Mehr als zwei Meter tief wächst sie ins Erdreich – die massive Wurzel der Lärche. Sie saugt große Mengen Wasser auf und versorgt den Baum mit wichtigen Mineralstoffen. Das überwiegend verborgene Wurzelsystem verankert die bis zu 40 Meter hohe Lärche fest im Boden.
Die Wachstumsphasen der Wurzel
Zu Beginn entwickelt sich die Wurzel aus einer Keimwurzel. Im Laufe der Zeit entsteht aus ihr eine senkrecht wachsende Pfahlwurzel. Sie wächst in die Tiefe und gehört damit zu den Tiefwurzlern. In den ersten Wachstumsjahren sorgt die Wurzel der jungen Lärche für Stabilität. Mit zunehmendem Lebensalter dehnt sie sich im Erdreich weiter aus. Seitlich an der Pfahlwurzel wachsen verstärkende, kräftige und feine Stränge. So entsteht unterirdisch allmählich ein weit verzweigtes Wurzelgeflecht.
Die Herzwurzel der Lärche
Die Herzwurzel ist typisch für das Wurzelsystem der Lärche. Horizontal verzweigen sich weitere Stränge und die sogenannte Herzwurzel entsteht. Sie ist eine Mischform aus Pfahl- und Flachwurzel. Durch ihren Aufbau gelangt sie in den oberen Erdschichten an Regenwasser und in tieferen Schichten an weitere Wasservorräte. Der Querschnitt der Wurzel erinnert an eine Herzform, welche dem Wurzelsystem seinen Namen gibt. Auf der Suche nach Wasser breitet sie sich beliebig in der Erde aus und passt sich an verschiedene Böden an.
Funktionsweise der Lärchenwurzel

Äußerlich umhüllt eine Wurzelwand das innere Wurzelsystem. Daran befinden sich die Wurzelhaare, die die Oberfläche vergrößern. Sie sind mit bloßem Auge sichtbar und dienen der Nährstoffaufnahme. Durch Osmose sowie Diffusion gelangt Wasser aus dem Boden über die Wurzelhaarzellen in das Innere der Lärche. Anschließend fließt das Wasser durch Leitgefäße im Stamm nach oben bis in die Baumkrone.
Der Wassertransport von der Wurzel bis in die Baumspitze ist die Folge eines Transpirationssogs. In der Baumkrone verdunstet tagsüber Wasser an den Nadeln. Ein Domino Effekt setzt sich durch diesen Prozess in Gang. Die Nadeln saugen nachfolgend weiteres Wasser aus den Zweigen. Daraufhin ziehen die Zweige noch mehr Wasser aus den Ästen. Dieser Vorgang setzt sich bis in die Wurzeln fort und erzeugt einen starken Sog.
Unterstützend bei diesem Wassertransport wirken zwei weitere Kräfte. Zum einen transportiert der Kapillareffekt Wasser von der Wurzel aus circa 1 Meter in die Höhe. Der Wurzeldruck ist die zweite Kraft. Durch einen Unterdruck befördert diese das Wasser bis in 10 Meter Höhe.
Gefahren durch Wurzelpilze
Eine der größten Gefahren für das Wurzelsystem der Lärche ist ein Pilzbefall. Die Wurzellorchel ist ein Schlauchpilz, der in der Nähe der Wurzel wächst. Er erzeugt bei der Lärche eine Holzfäule. Als Folge verfärben sich die Nadeln der Lärche gelb. Anschließend stirbt der Baum durch die Pilzinfektion ab.
Ein weiterer Erregerpilz ist der Kiefernbraunporling, der die Lärche als Braunfäuleerreger gefährdet. Dieser Pilz breitet sich in der Nähe der Wurzel auf dem Boden aus und baut Zellulose ab. So zerstört er die Struktur des Holzes an der Wurzel. Der Befall lässt sich an der tiefbraunen Farbe der betroffenen Stellen erkennen. In Wurzelnähe entsteht ein markanter Terpentingeruch.
Nicht alle Wurzelpilze stellen eine Gefahr für die Lärche dar. Es gibt Pilzarten, die im Einklang mit dem Baum leben. Durch sie können die Wurzeln wichtige Nährstoffe, wie zum Beispiel Phosphat, leichter aufnehmen.
Expertentipp
Eine Lärche lässt sich im eigenen Garten pflanzen. Für den Hobbygärtner ist es wichtig den Standort sorgsam auszuwählen. Aufgrund des Wurzelwerks ist es vorteilhaft, den Baum nicht in der Nähe von Hauswänden, Gehwegen oder Straßen zu pflanzen, denn die Wurzeln benötigen viel Platz. Während sie wachsen, sind sie in der Lage Mauern oder Kabel im Erdreich zu beschädigen.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare