühlt. Machen Sie es dem Pilz unbequem und achten Sie in Zukunft auf die Vorbeugung – dann wird der Baum in Zukunft gesund bleiben.

Expertentipp

Ein gesunder und gut versorgter Baum ist weniger anfällig für Krankheiten und damit auch für die gefürchtete Blattbräune. Tun Sie Ihrem Baum etwas Gutes und stärken Sie ihn regelmäßig, beispielsweise mit kräftigendem Schachtelhalm-Extrakt.

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Bildquellen:

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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