Die Rotbuche ist in vielen Wäldern Deutschlands anzutreffen und doch kennen nur die wenigsten Menschen ihre Früchte und wissen welchen Wert diese besitzen. Mit den Früchten der Rotbuche lassen sich nicht nur schicke Dekorationen für die Herbstzeit zaubern, sondern sie sind im Gegensatz zu anderen Herbstfrüchten des Waldes, wie Eicheln und Kastanien, sogar essbar. Zeit, einen tieferen Einblick zu gewinnen …
Reifezeit der Früchte
Erst ab einem Alter von circa 20 Jahren blüht die Rotbuche zum ersten Mal. Das bedeutet, dass sie auch dann zum ersten Mal Früchte hervorbringt. Normalerweise reifen die Kapselfrüchte, die als Bucheckern bezeichnet werden, im September aus. Bei Reife fallen sie vom Baum. Die Kapseln öffnen sich und geben den enthaltenen Samen frei.
Äußere Merkmale – daran erkennen Sie die Früchte und ihren Samen!
Die Früchte der Rotbuche sehen recht merkwürdig aus. Sie sind stachelig, braun und 3 bis 7 cm lang. In den Fruchtbechern, die aus vier Lappen bestehen, befinden sich die Samen. Diese weisen gewöhnlich eine Größe von 1,5 bis 2 cm auf. Sie besitzen eine dreikantig-zugespitzte Form und ihre glatte Schale ist rotbraun gefärbt. Unter der dünnen Schale liegt ein Kern, der essbar ist.
Bucheckern: Ihr Wert als Nahrungsmittel

Wildtiere lieben Bucheckern! Insbesondere Eichhörnchen machen sich gern über diese nahrhaften Samen her und bunkern sie in ihrem Quartier ein, um sich im Winter daran satt zu fressen. Doch auch Wildschweine, Hirsche, Rehe und Vögel verzichten nur widerwillig auf den Genuss dieser Samen. Auch für den Menschen sind sie essbar. Früher galten die Bucheckern als wichtiges Nahrungsmittel zu Kriegszeiten. Sie wurden unter anderem zu Mehl verarbeitet, um anschließend Brot daraus zu backen.
Verwendungsmöglichkeiten von Bucheckern

Bevor Sie die Bucheckern in der Küche verwenden können, sollten diese geschält werden. Das ist relativ aufwändig. Es dauert aufgrund der geringen Größe der Samen lange bis eine größere Menge geschält ist. Doch die geschälten Samen sind überaus schmackhaft und die Mühe lohnt sich. Sie schmecken angenehm nussig.
Bucheckern können Sie unter anderen zum Backen von Brot, Crackern, Keksen und Kuchen verwenden. Auch Aufstriche erfahren durch diese Zutat eine willkommene Abwechslung. Ganz einfach ist es die geschälten Samen zu rösten und sie dann in den Salat oder ins Müsli zu streuen. Selbst pur genascht stellen die Bucheckern so manch andere Nüsse und Saaten in den Schatten. Das tun sie nicht nur aufgrund ihres Geschmacks, sondern auch insbesondere aufgrund ihrer Inhaltsstoffe. Sie sind mit 40% relativ fettreich und enthalten zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente, wie sie in anderen Nüssen und Saaten durch Überzüchtung und ausgelaugte Böden nicht mehr zu finden sind.
Bucheckern für die Aussaat der Rotbuche verwenden
Wer die Bucheckern verwenden will, um sich selbst eine Rotbuche zu züchten, sollte bedenken, dass diese Prozedur langwierig ist. Die Samen müssen vor der Aussaat stratifiziert werden. Das bedeutet, sie benötigen einen mehrwöchigen Kältereiz, um keimen zu können. Dazu können Sie die Samen für mehrere Wochen bis Monate in den Kühlschrank legen, um sie im zeitigen Frühjahr zu säen. Doch am einfachsten ist es, die Bucheckern den Winter über im Wald zu belassen und im Frühjahr nach emporschießenden Keimlingen zu suchen.
Expertentipp
Kenner schwören auf einen Kaffee aus Bucheckern. Dazu sollten die geschälten Samen in einer fettfreien Pfanne geröstet werden, um daraufhin zu Pulver zermahlen und mit heißem Wasser übergossen zu werden.
Häufig gestellte Fragen
Sind Bucheckern giftig?
Bucheckern enthalten den Giftstoff Fagin, der jedoch beim Erhitzen der Samen zerstört wird. Rohe Bucheckern sollten daher nur in Maßen verzehrt werden.
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